CD Tipp des Monats: Kari Bremnes - Det Vi Har (Das Songwriting des modernen Skandinaviens verkörpert sie wie keine andere. In ihrer mittlerweile mehr als drei Jahrzehnte andauernden Karriere brachte die atemberaubende Kari Bremnes fünfzehn Soloalben hervor. Die Norwegerin, die dabei nicht zu altern scheint, hat in ihrer Heimat längst Ikonenstatus. Bei ihren Konzerten lauschen die Fans atemlos einer mysteriösen Melange aus arktischem Folk, gebremstem Pop und elaboriertem Jazz und werden dabei ganz selbstvergessen. Ihre Geschichten, allesamt in ihrer Muttersprache vorgetragen, bezieht die 61-Jährige nach eigenem Bekunden gern aus genauen Beobachtungen und einer unbedingten Liebe zum Detail. Ihr neues Album -Det Vi Har- reiht sich natlos ein in ihr bisheriges Werk. Wunderschöne Melodien werden getragen von einem sehr akzentuierten Klang. Sie experimentiert etwas mehr mit elektronischen Sounds ohne dabei die organische Linie zu verlieren. Ein wunderschönes, teils auch sehr lebhaftes Album mit großem Wohlklang!)

CD Tipp des Monats: Asaf Avidan - The Study on Falling (Mit-The Study On Fallin- stellt der israelische Singer-Songwriter 2017 sein drittes Soloalbum vor, den Nachfolger von dem grossartigen Album -Gold Shadow- aus dem Jahr 2015. Mit diesem Americana gefärbten Album wandelt Avidan auf den Spuren von Dylan und Cohen und legt ein sehr beeindruckendse Singer-Songwriter-Album vor, aufgenommen in den USA unter der Regie von Produzent Mark Howard, der unter anderem bereits für Bob Dylan und Tom Waits hinter den Reglern saß. Zerrissenheit und Schmerz durchziehen dieses tiefgängige Werk, mit einer Inbrunst gesungen, die Avidan fast einmalig macht und dem man sich nicht entziehen kann. Grossartig und ganz oben auf der Liste zum Album des Jahres 2017!)

CD Tipp des Monats: Melanie De Biasio - Lillies (Reduktion und bis hin zur totalen Stille beherrscht kaum eine Künstlerin so gut wie sie. Die belgische Künstlerin Melanie De Biasio hat ein intimes, abwechslungsreiches Album geschaffen, in dem Licht und Düsternis gleichermaßen nebeneinander existieren, in dem Pop, Jazz und TripHop eine faszinierende Symbiose eingehen, ihr lasziver, hypnotischer Gesang über Rhythmen, treibenden Bassläufen und Pianotupfern schwebt und dabei mit einer faszinierenden Leichtigkeit Räume füllt. -Lillies- ist ein minimalistisches, gefühlvolles, sinnliches Album von betörender Schönheit und ein würdiger Nachfolger von -No Deal-.)

CD Tipp des Monats: Fink - Resurgam (Resurgam, der Titel des neuen Fink-Albums, bedeutet -Ich werde auferstehen-. Die zehn Songs kommen im spartanischen Sound dunkel und düster daher, unterstützt durch die blueslastige Gitarre, die Fink alias Fin Greenall auszeichnet. Fink sind voller Überraschungen, experimentierfreudig und nicht wirklich auf einen Stil festgelegt. Ihr Repertoire erstreckt sich von Rhythm and Blues mit einer Prise Elektro hin zum Rock. -Resurgam- ist faszinierend, atemlos und lässt einen am Ende nicht mehr los. Ein Album von eindringlicher Besinnlichkeit, das lange nachhallt, ideal für die späten Abendstunden.)

CD Tipp des Monats: Chantal Acda - Bounce Back (Ein bewegendes Album, das die niederländische Singer-Songwriterin mit wunderbarer, melancholischer Stimme und mit prominenten Gästen wie dem US-Gitarristen Bill Frisell geschaffen hat. Akustische und elektrische Gitarren, Klavier, Moog, Bass, Euphonium, Bouzouki und vielseitiges Schlagwerk – alles hervorragend gespielt und bedient von einer ausgezeichneten Band, die eine fast magisch anmutende Klang-Ästhetik schafft. Ein wunderschönes Indie-Pop-Album, das sich geschickt zwischen Folk, Pop, Americana und Singer-Songwriter bewegt.)

CD Tipp des Monats: The KutiMangoes - Made In Africa (The KutiMangoes aus Kopenhagen spielen auf -Made in Africa- ihre ganz eigene Version von Afrobeat. Eine Mischung aus dem Groove von Fela Kuti und dem Jazzspirit von Charles Mingus. Überzeugend verbinden sie Folk, Jazz und Afrobeat. Die Bläsersätze zeichnen sie als versierte Jazzer aus, sie verzichten aber auf ausufernded Soli. Musikalisch fliessen neben dem Afrobeat von Fela Kuti Reggae, Wüstenblues aus Mali, traditionelle afrikanische Folksongs, Calypso und Jazztraditionen zusammen. So wird jedes Konzert von Ihnen zur grossen Party!)

CD Tipp des Monats: Black Oak - Equinox (Geert van der Velde von The Black Atlantic und Thijs Kuijken von I am Oak haben sich zusammengetan und unter dem Bandnamen Black Oak ihr Debütalbum -Equinox- aufgenommen. Die schwelgerische Melancholie von The Black Atlantic trifft auf die perkussive Experimentierfreude von I Am Oak. -Equinox- ist leicht dahinfliessender, ruhiger, akustischer Folk-Pop, zerbrechlich mit wunderbar harmonierendemmehrstimmigem Gesang. Das Ergebnis ist große Songwriterkunst!)

CD Tipp des Monats: Brothers of Santa Claus - Not OK (Die Band Brothers Of Santa Claus ist definitiv die deutsche Indie-Pop-Rock-Hoffnung. Bereits das Debütalbum Navigation von 2014 war ein Achtungserfolg bei Fans und Kritikern, das neue Werk Not OK sollte einige von ihnen in Jubelarien ausbrechen lassen. Pendelte Navigation noch gekonnt zwischen Alternative-Folk und Indie-Pop, so entziehen sich die zehn neuen Songs auf Not OK dieser Genrebezeichnungen. Für das neue Album arbeitete das Freiburger Quintett über mehrere Monate hinweg in den Studios des Funkhauses Berlin und wusste den Produzenten Alex Sprave (Max Prosa, Me & My Drummer) an seiner Seite. Elegische Gitarrenparts und sanfte Keyboardpassagen brechen in -Not OK- zum Finale in rabiater Rock-Noir-Form aus. Ein verschleppter Blues-Modus in -Once- ändert kurzfristig die Richtung hin zu einem bezaubernden Gitarren-Dream-Pop und endet im dramatisch-erhabenen Space-Rock. Im sieben Minuten währenden –NDK- ziehen die Brothers dann alle Register und gehen nahtlos von einem entzückenden Folk-Pop zu einem radikalen Gitarren-Prog-Rock über. Filigran und verträumt kommt der Opener -Figure It Out-. Weitere Highlights sind  der straighte Indie-Rock von -Stay Away-, die sparsam instrumentierte Ballade -Julika- sowie das achtminütige Schlussstück –Evolution-, das von einem schleppenden Psychedelic-Folk in ein Jazz-Blues-Ambiente fällt. Mit -Not OK- ist den Brothers of Santa Claus der ganz große Wurf gelungen. Und Live sind die Jungs ein absolutes Erlebnis!)

CD Tipp des Monats: Dominic Miller - Silent Light (In Argentinien als Sohn eines amerikanischen Vaters und einer irischen Mutter geboren, wuchs der Gitarrist Dominic Miller seit seinem zehnten Lebensjahr in den USA und England auf. Derzeit lebt er in Frankreich, wobei er den Globus in den letzten drei Jahrzehnten ausgiebig bereist hat. Dementsprechend hat -Silent Light- – Millers ECM Debut mit ihm als Sologitarristen und mit Percussion-Begleitung – ein sehr internationales Flair, mit starkem lateinamerikanischen Einfluss in Stücken wie -Baden- (dem brasilianischen Gitarristen/Komponisten Baden Powell gewidmet). -Le Pont- umgibt ein Hauch von Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts, während -Valium- keltische Melodien in der Manier von Bert Jansch beschwört. -Fields of Gold- ist die gedämpfte Instrumentalversion einer der bekanntesten Balladen Stings. Miller ist seit langem durch seine tragende Rolle in der Band von Sting sowie als Co-Autor des Welthits -Shape of My Heart- bekannt. Er hat außerdem mit Paul Simon, The Chieftains und Placido Domingo gearbeitet. Paul Simon preist Millers Gitarrenspiel, im Begleittext der CD verweist er auf Millers wunderschönen Touch, mit einem Hauch von Jazz und englischem Folk.)

CD Tipp des Monats: Jarvis Cocker - Chilly Gonzales - Room 29 (Den Geistern Hollywoods ist Jarvis Cockers und Chilly Gonzales' Klavierkollaboration Room 29 gewidmet. In Form eines Liedzyklus erforschen sie die Geschichte des legendären Hotel Chateau Marmont am westlichen Ende des Hollywood Sunset Boulevards. Room 29 handelt vom legendären Hotel Chateau Marmont, das als eine Art Institution Hollywoods über die Jahre den ein oder anderen berüchtigten Gast gesehen hat. Der Gedanke, was diese Räume und die darin befindlichen Gegenstände von ausschweifenden Partys und beklemmender Einsamkeit zu erzählen hätten, inspirierte Jarvis Cocker, sich mit der Vergangenheit des Hotels und seiner Verbindung zur Filmindustrie auseinanderzusetzen. SPEX)

CD Tipp des Monats: Fink's Sunday Night Blues Club, Vol. 1 (Blues made in Berlin: Zum Zeitvertreib hat Fin Greenall alias Fink mal eben unter Live-Bedingungen in seinem Studio in Berlin ein Blues-Album mit eigenen Kompositionen aufgenommen, das ganz im Sinne von Fink eine intensive tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Genre ist, die unter die Haut geht.)

CD Tipp des Monats: Ralph Towner - My Foolish Heart (Erstmals seit zehn Jahren legt der Gitarrist Ralph Towner mit -My Foolish Heart- bei ECM wieder eines seiner faszinierenden autobiographischen Soloalben vor. Klanglich wunderbar aufgenommen, legt der Oregon Gitarrist ein Alterswerk mit akustischen Kleinoden vor, die noch lange nachklingen werden.)

CD Tipp des Monats: Stephan Bormann - Over the Years (Stephan Bormann zählt zu den vielseitigsten deutschen Gitarristen. Nach zahlreichen Veröffentlichungen u.a. mit dem Cristin Claas Trio und Hands On Strings präsentiert er mit Over The Years nun sein erstes Solo-Album. Seine innige Nähe zu Klängen und Rhythmen Amerikas, Skandinaviens, Afrikas und Brasiliens weisen ihn als musikalischen Weltreisenden aus, gewandt in vielen Stilen und vertraut mit den unterschiedlichsten Facetten des Instruments.  In seinen originellen Arrangements findet sich die Klangästhetik eines Fingerstylers ebenso wieder, wie der Ansatz eines Jazzmusikers, jedem Stück eine immer währende Frische durch den Freiraum für Improvisation zu geben.  Die enorme Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten des Instruments weckten seine Lust, neben allseits bekannten Nylon- oder Steel String-Gitarren auch exotische Aliquot-, Bariton- und Oktav-Gitarren einzusetzen. Auf diese Weise wird das Album zu einer spannenden Entdeckungsreise durch sein musikalisches Universum, denn wie die Presse so treffend schrieb: Seine Musik lebt jedes Stück eine Erzählung mit Tiefgang, ohne eine gewisse Virtuosität vermissen zu lassen.)

CD Tipp des Monats: Elbow - Little Fictions (Nicht wenige der Songs hüpfen leichtfüßig, aber auch ziemlich eigenwillig vorwärts. Man arbeitet nun auch mit Loops, Klatschen, Rassel- und Schellen-Geräusche und auf dem Titel-Track mit einem dezenten Steeldrum-Sound. Elbow hat sich nicht neu erfunden mit dem neuen Album -Little Fictions-, noch immer ist es in der Tendenz eine schwelgerische Musik, fließen viele der Songs, dominiert Garveys Gesang. Scheinbar anstrengungslos erzählend ist der Gesang über weite Strecken und doch auch etwas eingetrübt, melancholisch. Vielleicht sei hier einmal das Wort charismatisch erlaubt. Gelassenheit und in manchen der Songs ein reizendes Schlendern zeichnen dieses Album aus. Es ist ein Album, das nicht protzt, dessen kleine Raffinessen aber erst entdeckt werden müssen.)

CD Tipp des Monats: Robin Tom Rink - The Small Hours (Robin Tom Rink erzählt Geschichten von der Dunkelheit, vom Meer, vom Abgrund. Doch diese Musik erfüllt keinen Weltschmerz-Selbstzweck, viel mehr öffnet sie schaurig schöne Räume zum langen Verweilen. Das Ergebnis ist eins der intensivsten Alben des Jahres - geprägt von einer außergewöhnlichen Stimme. Die zurückgenommene und dennoch unglaublich pointierte Inszenierung der 15 Stücke weiß immer wieder zu überraschen. Das ist keine Musik, die einfach durchrauscht, das sind Songs für die eigene kleine Ewigkeit. Ein wunderschönes, atmosphärisches Singer-Songwriter Album, das nach mehrmaligem Hören stetig gewinnt.)

CD Tipp des Monats: The Colorist & Emilíana Torrini (Steine, Spiegel, Glasschüssel statt butterweichen Synthesizern: Emilíana Torrini hat ihre Songs in die Hände von The Colorist Orchestra gegeben, und das hat ihr Werk in neue klangliche Ebenen übersetzt. Ein Experiment, das mehr als geglückt ist. Auf -The Colorist & Emilíana Torrini-, dem Mitschnitt eines Konzerts des kollaborativen Projekts, kommen Torrinis Songs gewohnt feinfühlig herüber. Dank der eingefangenen Live-Situation klingen sie dabei jedoch unmittelbarer und lebendiger. So wirken Torrinis Songs wie neugeboren, sie blühen ein zweites Mal auf.)

CD Tipp des Monats: Tinpan Orange - Love is a dog (Tinpan Orange sind Emily Lubitz, ihr Bruder Jesse und Alex Burkoy aus Australien. Und Tinpan Orange und die Metro in Melbourne haben eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit: Beide profitieren vom zauberhaften Gesang von Emily Lubitz. Die Frontfrau des australischen Folk-Trios Tinpan Orange hat 2012 der weltberühmten Sicherheitskampagne der Metro -Dumb Ways To Die- ihre Stimme geliehen und wurde so bis heute von knapp 140 Millionen Menschen gehört. Ihr fünftes Album -Love Is A Dog- ist einmal mehr inspiriert von der Liebe. Mit ihrem bittersüßen, romantischen Neo-Folk erzählen die Geschwister Emily und Jesse Lubitz zusammen mit dem virtuosen Violinisten Alex Burkoy von unerfüllten Träumen und verschmähten Gefühlen, zeigen sich gleichzeitig dennoch hoffnungsvoll und zuversichtlich. Die elf Songs malen ein buntes musikalisches Portrait. Die wenigen Komponenten, die -Love Is A Dog- zum Strahlen bringen, sind Jesse's pulsierende Tremolo-Gitarre, Alex' schillernde Streicher-Arrangements und die feinen Fäden von Emily's seidener Stimme. Tinpan Orange benötigen keine Tricks in der Produktion, sie überzeugen viel mehr mit ihrem natürlichen Potential, und der einfachen Live-Stimmung, in der das Album aufgenommen wurde. So ist ist ein wunderschönes Folk-Album entstanden.)

CD Tipp des Monats: Lambchop – Flotus (-For Love Often Turns Us Still-, kurz: -Flotus-, heißt das neue Album von Lambchop. Die Band öffnet mit dem Album gewissermaßen ein neues musikalisches Kapitel, allen voran Mastermind Kurt Wagner. Denn statt wie sonst die Instrumente in den Vordergrund zu stellen, experimentiert Wagner jetzt mit seiner Stimme und nutzt diese als Instrument, indem er sie sampelt, mixt, verstellt, verändert. Der Rest der Band erzeugt den gewohnt minimalistischen klanglichen Rahmen. Die Grundzüge der Platte sind weitaus elektronischer geprägt als die vorheriger Lambchop-Alben. Das Herzstück von -Flotus- liegt am Ende: Über 18 Minuten hinweg, deren erstes Viertel auch der Beginn eines ruhigen Technostücks sein könnte, spannt Kurt Wagner einen herzerweichenden Bogen aus warmen Ambientsounds und damit einen leicht ins Sinfonische gehenden Höhepunkt. Ein bewegendes, entspannt dahinfliessendes Album, aufgefrischt mit zeitgemäßen elektronischen Klängen.)

CD Tipp des Monats: Agnes Obel - Citizen Of Glass (Die Dänin gehört zu jener Sorte Pop-Künstler, bei denen alles zusammenkommt: eine Leichtigkeit in der Musik, was die Ausführung angeht; eine Tiefe, die stets das Drama dahinter vermuten lässt; und eine äußere Erscheinung, der man sich gar nicht entziehen kann. Ihre Stimme und ihre Kompositionen wirken zerbrechlich, hell und klar. Das dritte Album der Wahl-Berlinerin umkreist den gläsernen Bürger, in mehrfacher Hinsicht. Der Begriff inspirierte sie auf Deutsch als Ausdruck des Verlusts der Privatheit. Das Album hat sie allein komponiert, aufgenommen und produziert, unterstützt nur von einem Geiger und zwei Cellistinnen. Die Musik darauf ist einnehmende Melancholie zu glockenklarem Gesang und  wunderbaren Melodien. Agnes Obel schichtet Spuren über- und nebeneinander, spielt mit feinen Arrangements und lässt dabei eine unglaubliche klangliche Vielfalt entstehen und betritt dabei behutsam faszinierendes akustisches Neuland.)

CD Tipp des Monats: Robert Coyne & Jaki Liebezeit - I Still Have This Dream (Der britische Singer/Songwriter Robert Coyne und der ehemalige Can-Schlagzeuger Jaki Liebezeit haben mit -I Still Have This Dream- ihr drittes gemeinsames Werk veröffentlicht. Coynes wärmender Gesang, begleitet von seinem unaufgeregten Spiel auf seiner Akustikgitarre, sowie der trockene avantgardistische Taktzähler Liebezeit erschaffen ein sensibles Album voller entspannter Songs. Neben Coynes ruhigen Monologen über das Leben, streut der Songwriter dezente Melodien in das Liedgut. Celli, Keyboardtupfer und zarte Backgroundvocals runden dieses legitime Herbstwerk wohltuend ab.)

CD Tipp des Monats: Kate Bush - Before The Dawn (Für all jene, die 2014 in London nicht einem der 22 innerhalb kürzester Zeit ausverkauften Konzerte von Kate Bush im Londoner Hammersmith Apollo beiwohnen konnten, gibt es nun den akustischen Eindruck der Shows auf drei CDs oder vier LPs zu geniessen. Bushs mittlerweile etwas dunklere Stimme hat nicht an Faszination verloren, die Arrangements zwischen nur vom Piano begleiteten Balladen oder opulenten Arrangements mit ganzer Band sind geschmackvoll und teils mitreissend. Tatsächlich erklingen viele alte Bush-Stücke über die gut zweieinhalb Stunden in einem neuem, durchaus inspirierenden Gewand: Ob Hits wie Running Up That Hill, Hounds Of Love oder größere Passagen ihres Albums Aerial - Kate Bush bindet die alten Stücke zu einem neuen, großen Erzählbogen rund um eine Schiffbrüchige zusammen. So werden die alten Stücke zu mehr als einer Revue alter Hits. Ein starkes, ein anderes Live-Album, dem in manchen Momenten aber doch die visuelle Untermalung der grossen Showmomente in einer Mischung aus Konzert, Tanz-Performance, Film, Puppen-, Schatten- und Maskenspiel fehlt.)

CD Tipp des Monats: Leonard Cohen - You Want It Darker (-I'm ready, my Lord-, singt Cohen im Titellied, eine sarkastische Begegnung mit Gott und dem Tod, der ihn dann tatsächlich nur kurz nach der Veröffentlichung von -You Want It Darker-  im Alter von 82 Jahren ereilt. Cohen singt die Songs mit einer in Mark gehenden eindringlich tiefen Stimme zu besinnlicher Instrumentierung. Unter der Produktion seines Sohnes Adam wird das Album zu einer letzten intensiven Auseinandersetzung mit Erinnerungen und dem nahenden Tod. Chöre von mönchsgleichen Männern erklingen, eine Geige, eine Frauenstimme im Duett an Chefs Seite, bevor das Werk mit einem Streichquartett endet. Die Stille danach ist kaum auszuhalten….You Want It Darker ist ein nachklingendes, sehr mitnehmendes Werk von einem der größten Songschreiber der Popmusik.)

CD Tipp des Monats: Norah Jones - Day Breaks (Auf -Day Breaks- feiert Jones ein Wiedersehen mit dem Schlagzeuger Brian Blade, der auch schon auf ihrem bahnbrechenden ersten Album mit dabei war und nun zu einer der tragenden Säulen des neuen Albums wurde. Hier spannt die New Yorkerin den großen Bogen, mit brandneuen Songs, die sie mit einigen der größten lebenden Jazzmusikern aufgenommen hat, insbesondere mit der Saxofon- und Modal-Jazz-Legende Wayne Shorter. Mit immensem Vokabular hat Norah Jones hier ein wunderbares neues Oeuvre für echte Jazz-Musikliebhaber kreiert. Back to the roots: Mit »Day Breaks« kehrt Norah Jones ein Stück weit zurück zu ihren Anfängen. Relaxter Pianojazz mit unglaublich viel Soul. )

CD Tipp des Monats: Malia - Malawi Blues / Njira (Zuletzt hatte die Sängerin und Pianistin sich elektronisch orientiert und mit Yellos Boris Blank das faszinierende Album -Convergence- aufgenommen. Hier geht sie nun in die Gegenrichtung und erforscht, wieder mit traditionell-akustischem Instrumentarium, die musikalischen Wurzeln ihrer ursprünglichen Heimat Malawi. Herausgekommen sind dabei nachdenkliche, zumeist getragene Stücke im Jazz-Kontext, eher sparsam instrumentiert am Piano, unterstützt von Gitarre und Schlagwerk. Im Trio um den Klaviervirtuosen Alex Wilson gelingt Malia dies auf eine coole, aber doch sehr warmherzige Weise.)

CD Tipp des Monats: Astrid North - Precious Ruby (Auf -Precious Ruby- erzählt Astrid North mit der ihr eigenen Wärme und Nahbarkeit wunderbare Parabeln. Musikalisch minimaler angelegt als ihr Debut, doch erdig und emotional, schafft auch -Precious Ruby- den entspannten Spagat zwischen Pop-Melancholie und Power-Soul.)

CD Tipp des Monats: Nick Cave - Skeleton Tree (Nick Cave and the Bad Seeds waren mitten in Aufnahmen zum Album -Skeleton Tree-, als im Juli des Vorjahres Caves 15-jähriger Sohn Arthur tödlich verunglückte. Die Trauer um das Kind veränderte den Musiker.  Die Athmosphäre auf -Skeleton Tree- ist durchgehend beklemmend und in Moll gehalten, die Stimme brüchig, fast schon abwesend. Das Album ist ein sehr intim düsteres, aber auch faszinierendes Werk.)

CD Tipp des Monats: Andrea Schroeder - Void (Ihre düster-melancholische Mischung aus Folk und Chanson, Blues und Jazz bis hin zu Country und Rock gelang der Sängerin in der Vergangenheit so gut, dass gesangliche Vergleiche mit Marlene Dietrich, Patti Smith, Lana Del Rey und Nico sowie musikalische mit Nick Cave, Lou Reed, Tom Waits oder den Tindersticks nicht lange fern blieben. Irgendwo dazwischen liegt Andrea Schroeders persönlicher Stil, den sie auf »Void« perfektioniert hat. Elf Songs haben es auf das neue Album geschafft, die inhaltlich von Sehnsucht und Schwermut getragen werden. Die tiefe, verrauchte Stimme Schroeders untermalt derlei Motive. Was die Musik betrifft, setzen die Singer-Songwriterin und ihre Band auf dunkel gestimmte Instrumente. Dabei wechseln sich jazzige Klänge wie im Song »Don't Wake Me«, riffgetragene Rockhymnen wie »Kingdom« oder »Creature« und natürlich der dunkle Folkpop, für den die Sängerin mittlerweile so bekannt ist, ab.)

CD Tipp des Monats: Yael Deckelbaum - Enosh (Yael Deckelbaum feiern die  Medien seit geraumer Zeit als die israelische Joni Mitchell. Bereits mit sechzehn Jahren gewann Yael Deckelbaum die Auszeichnung als beste Nachwuchs-Singer-Songwriterin Israels. Eindrucksvoll hat sich die in Jerusalem geborene Musikerin in die Herzen ihres Publikums gespielt – ob als Solo-Künstlerin oder als Teil des Frauen-Trios -HaBanot Nechama- (-Trost-Schwestern-). Im Herbst 2015 erschien ihr drittes Soloalbum -Enosh-. Ruhige Melodien, die durch eine gewisse Mystik zum Wegträumen einladen, aber auch sehr energiegeladene Songs. Die israelische Singer-Songwriterin Yael Deckelbaum weiß, wie sie ihr Publikum in ihre ganz eigene Welt mitnimmt. Ein wunderbar abwechslungsreiches Singer-Songwriter Album mit sehr intimen Momenten ist ihr da gelungen.)

CD Tipp des Monats: Paul Simon - Stranger To Stranger (Dreißig Jahre nach -Graceland- hat Paul Simon mit -Stranger To Stranger- wieder ein ganz großes Album herausgebracht. Und selten hat der Folkmusiker im Laufe seiner Karriere ein so experimentelles Album vorgelegt wie mit -Stranger To Stranger-. Neben typischen Akustikgitarrensounds sind zudem viele exotische Instrumente zu hören, darunter die indische Ektara oder die von Musiktheoretiker Harry Patch kreierten Cloud-Chamber Bowls und das Chromelodeon. Zudem spielen afrikanische Rhythmen in einigen Songs eine große Rolle. Das Ganze verbindet der Sänger auf -Stranger To Stranger- immer mal wieder mit moderner elektronischer Musik. Für die drei Songs -The Werewolf-, -Street Angel- und -Wristband-, die erste Singleauskopplung von -Stranger To Stranger-, arbeitete er deshalb mit dem italienischen Elektro- und Dancekünstler Clap! Clap! zusammen. Simons Sohn Adrian ist bereits seit Längerem ein großer Fan des Musikers und stellte ihn seinem Vater vor. Schon jetzt Anwärter ganz oben auf der Liste zum Album des Jahres!)

CD Tipp des Monats: Riders Connection - Colour Me (Mit seiner hochkonzentrierten Dosis Sommerlaune lässt -Colour Me- sofort die Sonne aus den Lautsprechern scheinen. Mit einer Mischung aus frischem Off-Beat Reggae, garniert mit einer Brise Folk und Blues sowie entspannten Beatboxing-Beats, setzt der Song unmittelbar ein Gefühl wohligen Behagens frei. Kredenzt wird uns die namensgebende Single des Debütalbums vom Berliner Trio -Riders Connection-. Die Farbe wird hierbei als Ausdruck von Emotionen verwendet und steht außerdem als Symbol für Freiheit. Konkret beschreibt der Titel einen Prozess, bei dem wir durch erfolgreiche Verarbeitung von Trennungen und Verlusten, anschließend gestärkt und auf gewisse Weise als neue Menschen daraus hervorgehen können. Stilistisch spielt die junge Combo mit und  überschreitet zugleich auf unnachahmlich charmant-lässige Weise Genregrenzen. In ihren Titeln vereinigt sie einen einzigartige Genre-Mix, in dem sich ihre ganz eigene musikalische Handschrift offenbart. In ihrer Welt geht es um das liebevolle Sich-Verbinden. Und genau das machen die Berliner seit 2011 mit ihrer Musik und ihren Auftritten. Unermüdlich. Jeden Tag immer wieder aufs Neue – und mit Sonne im Herzen.)

CD Tipp des Monats: Iggy Pop - Post Pop Depression (Iggy Pop meldet sich 2016 mit einem neuen Album zurück. Dabei handelt es sich um das sage und schreibe 17. Studioalbum der Punklegende. Für -Post Pop Depression- holte sich Pop die Unterstützung einiger hochkarätiger Musikerkollegen. Alles begann mit einer Textnachricht an Josh Homme. Der Sänger, Schlagzeuger und Gitarrist, der als Gründer von Kyuss, Queens of the Stone Age, Eagles of Death Metal und Them Crooked Vultures schon längst selbst zu den Legenden seines Genres gehört, sagte sofort zu. Er übernahm die Tätigkeiten des Co-Writers, Gitarristen und Produzenten. Für weitere Gitarren- und Keyboardeinspielungen holten sich Pop und Homme die Unterstützung von Musikerkollege und Multiinstrumentalist Dean Fertita (Queens of the Stone Age). Am Schlagzeug saß bei »Post Pop Depression« Matt Helders von den Arctic Monkeys.
Bereits Anfang 2015 hatten die Musiker mit dem Songwriting für ihr neues Album begonnen, das sie in Hommes Heimstudio in Joshua Tree sowie in seinem Studio in Burbank, Kalifornien binnen drei Wochen aufnahmen. Insgesamt neun Songs sind dabei herausgekommen und die klingen – wie sollte es anders sein – nach einer gelungenen Mischung aus dem frühen Iggy Pop und QOTSA. -Post Pop Depression- geht in Richtung Iggys erster Soloalben -The Idiot- und -Lust For Life-, die er 1977 zusammen mit David Bowie in Berlin produziert hatte. So auch die ersten Auskopplungen -Gardenia- und -Break Into Your Heart-. Beide präsentierten Pop und Homme bereits im Januar 2016 der Öffentlichkeit. Mit -German Days- gibt es auf dem Album sogar einen Song, der auch inhaltlich an diese Zeit erinnert. Post Pop Depression Trio setzt verdammt hohe Maßstäbe für Rockalben 2016.)

CD Tipp des Monats: Joe Volk - Happenings and Killings (Die essentielle Grundlage des Songwritings von ‚Happenings and Killings‚ ist dabei immer noch sehr ähnlich wie seinerzeit bei seinem ersten Soloalbum‚Derwent Waters Saint‚. Sparsam perlende Akustikgitarren umgarnen Volks ruhige, unmittelbar unter die Haut kriechende Stimme, beschwören eine Ausstrahlung, die abermals eine beispiellos intime Atmosphäre entwickelt und sich damit wie etwa im zuerst untröstlich niedergeschlagenen, dann aber seine Vorhänge melancholisch aufmachenden Herzstück ‚Sirens‚ dank der einsamen Mundharmonika wie eine nahtlose Fortsetzung zum Song ‚Whole Pig, No Head‚ anfühlen kann. Auch das von Streichern und Bläsern unterstützte ‚Yellow Sneak‚ ist in seiner gezupften Verletzlichkeit pure Anmut, zum Sterben schön – also trotz seiner relativen Opulenz genau von jener stillen Größe, die bereits das formvollendete ‚Derwent Waters Saint‚ als Mikrokosmos darstellte.
Womit praktisch jede Sekunde der Vorlaufzeit von -Happenings and Killings- es wert war, auf dieses Zweitwerk zu warten.)

CD Tipp des Monats: Tindersticks - The Waiting Room (Das neue Album der Tindersticks ist wie seine Vorgänger geprägt von Melancholie. Sowohl die Texte von Sänger Stuart A. Staples als auch die Musik sind anspruchsvoll und vielschichtig, wie man es von den Tindersticks seit jeher gewohnt ist. Rock trifft auf Pop, Folk und klassische Instrumente.Der Clou des neuen Albums: Zu jedem der Songs erscheint ein visueller Beitrag, und zwar jeder von einem anderen Filmemacher. Mit -We Are Dreamers!- und -Hey Lucinda- veröffentlichten die Tindersticks bereits im Voraus an das Albumrelease zwei Singles mitsamt Video. Gleichzeitig handelt es sich dabei um die beiden einzigen Songs des Albums, bei denen Stuart A. Staples weibliche Unterstützung erhält. Zum einen ist Savages-Frontfrau Jehnny Beth mit von der Partie, zum anderen erwarten den Hörer Vocals der 2010 verstorbenen Sängerin Lhasa de Sela.Auch sonst hat -The Waiting Room- musikalisch einiges zu bieten. Für die Bläserarrangements auf dem Album sorgt beispielsweise niemand Geringeres als der Londoner Jazzmusiker Julian Siegel.Für ihr neues Album haben die Tindersticks alle Register gezogen. -The Waiting Room- ist das bis dato umfangreichste und ehrgeizigste Albumprojekt der Band, vielleicht sogar ihr bestes! (Quelle JPC))

CD Tipp des Monats: Lucinda Williams - The Ghosts Of Highway 20 (-The Ghosts Of Highway 20- ist das zwölfte Album Williams in über 40 Jahren Karriere. Der Name ist darauf Programm, denn der Großteil der Songs findet seinen Ursprung in der Inspiration und den Erfahrungen, die Williams auf der Interstate 20 sammelte. Dabei handelt es sich um einen Highway, der durch die amerikanischen Südstaaten führt, von Georgia nach Texas. Mit zwölf eigenen Songs offenbart die Sängerin diesmal ihre experimentelle Seite. Inhaltlich bleibt sie ihrer Linie aber treu und wagt sich wie gewohnt auch an düstere und traurige Themen heran. Zudem umfasst -The Ghosts Of Highway 20- zwei Coversongs: eine Version des Bruce-Springsteen-Klassikers -Factory- sowie den Songs -House Of Earth- - ein fast vergessener Woody-Guthrie-Song. Williams schrieb dafür die Musik zu den Lyrics der Folklegende.Bei den Aufnahmen zu ihrem neuen Album wurde Lucinda Williams von ihrer altbekannten Rhythmusgruppe, bestehend aus Butch Norton am Schlagzeug und David Sutton am Bass, unterstützt. Für weiteren Support an der Gitarre sorgten mit Val McCallum, Bill Frisell und Greg Leisz drei Profis ihres Fachs.Auf ihrem neuen Album macht Lucinda Williams das, was sie am besten kann: rauen und unverblümten Country mit tief gehenden Texten. -The Ghosts Of Highway 20- nimmt den Hörer mit auf den Interstate 20. (Quelle JPC))

CD Tipp des Monats: Kurt Vile - B'lieve Me I'm Going Down... (Wenn Kim Gordon ein Album mit den Worten -I love this record- auszeichnet, muss es mindestens brillant sein. Womit wir bereits bei The-War-On-Drugs-Gründungsmitglied Kurt Vile und seinem neuen, mittlerweile sechsten Langspieler -B'lieve Me I'm Going Down...- wären. Dabei ist es kein Geheimnis, dass sich nicht nur die Sonic-Youth-Ikone für den Gitarristen und Singer/Songwriter aus Philadelphia begeistert. Spätestens seit seinem letzten Album -Wakin On A Pretty Daze-, das von Publikum, Kritikern und Kollegen gleichermaßen gefeiert wurde, ist der Lockenkopf im modernen Alternative-Rock-Olymp angekommen. Ganz klar, der stoische Stoner gehört mittlerweile zu den Großen. Und davon legt auch das in Los Angeles und Joshua Tree aufgenommene und gemixte -B'lieve Me I'm Going Down...- klingend Zeugnis ab.Es führt auf einer akustischen Reise von der Ost- zur Westküste und durch die Geschichte des Landes von Woody Guthrie zu Dinosaur Jr. -B'lieve Me I'm Going Down...- ist ein sehr erwachsenes und authentisches Rock-Album geworden, das in unserer schnelllebigen digitalen Zeit, in der alles möglich scheint, fokussiert, klar und aufrichtig für angenehm frischen Wind sorgt.)

CD Tipp des Monats: Villagers - Where Have You Been All My Life (Im Zuge ihrer vorangegangenen Konzerte hatten die Villagers einige ihrer Songs bearbeitet, um diese besser in ihr Liverepertoire zu integrieren. Da die neuen Versionen so gut gefielen, mieteten sie sich im Juni 2015 in den Londoner RAK Studios ein, wo sie die Songs an nur einem Tag aufnahmen. Cormac Curran übernahm die Flügel- und Synthesizerparts, Danny Snow den Bass, Mali Llywelyn die Harfe, Mellotron und Backing-Vocals und Gwion Llewelyn unterstütze am Schlagzeug, Flügelhorn und ebenfalls mit Backing-Vocals.Herausgekommen sind dabei insgesamt 12 Lieder, darunter zehn bekannte Villagers-Klassiker wie -Courage- und -The Waves- sowie ein neuer Song: -Memoir- hatte Conor O'Brien für die französische Schauspielerin und Sängerin Charlotte Gainsbourgh geschrieben und erstmals selbst aufgenommen. Bis dato war der Song nur auf einer gemeinsamen Split-Single sowie als B-Seite auf der -The Waves--Single erschienen. Als letzter Song auf -Where Have You Been All My Life- hat es mit -Wichita Lineman- ein Jimmy-Webb-Cover geschafft.Der Name ist Programm: -Where Have You Been All My Life- ist ein Album, auf das Villagers-Fans schon lange gewartet haben. Zwölf Songs aus fünf Jahren Villagers, und zwar in einem komplett neuen Gewand. (Quelle JPC))

CD Tipp des Monats: Julia Holter - Have You In My Wilderness (Zwei Jahre nach dem von Kritikern hochgelobten Album -Loud City Song- veröffentlicht Kunstpop-Virtuosin Julia Holter in September 2015 ihr viertes Studioalbum. -Have You In My Wilderness- ist nicht nur ihr bislang zugänglichstes Album, es ist auch das erste, für dessen Texte die Künstlerin keinen Literatur-Paten bemüht hat, sondern ausschließlich aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz, ihrer eigenen Erlebniswelt Inspiration bezieht. /  Theatralische Streicher, sakrale Weite, nach vorne gemischte kryptische Stream-of-consciousness-Texte und sich im Hall auflösende Stimmendopplungen schaffen eine intensive Atmosphäre. Traumhaft schön! (Quelle JPC und stereoplay, Oktober 2015))

CD Tipp des Monats: Guy Garvey - Courting The Squall (Guy Garvey präsentiert sein erstes Solo-Album -Courting The Squall-. Neben zahlreichen Stücken, die der Elbow-Frontmann im Alleingang aufnahm, holte er sich auch Unterstützung von einigen seiner Lieblingsmusiker, wie Pete Jobson, Nathan Sudders, Ben Christophers oder Alex Reeves. Dabei gab Garvey jedoch nie das Zepter aus der Hand, sondern bemühte sich ganz allein seine Vision und seine Gefühle zu vertonen. Das Album basiert, so der Musiker, auf Einflüssen und Ideen, die einfach nicht ins Elbow-Universum passen. Auf -Courting The Squall- hat Guy Garvey ein Groove-Gerüst gestrickt, sich von der Musik Manchesters, von Tom Waits und David Bowie, von Trip Hop und Kirchenhymnen inspirieren lassen. Es sind schon noch einige Elemente von Progressive-Rock und emotional aufgeladenem, teils bombastischem Indiepop erkennbar, wie man es von der 1990 gegründeten Band aus Manchester kennt. Doch schon im Opener -Angela's Eyes-, der von einer nervösen Funkgitarre im Stil der Talking Heads angetrieben wird, finden sich neue Facetten. Der anschließende Titelsong ist melodisch nicht so weit weg vom Elbow-Kosmos, mit seiner dominanten Harfe und ansonsten reduzierter Instrumentierung aber doch irgendwie anders. -Harder Edges- lebt von einem satten Bass-Groove, und -Unwind- ist trotz seines monotonen Drumbeats einer der Höhepunkte des Albums, weil der Song über fast sechs Minuten eine enorme Sogwirkung erzielt und die Gitarre von Garvey-Kumpel Pete Jobson einfach wunderbar klingt. Garvey sagt über die Lieder seines mit guten Musikerfreunden eingespielten Albums, sie würden -einfach nicht ins Elbow-Universum passen-. Bei der schönen Klavierballade -Juggernaut- darf man das bezweifeln, in -Yesterday- (kein Beatles-Cover) sind wieder Prog-Tendenzen erkennbar. Doch danach erstaunt -Electricity-, ein nostalgisches Jazz-Stück im Stil der 50er Jahre, das Garvey zusammen mit einer Jolie Holland im Billie-Holiday-Modus singt. Und -Belly Of The Whale- lässt erkennen, dass der Sänger auch Tom Waits und David Bowie verehrt. Sprechgesang und fette soulig-jazzige Bläsersätze - da wird mancher Elbow-Fan die Stirn runzeln. Noch mehr Gebläse, diesmal im Südstaaten-Soul- und Gospel-Stil, offeriert -Broken Bottles And Chandeliers-. So wächst -Courting The Squall- mit jedem neuen Stück zu einer der großen Überraschungen dieses Pop-Herbstes heran. Ein Soloalbum mit sehr eigener Note: Danke, Guy!)

CD Tipp des Monats: Teresa Bergman - Bird of a Feather (Beim Teresa Bergman Trio groovt sogar die Melancholie. So stand es in einer Konzertkritik. Und das trifft es auf den Punkt. Mit Bassist Frank Schulze und Schlagzeuger Alex Skoczowsky hat die Neuseeländerin aus Berlin den Folk mit Jazz und Funk fusioniert. Auf der Bühne und auf ihrem neuen Album -Bird of a Feather-. Eine schwungvolle und musikintelligente Liaison, die man bisher so nur von Ani di Franco, Sophie Hunger oder Wallis Bird kannte.-With a twist of nearly everything- schmückt sie ihren Sound zudem mit Inspirationen aus Blues, Barjazz, Scat, Swing, Soul, Chanson, Kabarett und Musical aus. Diese spielerische Vielseitigkeit in der Musik und der Performance, gerne mit glitzernde Pailletten und Charleston-Tanzschritte, wirkt ansteckend auf jedes Publikum. Authentisch, ungekünstelt, intim sind die Auftritte der Wellingtonerin, facettenreich ihr Storytelling, immer mit einem optimistischen Grundton. Laute und leise Töne. Daher wundert es nicht, dass Sie in der vor Talenten platzenden Stadt Berlin, längst keine Unbekannte mehr ist.)

CD Tipp des Monats: Emilie & Ogden - 10000 (Der Name steht für das faszinierende Zusammenspiel einer jungen Sängerin aus Kanada und ihrer Harfe. Mit ihrer feenhaften Stimme, die an Kate Bush erinnert, verzaubert sie im Einklang mit ihrem Instrument zu trockenem Schlagzeug und Bassklängen und legt damit ein ganz entspannt, modernes Indiedebut hin.)

CD Tipp des Monats: Chloé Lévy - Dust (Extrem nah, intim…und doch mit erhabener Größe! Der Kirchenraum und die Musik von Chloe Levy treten in einen Dialog und erzählen uns eine besondere Geschichte. Inspiriert von der mittelalterlichen Komponistin Hildegard von Bingen, findet die Sängerin auf ihrem neuen Album -Dust- zu einem besonderen und sehr innigen Ausdruck. Ihre stets sich in Bewegung befindliche Stimme behält mit und ohne Wörter einen durchgehenden Puls, getragen von den rhythmischen Klängen der Kalimbas. In einer Mischung aus eigenen Kompositionen und Arrangements von Jazz Standards, dabei raffiniert doch sehr intuitiv auf den kleinen Kalimba-Instrumenten sich selbst begleitend, nimmt uns Chloe Levy mit auf eine so anrührende wie spannende musikalische Reise!)

CD Tipp des Monats: The Robert Glasper Trio - Covered (Vom Jazz zur Black Music und wieder zurück! Mit seinen beiden letzten R'n'B- und HipHop-orientierten -Black Radio--Alben gelang Blue-Note-Pianist Robert Glasper der kommerzielle Durchbruch und Gewinn zweier Grammys. Auch bei den Kritikern der unterschiedlichsten Lager feierte er mit den Alben voller namhafter Black-Music-Gaststars einen Riesenerfolg. Jetzt kehrt er zu seinen Wurzeln im akustischen Trio-Jazz zurück, wiedervereint mit Bassist Vincent Archer und Schlagzeuger Damion Reider, mit denen er seine beiden ersten Blue-Note-Alben aufgenommen hatte. Allerdings ist auch hier die Pop-Musik nie weit entfernt, interpretiert Glasper doch u.a. Songs von Kendrick Lamar, Musiq Soulchild, John Legend, Bilal, Radiohead und Joni Mitchell. Die Aufnahmesession fand live und vor Publikum im berühmten Studio A von Capitol Records in Hollywood statt, was dem Album eine relaxte Live-Atmosphäre verleiht. Auf seinem irritierend genialischen neuen Werk jongliert Glasper mit Atmosphären wie ein Zirkusartist mit brennenden Fackeln, er entschleunigt manche Vorlage bis zur Zeitlupe, um dann zunächst unmerklich, auf einmal aber fast halsbrecherisch Tempo zu machen. Sein Piano ist ein erzählerisches, beinahe lyrisches, das die fehlenden Vokalisten meist mehr als nur ersetzt.)

CD Tipp des Monats: Christina Lux - Embrace Live  (Auf Embrace gibt es, außer zehn ihrer aktuellen englisch sprachigen Songs, auch vier neue Titel in deutscher Sprache in einer Live Version zu hören. Die komplett deutschsprachige Studio CD soll in 2016 folgen. Nach sechs Solosongs in der ersten Hälfte der CD, auf denen man Christina Lux' innige Nähe mit ihrer Gitarre belauschen kann, wird sie in der zweiten Hälfte von Bodek Janke begleitet. Ein intensiver Austausch zweier Musiker, die sich ganz und gar aufeinander einlassen. Unüberhörbar die Freude am Zusammenspiel. Der polnische Schlagzeuger und Percussionist Bodek Janke wuchs in Deutschland auf. Er lebte und studierte in New York und studierte dort u.a. auch Tabla bei Pandit Samir Chatterjee. Er lebt inzwischen in Berlin. Ein intuitiver und begnadeter Musiker. Einer, der sich mit seinem Musikerherz tief auf Lux Musik einlässt. Und genau das ist hörbar und spürbar. Eine Umarmung von einer berührenden, großartigen Stimme mit spannenden Einsichten und einer weiten Musik zwischen Soul, Jazz, Songpoesie und Weltmusik. Lux Musik leuchtet!)

CD Tipp des Monats: Melody Gardot - Currency Of Man (Der Soundtrack der Menschlichkeit! Mit ihrem neuen Album -Currency Of Man- hat sich Melody Gardot ein hohes Ziel gesteckt. Sie möchte ihre Eindrücke über den Zustand der Menschlichkeit unserer Zeit in Worte und Musik packen und uns damit konfrontieren, dass das Menschenwürde und der Wert jedes einzelnen das höchste Gut ist. Zusammen mit dem Produzenten-Star Larry Klein schuf Melody Gardot für -Currency Of Man- einen musikalischen Kosmos aus durchgängigen Erzählsträngen und einer stringenten musikalischen Linie. Noch mehr als in ihren bisherigen Alben lohnt es sich, der Sängerin zuzuhören und die ›Währung der Menschheit‹ in sich nachklingen zu lassen. -Currency Of Man- ist Statement, Experiment und ein typisches Melody-Gardot-Album. Was Melody Gardot mit -Currency Of Man- gelungen ist, darf getrost als ein fragiles Wunderwerk bezeichnet werden!)

CD Tipp des Monats: Lúisa - Never own (Die angenehm ruhige Akustikmusik von lùisa holt euch mit ihren eingehenden Melodien ab, die optimal ergänzt werden durch ihre ausdrucksstarke, raue Stimme. Dabei wird der Einfluss vieler verschiedener Musikrichtungen deutlich, woraus ein bunter Mix aus Pop, Folk, Trip Hop und Elementen von Electro entsteht. Alles in allem ist -Newer Own- ein rundes Album, auf dem jeder Song seinen Platz verdient hat und sowohl von innen wie auch außen einfach schön ist. Lùisa lädt uns ein, 46 Minuten dem Alltagstrubel zu entfliehen und je mehr man sich reinhört, desto mehr lernt man es zu schätzen. Eine Platte, wohl nicht gemacht, um einer breiten Masse zu gefallen, sondern die eher als persönliches Statement anzusehen ist. Wer sich darauf einlässt, wird wohl schnell Freude dran finden und bekommt Lust auf mehr.)

CD Tipp des Monats: Katja Werker - Blackbox (Mit -Blackbox- ist eines der wichtigsten Alben in Katjas Diskografie erschienen: Sie erfüllte sich Ihren Lebenstraum und reiste, ganz alleine, in die REAL WORLD STUDIOS nach England, bekannt durch ihren Gründer Peter Gebriel. Dort traf sie nicht nur Van Morisson, der im Studio nebenan an einer neuen CD arbeitete, sondern nahm auch erstmals seit 2009 wieder ein komplett englischsprachiges Album auf. Engineer dieser Session, bei der Katja mit Oli Jacobs an Peter Gabriels original Boesendorfer Flügel u.a. -Mercy Street- aufnahm, war kein geringerer als Producer - Legende Stuart Bruce, der unter anderem Toningenieur der ersten LIVE AID Single war und, ansäßig im eigenen Tonstudio nur einen -Steinwurf- von den Real World Studios entfernt, bereits mit vielen bekannten Größen gearbeitet hat. Diese Aufnahmen sind ein Meilenstein in Katjas künstlerischem Schaffen!)

CD Tipp des Monats: Sophie Hunger - Supermoon (Die Unnahbare, die Geheimnisvolle, die Aggressive. Wer sich der die schweizer Sängerin und Musikerin Sophie Hunger nähern möchte, sollte ihre Platten hören und ist womöglich hinterher auch nicht klüger. Der Zuhörer sollte sich an ihre Songs herantasten, ihnen Zeit geben und ihren Inhalten immer wieder aufs Neue nachspüren, um die ganze Kunstfertigkeit, Feinsinnigkeit und Emotionalität ihrer Songs zu erfassen. Mit ihrem aktuellen Werk -Supermoon- setzt sie ihren Weg unbeirrt fort. Dabei klingt es einerseits wie ein Neuanfang, den sie nach kreativer Pause in Angriff genommen hatte, andererseits ist es die konsequente Fortführung ihres eigenwilligen Stils. Ein Stil, der Chanson, Folk, Elektro, modernen R&B, Jazz und Pop in Singer/Songwriter-Kunst überführt und zwar so, dass die Genres wie selbstverständlich ineinanderfließen und ein großes Ganzes entsteht.)

CD Tipp des Monats: Qeaux Qeaux Joans - The Ritual (Überall, wo sie auftaucht, hinterlässt sie mit ihrer wandelbaren, intensiven Stimme ein begeistertes Publikum. Dominierten bei -No Man's Land- die alternativen Rhythm&Blues-Sounds, wird -The Ritual- im Zeichen eines umfassenden Crossover-Ansatzes zu einem modernen und vielschichtigen Popwerk. Strömende Streicherflächen, elegisch-minimalistische Pianoparts, mehrstimmige Gesangspassagen sowie brodelnde Drums und Elektro-Beats erzeugen eine unwiderstehliche Sogwirkung: Dieses Album ist filmisch, dunkel und dramatisch. Es ist diese ausdrucksstarke, überaus präsente Erscheinung, dieser betörend sehnsuchtsvolle Gesang und die Fähigkeit, ihre Gefühle in Atem, Töne und Klänge zu übertragen - Qeaux Qeaux Joans lebt die Schönheit und Kraft der Musik. Ihre wandelbare Stimme zieht mal brüchige, verletzliche Register und strahlt dann wieder kraftvoll über allem. Die neuen Songs entstanden in einer fünfmonatigen Rückzugszeit und machen -The Ritual- zu einer Ode an den immerwährenden Kampf widerstreitender Emotionen und die Verarbeitung innerer Konflikte. Voller Intensität formt Qeaux Qeaux Joans Elemente aus Pop, Neoclassical und Electronica zu mitreißenden Klangwelten.)

CD Tipp des Monats: Villagers - Darling Arithmetic (Darling Arithmetic ist das bislang vielleicht intimste Album von Villagers und man muss es wohl als eine logische Konsequenz verstehen, dass Conor O'Brien dafür einen anderen Weg eingeschlagen hat. Geschrieben, aufgenommen und produziert wurde das Album im Alleingang in seinem Haus nördlich von Dublin. Die Instrumentierung ist spärlich, Klavier, Gitarre und Mellotron sind zu hören. Die Lyrics kreisen um das große, vielleicht das einzige Thema der Menschheit: Die Liebe. Darling Arithmetic ist eine schöne Überraschung!)

CD Tipp des Monats: The White Birch- The Weight Of Spring (The White Birch veröffentlichten zwischen 1998 und 2005 vier tolle Alben. Das Norwegische Trio benannte sich damals nach dem gleichnamigen Albumtitel der Slow-Core Helden Codeine und spielte im Sommer 2006 ihr letztes Konzert auf einem Polnischen Festival. Danach war Schluss, Ola Fløttum gab die Band aber nie auf. In den letzten neun Jahren richtete er sich ein Studio im heimischen Keller in Oslo ein, komponierte Filmmusiken und sammelte Ideen für The Weight Of Spring. Fløttums Stimme steht bei den neuen Songs mehr im Vordergrund als früher und wird umrahmt von Streichern, Klavier, Gitarre und einem Sammelsurium an Ambient-Geräuschen und Field-Recordings. Dabei wurde er von diversen klassisch ausgebildeten MusikerInnen unterstützt, trotzdem ist The Weight Of Spring quasi ein Solo-Album von Ola Fløttum: er lässt uns beim Hören in seine introvertierte Seele schauen. The Weight Of Spring ist ein tieftrauriges Album, trotzdem funkeln vereinzelt Lichtstreifen am Horizont auf, die das Herz zutiefst erwärmen. Neben Dakota Suite sind The White Birch die beste existierende Slow-Core Band und The Weight Of Spring ist ein bemerkenswertes Comeback.)

CD Tipp des Monats: JOSÉ GONZÁLEZ - VESTIGES & CLAWS (Keine Dunkelheit, nirgends: Songwriter José González kehrt mit einem wunderbar kontemplativen Folkpop-Album zurück. Geht man von der Hypothese aus, dass Musik auch als Abbild künstlerischer Gefühlswelten gelten darf, dann scheint es José González heute erheblich besser zu gehen als Mitte der Nullerjahre - lag dem brillanten Debüt VENEER (2005) doch eine Dunkelheit zugrunde, die nicht selten an Schmerzensmänner wie Jackson C. Frank oder Nick Drake denken ließ. Mit VESTIGES & CLAWS schließt José González nun da an, wo er als Solokünstler vor acht Jahren mit IN OUR NATURE aufgehört, und dann mit seiner Band Junip weitergemacht hat: Er rückt heraus aus der Dunkelheit, hinein ins Licht. Da sind keine Wunden, keine Lovestains mehr, die er mit Kreidestimme zu Moll-Akkorden besingt. Da ist jetzt vielmehr eine Tiefenentspanntheit, die sich in Form einer verstärkten Verlagerung aufs Perkussiv-Rhythmische und eines Flirts mit synkopierten afrikanischen Blues-Spielarten à la Ali Farka Touré zeigt. Komplett in González' Wohnung in Göteborg aufgenommen und produziert, spielt sich all das natürlich im rein akustischen Kontext ab: Geklopft wird auf den Korpus, geklatscht wird mit den Händen, dezent bassgegroovt wird mit der tiefen E-Saite. Es ist ein zurückhaltender und doch betörender Sog, den diese Stücke entwickeln, wenn sie uns mit verhaltener Euphorie und großer Ruhe begegnen. Klänge sind das, die wir in Zeiten digitaler Reizüberflutung so nötig haben wie fließend Wasser. Quelle: Musikexpress)

CD Tipp des Monats: Ghostpoet - Shedding Skin (Ejimiwe alias Ghostpoet hat sein eigenes Feld bestellt und beackert es auf diesen zehn neuen Tracks allenfalls mit einem erweiterten Fokus, beobachtend, reflektierend mit diesem weichen, fließenden Sprechgesang. Das Album entstand mit Ejimiwes Live-Band und einer Schar von prominenten Gastvokalisten, im Studio waren u.a. die belgische Jazzsängerin Mélanie De  Biasio und Paul Smith von Maxïmo Park. Beides kommt dem Sound von Ghostpoet deutlich zugute. So organisch klang die Musik des Briten nigerianischer und  dominikanischer Abstammung selten, die Farben der Stimmen lassen den Soul-Jazz in seinem elektronischen Futteral richtig schillern! Quelle: Musikexpress)

CD Tipp des Monats: Asaf Avidan - Gold Shadow (Seine außergewöhnliche Stimme, die in der internationalen Presse treffend als -Naturgewalt- bezeichnet wird, ist sein bekanntestes Merkmal: Singer-Songwriter und Ausnahmemusiker Asaf Avidan feiert weltweit Erfolge und tourt seit Jahren regelmäßig in restlos ausverkauften Konzerthallen. Nun veröffentlichte er am 23. Januar mit -Gold Shadow- sein langersehntes neues Solo-Album. -Gold Shadow- ist ein Klagelied, das eine Beziehung zu Grabe trägt, noch bevor diese überhaupt zu Ende ist. In musikalischer Hinsicht ist dieses Album sehr abwechslungsreich. Manche Songs sind eine Hommage an den Pop der 50er, andere verneigen sich vor dem Big-Band-Jazz der 30er. Folk-Balladen im Stil der 60er treffen auf Blues-Dramen und üppige Synthesizer aus dem Jahr 2014. Die Inspirationen kommen von Bing Crosby, Billie Holiday, Howlin' Wolf, Serge Gainsbourg, Dinah Washington, Leonard Cohen, Bob Dylan und Bob Marley - ganz egal. Es geht allein um die Geschichte, die erzählt werden muss. Asafs Texte und seine Stimme sind der Leim, der all das zusammen hält. Sie erzählen die herzzerreißend ehrliche Geschichte der letzten Augenblicke einer vergehenden Liebe.?Ein außergewöhnliches Album und ein erstes Album für einen Platz in der Jahresbestenliste 2015!)

CD Tipp des Monats: Jamaram - Heavy heavy (Die achtköpfige Reggaeband JAMARAM aus München und 5 Musiker der ACOUSTIC NIGHT ALLSTARS aus Zimbabwe in einer wunderbaren Zusammenarbeit brennen ein Feuerwerk von stimmungsvoller perkussiver Musik ab. Bewegend!)

CD Tipp des Monats: Joni Mitchell - Love has many faces (Eine von der Musikerin selbst in langer Vorbereitung akribisch zusammengestellte Retrospektive zum (Neu-) entdecken. Zeitlos und absolut empfehlenswert!)

CD Tipp des Monats: She Keeps Bees - Eight Houses (She Keeps Bees, aus Booklyn, sind die Singer/Songwriterin,Gitarristin Jessica Larrabee und Schlagzeuger/Produzent Andy LaPlant. Ihr Ausgangspunkt war ein roher, soulful Bluesrock, in der Presse wurden, je nach dem, Vergleiche zu Patty Smith, White Stripes oder Cat Power gezogen. Mit dem neuen -Eight Houses-, haben She Keeps Bees ein eindringliches Album erschaffen, von zeitloser Schönheit. Die 10 Songs darauf schwelgen in der rohen Kraft des Subtilen. Ruhe und Raum finden sich hier auch im kontrollierten Chaos, wenn Larrabee's Gitarrenriffs krachen und über La Plant's stoische Beats schwappen. Dann wieder sind Ihre Kompositionen knapp koloriert, mal mit hageren Piano Linien, mal mit ein paar Bläsern, die sich kurz aus dunstigen Ecken erheben, eine warm rollende Orgel wischt durchs Bild, ein Synthezier zirpt fern. Das Album lebt von Understatement und Spannung, dunkel, bewegend, kraftvoll, erlösend. Ganz im Mittelpunkt steht Jessica Larrabee's Stimme lakonisch, von kraftvollem Ausdruck.)

CD Tipp des Monats: Ani Di Franco - Allergic to water (Verhaltene Stimmungen in einem seltenen Mix aus Funk und Folk statt treibender Wut und heftiger Anklagen. Man kann Ani di Franco nicht vorwerfen, dass sie sich nicht entwickeln würde. Nur fordert ihre raffiniert gearbeitete Musik, die sich überlagernden, schwimmenden Rhythmen nun mehr Aufmerksamkeit, um sie zu erfassen. Zumindest ist sich die Songschreiberin des Wertes ihrer Arbeit bewusst. Die CD ist, wie immer bei Di Franco, in ein höchst elegantes Cover verpackt, das Booklet aus geprägtem Papier nimmt man äußerst gern zur Hand. Damit das wieder in die Hand nehmen und mehrfach auflegen Spaß macht … -Allergic To Water-, das jüngste Studio-Album der Independen-Künstlerin ist beim Label -Righteous Babe- erschienen. Das brandneue, spannende und selbstproduzierte Album spielt mit abstrakten Rhythmen, verhaltenen Schwingungen und Tönen die sich konstant verschieben und Spielraum für Improvisation geben. Wundervolle, oftmals leise Songs, die sich dem Hörer erst nach und nach erschließen.)

CD Tipp des Monats: Ida Gard - Doors (Ida Gard geht gerne ihren eigenen Weg. Dieser ist geprägt von Selbstbestimmung, Eigenständigkeit und dem Mut, sich auch mal gegen die aufzulehnen, die vermeintlich immer alles besser wissen. In dem Song -In Case You Haven't Heard- rechnet sie mit ebenjenen Leuten der Plattenindustrie ab, die einem Alles versprechen, aber nichts halten. Ob groovender Gitarrenpop, Singer/Songwriter-Folk , crunchiger Indierock oder viel Synthie-Pop: Ihre volle Stimme passt immer, mal glasklar, dann wieder leidend, mal schelmisch jauchzend, mal mit breiter Brust und selbstbewusst. Ida Gard erfreut mit einem erfrischenden Pop-Album, das zudem mit humorvollen Texten aufwartet. (Kai Butterweck))

CD Tipp des Monats: Distance, Light & Sky - Casting Nets (Zeitlos und erhaben kommen die Songs von Distance, Light & Sky daher. Ihr Debütalbum nahm die Band um Chris Eckman in den analogen Prager Sono Studios auf. Eckman knüpft mit seinem Songwriting an die besten Zeiten der Walkabouts an, wobei das hier kein weiteres Solo- oder Seitenprojekt des Amerikaners ist, im Gegenteil: Distance, Light & Sky sind eine Band, eine Einheit. Zu Eckman gesellen sich die niederländisch-britische Singer-Songwriterin Chantal Acda, die 2013 mit dem Album -Let Your Hands Be My Guide- für Furore sorgte. Dritter im Bunde ist der belgische Percussionist und Komponist Eric Thielemans. Auf -Casting Nets- herrschen die ruhigen Töne vor. Akustikgitarre, Piano, Percussion und Basstöne bilden die hauptsächliche Instrumentierung. Nuanciert, detailreich und geprägt von drei unterschiedlichen Charakteren, entwickelt sich eine wohltuende Spannung, melancholisch und doch stets mit optimistischem Unterton. Distance, Light & Sky eröffnen neue Horizonte, ziehen einem die Grauschleier des Alltags von den Ohren und erfüllen nicht nur die Herbst- und Winterabende mit wohliger Wärme. (indigo))

CD Tipp des Monats: Jacob Karlzon - Shine (Auf -Shine- führt Karlzon konsequent den Weg fort, den er mit seinem 2012 erschienenen ACT Debüt -More- eingeschlagenen hat. -Aber dieses Mal wollte ich noch einen Schritt weiter gehen. Die Platte bedient sich noch stärker der Produktionsmethoden des Pop und bezieht noch mehr unterschiedliche Ästhetiken ein, um den Charakter der einzelnen Songs hervorzuheben, ohne einen runden, schlüssigen Gesamtcharakter aus den Augen zu verlieren.--Leuchten- ist das zentrale Motiv in Karlzons neuem Werk:-Aus musikalischer Sicht durchzieht das ganze Album ein sich ständig veränderndes Leuchten. Dieses variiert von der Morgensonne und dem Licht des Frühlings bis zum bittersüßen Schein des Abends, des Herbstes und Winters. Ich hoffe auch, dass diese Musik jeden einzelnen Hörer in seinem täglichen Leben ein bisschen zum Leuchten bringt. Ich wünsche mir, dass Menschen meine Musik in ganz verschiedenen Situationen hören, dass sie zu ihr tanzen, sich entspannen oder sie ganz konzentriert hören.-)

CD Tipp des Monats: Lucinda Williams - Down Where The Spirit Meets The Bone (Mit -Down Where The Spirit Meets The Bone- - alleine der Titel ist schon Grammy-würdig - setzt Lucinda Williams jetzt einen weiteren 2-CD-Meilenstein. Ein kantiges, wuchtiges, facettenreiches Ding. Nichts für den schnellen Moment, man sollte sich mit dem Album Zeit lassen und den Songs Zeit geben, bis sie ihre Wirkung entfalten... Fazit: Zwei CDs, 20 Tracks, jede Menge starker Songs im Grenzfeld zwischen Blues-Rock, Soul und Country. Seit -Car Wheels On A Gravel Road- war Lucinda Williams nicht mehr so gut wie hier. Text: Gunther Matejka)

CD Tipp des Monats: Tokunbo-Queendom Come (Bekannt geworden als Frontfrau der Soul-Band Tok Tok Tok und mit fünf German Jazz Awards geadelt, betritt TOKUNBO als ‚Queen of Folk Noir' mit ihrem Solodebüt dunkelschönes Neuland. Auf ihrem Solodebüt -Queendom Come- zelebriert Tokunbo die Liaison ihrer außergewöhnlichen Stimme mit dunklen Gitarrenklängen und reduzierten Arrangements. Mit einer Auswahl handverlesener Ausnahmemusiker hat sie ein ungewöhnlich organisches Album geschaffen, das gekonnt in die Kerbe zwischen zeitgemäßem Pop und 60's Vintage-Sounds schlägt.)

CD Tipp des Monats: Melanie De Biasio - No real (Nur sieben Stücke in gut 33 Minuten umfasst das neue Album der Belgierin Melanie De Biasio. Aber diese sieben Lieder haben es in sich. Zusammen könnten sie den atmosphärischen Soundtrack für einen düsteren, verregneten Thriller bilden. -No Deal- verbindet so mühelos 50er-Jahre-Jazz und stark abgedunkelten Songwriter-Pop, dass Vergleiche mit Billie Holiday oder Nina Simone, aber auch den großen Eighties-Chanteusen Anna Domino und Tracey Thorn nicht zu weit hergeholt erscheinen. Lange Instrumentalparts mit Querflöte (von De Biasio selbst gespielt), Klavier, Besen-Drums und Keyboard-Drones umspielen ihre sinnliche Altstimme. Wohlfühlstimmung lassen die Sängerin und ihre dreiköpfige Band bewusst nicht zu. Auf wunderbar rauchige Balladen wie den Opener -I Feel You- oder den Titelsong folgen unbehagliche Passagen, die an exquisite Filme wie -Fahrstuhl zum Schafott- erinnern. Das minimalistische Covermotiv (De Biasios Gesicht im Halbschatten) und die knappe Laufzeit des Albums (soll an die Abspielgeschwindigkeit einer klassischen Vinylplatte von 33 1/3 Umdrehungen pro Minute erinnern) belegen den traditionsbewussten Ansatz von -No Deal-. Der Brüsseler Musikhochschul-Absolventin ist mit ihrem zweiten Werk eine äußerst geschmackssichere, feinfühlige Verknüpfung von Tradition und Moderne gelungen.)

CD Tipp des Monats: Flip Grater - Pigalle (Ihrer melancholischen Grundstimmung ist Flip Grater auch auf ihrem vierten Album treu geblieben, ihren kargen Akustikgitarren-Sound im Midtempo-Bereich aber hat sie mit Trompete, E-Gitarren, Piano und Mandoline aufgepeppt, ohne sich aber in einer neuen Üppigkeit zu verlieren. Und ein französisches Chanson-Album ist es auch nicht geworden. Manchmal ist -Pigalle- geradezu düster geraten, wie bei ihrem Teufelsritt -Diggin For The Devil-, der ganz nah an Nick Cave dran ist. Aber auch von Veränderung und Aufbruch ist die Rede, auch wenn ein Song wie -The Quit- nicht wirklich mit bunten Farben gemalt ist. Und wer auf klagende Trompeten steht, ist bei -The Smell Of Strangers- genau richtig. Und die Liebe: -To The Devil- verheißt da nichts Gutes. Eine gewisse Sehnsucht scheint Flip Grater immer im Herzen zu tragen, auch wenn die Neuseeländerin in Paris vorerst heimisch geworden ist, ohne sich dabei aber von ihrer neuseeländischen Heimat ganz verabschiedet zu haben. Das alles scheint ihr jedoch gut zu bekommen, denn -Pigalle- ist ihr mit Abstand reifstes und abwechslungsreichstes Album - eine herrliche Elegie in Moll zwischen Folk und Alternative-Country.)

CD Tipp des Monats: The DeSoto Caucus - The DeSoto Caucus (Die vier Dänen aus Aarhus sind seit Jahren die Band von Howe Gelb, mithin die europäischen Giant Sand, fungieren außerdem u.a. als Band für Isobel Campbell und Mark Lanegan, sowie Kurt Wagner oder Scout Niblett und sind als Nive Nielsen's Deer Children oder mit Plastic Horse auf Tour. Aber neben ihrem Ansatz -to play with anyone interesting around- sind sie als The DeSoto Caucus - ebenso seit Jahren - ganz sie selbst. Mit eigenen Songs, die ihre Einflüsse widerspiegeln, die aber nicht nur nach Joshua Tree, Wüste oder Sessions am Lagerfeuer klingen, sondern vielschichtig und in ihrer unprätentiösen Brillanz atemnehmend sind. Zum über allen Zweifel erhabenen Songwriting gesellt sich höchste musikalische Akkuratesse, einhergehend mit einer lässigen Chuzpe, für die es keinen anderen Begriff als -cool- gibt. Komplexe Grooves und coole Gitarren in einer zeitlosen Vintage-Klanglandschaft - The DeSoto Caucus verbinden Geschmack, Stil und Kennerschaft. Die Jungs wissen was sie tun. Und das tun sie begeisternd! -The DeSoto Caucus-, ihr selbstbetiteltes drittes Album, erscheint bei Glitterhouse am 11. April 2014.)

CD Tipp des Monats: ELBOW - THE TAKE OFF AND LANDING OF EVERYTHING (Kein schwacher Moment ist hier zu finden, nur große Songs. -My Sad Captains-, der Abschied von alten Saufkumpanen, ist mit seinen Trompeten, Handclaps und Orgelpfeifen so etwas wie das bittersüße Herzstück des Albums, -Charge- überrascht mit verführerischen Funk-Untertönen und einem nicht über Ansätze weitergedachten, großen Refrain, während das abschließende -The Blanket Of Night mit der Einstellung verschiedener britischen Parteien zu Immigranten hart ins Gericht geht, auch wenn man das ob der butterweichen, auf einem Meer aus feenhaften Streichern und Soundscapes schwimmenden Arrangierung zunächst nicht vermuten würde. Tatsächlich schaffen es Elbow, sich selbst noch einmal zu übertreffen. -The Take Off And Landing Of Everything- ist ein großes Album in bester Tradition von -Cast Of Thousands- und -The Seldom Seen Kid- - noch eine Spur monumentaler, noch eine Spur eindringlicher, noch eine Spur leidenschaftlicher. Garveys Privatleben verleiht der sechsten Platte der Briten eine weitere Ebene der Bedeutung, mehr Weltschmerz und mehr Erhabenheit. Zehn weitere Songs für die Ewigkeit, möglicherweise das beste Album des Mancunian Quintet!)

CD Tipp des Monats: Neneh Cherry - Blank Project (Mit Neneh Cherrys viertem und neuem Soloalbum -Blank Project- beginnt ein neues Kapitel in der Karriere der 49-jährigen Sängerin aus Schweden. TripHop, HipHop, Pop, Funk, Soul und R 'n' B waren die dominierenden Musikstile auf ihren letzten drei Soloveröffentlichungen. Umso erstaunlicher, dass sich Neneh Cherry nach fast 18 Jahren entschlossen hat, ein avantgardistisches Electronica-Album aufzunehmen. -Blank Project- entstand zusammen mit dem Electro-Duo RocketNumberNine aus London und wurde von Kieran Hebden alias Four Tet produziert. Das Album ist in der Tat eine Abkehr von allem, was man bisher von der Musikerin erwartet bzw. gehört hat. Und dennoch oder vielleicht gerade deshalb ist Neneh Cherry mit -Blank Project- etwas Außergewöhnliches gelungen: ein wuchtiges Comeback mit der intensivsten und persönlichsten Platte ihrer Karriere!)

CD Tipp des Monats: ANDREA SCHROEDER - Where The Wild Oceans End (Andrea Schroeder ist eine Ausnahmeerscheinung unter den deutschen Sängerinnen. Eine Songpoetin, deren Stimme ebenso fesselt, wie ihre lyrischen, oft melancholischen Texte. Mit -Where The Wild Oceans End- legt die Berlinerin nun ihr zweites Album vor, aufgenommen in einem kleinen, wunderbar ausgestatteten, analogen Studio an der norwegischen Atlantikküste, unter der Regie des US-amerikanischen Produzenten Chris Eckman (The Walkabouts, Tamikrest, Midnight Choir). Die Entwicklung, die Andrea Schroeder und ihre Band um den dänischen Gitarristen und Songwriting - Partner Jesper Lehmkuhl in den anderthalb Jahren seit Erscheinen ihres Debüts genommen haben, ist faszinierend. Ohne ihre Wurzeln zu verlassen, haben sie ihr Spektrum deutlich, aber in logischer Konsequenz erweitert. Nach wie vor steht Andreas verstörend - verführerische Stimme im Mittelpunkt, sind die Geschichten, die sie transportiert von tiefer, fragiler Melancholie geprägt, die musikalische Vision ist jedoch deutlich gewachsen. -Where The Wild Oceans End- ist ein Album wie aus einem Guss geworden, es hinterlässt Spuren, berührt die Seele und vermittelt doch ein wohlig-warmes Gefühl tiefster Befriedigung beim Hörer: Der Berliner Song-Poetin ist ein wuchtiges Album voller Drama und Schwermut gelungen, irgendwo zwischen Leonard Cohen, Scott Walker, Nick Cave und Nico, zwischen Desert-Rock, Country, filigranem Folk und Fado-Einflüssen! Rolling Stone)

CD Tipp des Monats: Malia & Boris Blank - Convergence (Noch nie (außer vielleicht bei ihrem ersten Hitsong -Yellow Daffodils-) sang die wunderbare Malia derart lasziv und Nightclub-tauglich. Und noch niemals hat sich Boris Blank so innig auf eine Stimme eingelassen und sein fast schon ungeheuerliches Sound-Repertoire aus drei Jahrzehnten Yello ausgemistet, runderneuert, aufpoliert und überraschender denn je zum Einsatz gebracht. Wie Malia und Blank das Tempo wie eine lange Dünung stets nur leicht anziehen oder ausbremsen, wie beide sich ein schon beim ersten Versuch total selbstverständlich klingendes Klang-Universum geschaffen haben, ist technisch meisterhaft und - noch viel wichtiger - emotional vom ersten bis zum letzten Moment berührend!)

CD Tipp des Monats: LONDON GRAMMAR - If You Wait (London Grammar vollführen einen Seiltanz zwischen Melancholie und Bedachtsamkeit Zurückhaltend, intim und sanft wirken die Arrangements aus Gitarren, feinfühligen Percussion und melodischen Piano-Klängen, die eine wundervolle Koexistenz mit der kraftvollen Stimme von Frontfrau Hannah Reid eingehen. London Grammar vollführen in ihren Texten einen grazilen Seiltanz zwischen Melancholie und Bedachtsamkeit und begegnen uns mit einer elektrissierenden Kraft, der man sich nur schwer entziehen kann. Ohne Frage steht und fällt ihr komplettes Schaffen mit Sängerin Hannah Reid. Um ihre wunderschöne Soprano-Stimme herum baut sich die komplette Platte auf, gewährt ihr stets genügend Platz, ihren unheimlichen, von Schwermut geplagten Zauber zu entfalten. Deswegen untermalen Dot Major und Dan Rothman die Lyrics größtenteils nur mit zurückhaltende Gitarren, sanftem Piano, schweren Streichern oder verschwommenen Beats. Der gut dosierte Einsatz von Hall-Effekten in Instrumental- und Vocal-Parts macht die emotionsgeladene Heimsuchung perfekt!)

CD Tipp des Monats: North - Live (Ihre Instrumentierung ist mal minimalistisch, mal satt, verzerrt oder orientalisch beeinflusst. Der schwere Beat phasenweise treibend, im nächsten Moment bewusst verschleppt. Die Arrangements bisweilen episch, aber dennoch komplex. Getragen werden die Songs stets von jener emotionalen Soulstimme, mit der die zweifache Mutter ihrer eigenen Gefühlswelt mal herzzerreißend-sentimental, mal kraftvoll-rockig und mal durch gedämpften Sprechgesang Ausdruck verleiht. Das Live Dokument zur ersten Solo-CD von ihrer Tournee 2013 ist eine Tour de force von emotionaler Tiefe, getragen von Astrids fantastischer souliger Stimme!)

CD Tipp des Monats: Sophie Hunger :: The Rules of Fire (Ihre Musik ist ebenso vielschichtig: Kunstvoll, feinsinnig, melancholisch, vorsichtig und wütend zugleich, theatralisch, stark und verhuscht. Mit Folk und Jazz, bezaubernd eindringlicher Stimme und meist vorsichtigen Gitarren- oder Klavierklängen mit Ausbruchsgarantie breitet Sophie in vier Sprachen eine Gefühlswelt vor ihren Hörern auf, die nur noch live an Intimität zu übertreffen sind. Mit -The Rules Of Fire- erschien jetzt ein exklusives Live-Deluxe-Boxset der Schweizer Ausnahme-Sängerin als limitierte Deluxe-Edition mit 2 CDs, betitelt mit -The Live- und -The Archives- und einer DVD, dem brandneuen Dokumentarfilm -The Rules Of Fire- des französischen Regisseurs Jeremiah über die Schweizer Musikerin. Die Box erscheint als 48-seitiges Buch (28cm x 28cm) und beinhaltet viele Fotografien und Interviews. Ein Schatzkästchen zum Jahresende nicht nur für die zahlreichen Hungerfans!!!)

CD Tipp des Monats: The Kennedy Suite (The Kennedy Suite is a song cycle that tells the story of the JFK assassination through the fragmented narratives of a series of characters, each of whom experiences the tragedy from their own intensely personal perspective. The recording is a collaboration that combines the original work of Toronto composer and lyricist Scott Garbe as arranged, recorded and produced by Cowboy Junkies along with Andy Maize and Josh Finlayson of Skydiggers. Included on the album are performances by more than a dozen top Canadian artists including Sarah Harmer, Hawksley Workman, Jason Collett, Doug Paisley, Lee Harvey Osmond, The Good Family, Harlan Pepper, Jessy Bell Smith, Reid Jamieson, The Screwed, Martin Tielli, The Potion Kings, Ivy Mairi and more.)

CD Tipp des Monats: The Desoto Caucus - Offramp Rodeo (Die Backing Band von Howe Gelb überzeugt mit eigenen Songs, die ihre Einflüsse widerspiegeln, die aber nicht nur nach Joshua Tree, Wüste oder Sessions am Lagerfeuer klingen, sondern vielschichtig und in ihrer unprätentiösen Brillanz atemnehmend sind. Zum über allen Zweifel erhabenen Songwriting gesellt sich höchste musikalische Akkuratesse, einhergehend mit einem lässigen Chuzpe, für die es keinen anderen Begriff als -cool- gibt. Komplexe Grooves und coole Gitarren in einer zeitlosen Vintage-Klanglandschaft - The DeSoto Caucus verbinden Geschmack, Stil und Kennerschaft. Die Jungs wissen was sie tun. Und das tun sie begeisternd. So begeisternd dass sie jüngst mit weit offenen Armen in der Glitterhouse Records Family Of Music aufgenommen wurden.)

CD Tipp des Monats: Spain - The Morning Becomes Eclectic Session (Mit -The Morning Becomes Eclectic- wird eine US-Radiosession von KCRW aus dem Jahr 2012 präsentiert. Neue Songs wird der Hörer vergeblich suchen, dafür gibt es live im Radiostudio aufgenommene Stücke, die mittlerweile eine Art alternativen Klassikerstatus erreicht haben und die Live-Qualitäten der aus Los Angeles stammenden Band aufzeigen. Zudem wird das Ganze in hervorragendem Klang dargereicht. Die samtwarme Stimme Josh Hadens wird von einem weichen Klangbett getragen, versetzt den Hörer in einen Schwebezustand und erzeugt diese spezielle Magie, die von nahezu allen Spain-Songs ausgeht.)

CD Tipp des Monats: Tindersticks - Across six leap years (Seit gut zwanzig Jahren im Geschäft, mischen die Tindersticks auf -Across Six Leap Years- Bekanntes mit Seltenem. Mit den Song-Überarbeitungen legen Stuart Staples und seine superben Tindersticks eine Art Zwischenbilanz vor.Aufgenommen in den Abbey Road-Studios London, wurde den mal mehr, mal weniger bekannten Nummern ein Live-Charakter ganz ohne Publikum verpasst. Die Songs entfalten eine hypnotische Wirkung, der komplexe Klangkosmos von -Over Six Leap Years- verführt zum wiederholten, gebannten Zuhören. Fabelhafte Musik und CD des Jahres 2013!?)

CD Tipp des Monats: Mazzy Star - Seasons of your day (Hope Sandoval singt, als schwebe sie gedankenverloren durch den Raum. David Roback begleitet sie mit gefühlvoll gesetzten Akkorden. Es steckt aber auch ein Hauch von Euphorie im Opening-Track namens -In The Kingdom-, nicht zuletzt wegen einer sehr präsenten Orgel, die ein Gefühl wie bei einer kirchlichen Trauung aufkommen lässt. Der feierliche Rahmen erscheint angemessen für den Anlass. Mazzy Star sind zurück! Minimalismus ist nach wie vor ein treuer Wegbegleiter von Mazzy Star. Meistens beschränkt sich das Duo auf den Klang von Stimme, Gitarre und vorsichtig rumpelndem Schlagzeug. Melancholische Momente mit eindringlichem Tiefgang. Hypnotisch!)

CD Tipp des Monats: ROBERT COYNE WITH JAKI LIEBEZEIT -The Obscure Department (Staubtrockene Drums von Jaki Liebezeit und Coynes saftiges Gitarrenspiel, das durch die feine Produktion auch schön in den Vordergrund gehoben wird, sind das Fundament dieser eindringlichen Singer/Songwriter Kunst. Dazu gesellt sich die sonore Stimme von Robert Coyne. -The Obscure Department- wird wahrscheinlich wieder nicht das große Publikum erreichen und ein Geheimtipp bleiben. Was für ein Glücksgriff aber für die, die es entdecken!)

CD Tipp des Monats: Dota - Wo soll ich suchen? (Die neue CD von Dota ist ein zwischen Pop, Chanson, Jazz und World angesiedeltes Meisterwerk deutschsprachiger Songwriterkunst voller Gefühl, Intensität und harmonischer Brillanz. Dabei überzeugen kraftvoll rockende Stücke wie -Warten Auf Wind- in klassischer Band-Besetzung ebenso wie das sanft akustische -Hoch Oben-, die betörende, bläsergetragene Nummer -Sommer-, wo das Schlagzeug durch Kartons und einen alten Lederkoffer ersetzt wurde, oder der dunkel rätselhafte Titelsong. Geprägt von ihrer sanft berührenden Stimme gelingt die kongeniale Vertonung ihrer unprätentiös scharfsinnigen Poesie, die es ganz genau nimmt mit den Gefühlen und den Geschichten. Voller sprachlichem Feingefühl setzt sie treffende Worte, lässt sie Bilder entstehen, die sich im Kopf zu einem Film zusammenfügen: dramatisch, melancholisch, spannend und beängstigend - und dann wieder voll unbeschwerter Lebenslust. Lieder, die man nicht wieder aus dem Sinn bekommt!)

CD Tipp des Monats: Moddi - Set the house on fire (Eine Vielzahl von Instrumenten, darunter Gitarre, Akkordeon, Violine, Viola, Piano, Wurlitzer, Drums und Percussion, kommt auf dem ungemein stimmungsvollen Longplayer von Moddi zum Einsatz. Mit -House By The Sea- hat das Album einem glänzenden Song-Diamanten, aber auch Tracks wie das Streicher-verzierte -Run To The Water-, ein Duett mit Kari Kamrud Jahnsen (Farao), das in spartanischem Gewand erstrahlende -For An Unborn-, das von Dynamik-Wechseln lebende Stück -The Architect-, das unter anderem von der Beziehung zu Gott handelt, oder der melancholisch-wehmütige Schlusstrack -Northern Lite- vermögen zu überzeugen und brillieren. Ein rundherum wundervolles Kleinod von Musik!)

CD Tipp des Monats: Lùisa - One youth ago (One Youth Ago, in Eigenregie und mit liebevoll gestaltetem Artwork veröffentlicht: ein charmant-unperfektes und doch enorm eindringliches Debut, das durch Lùisas frische, ungewöhnliche Songs und ihre ausdrucksstarke Stimme überzeugt. Diese ungewöhnlich facettenreiche, rauchige Stimme  passt exzellent zu ihrem unkonventionellen Gitarrenspiel mit dem die 20-jährige Musikerin ihre melodiösen Songs präsentiert. -One Youth Ago- entpuppt sich als vielschichtiges, melodisches und gleichzeitig mitreißendes Werk!)

CD Tipp des Monats: Lloyd Cole - Standarts (Elf erstklassige Songs, in denen sich Lloyd Cole nach dem akustisch-rustikalen Vorgängerwerk wieder der elektrischen Gitarre zuwendet. Ähnlichkeiten zum epochalen -Rattlesnakes- sind sicher beabsichtigt. Die Melodien sind wie meistens bei Cole erlesen (und durchaus selbstbewusst am großen Vorbild Bob Dylan ausgerichtet), die Produktion ist schlackefrei und geschmackvoll, die Stimme des 52-Jährigen wird ohnehin mit zunehmender Reife immer besser (nachzuhören in sensiblen Balladen wie -Myrtle And Rose- oder -Silver Lake-). Wichtigster Trumpf von -Standards- aber sind neben der schieren Klasse der Songs und Arrangements diese zerrenden, sich umschlingenden E-Gitarren. Sie lassen die großen Zeiten des New Yorker Undergrounds der 70er Jahre wieder aufleben - Stichwort Lou Reed oder Tom Verlaine. Lloyd Cole und sein Sohn Will, Mark Schwaber und Matt Cullen sind gemeinsam für das große Sechssaiter-Schaulaufen zuständig, und es klingt fantastisch. Neben der wunderbaren Joan Wasser (Joan As Police Woman) am Klavier sind auch Coles alte Kumpels Fred Maher (Drums), Matthew Sweet (Bass) und Blair Cowan (Keyboards) wieder an Bord - besseres Personal hatte Cole noch nie. Spätestens mit -Standards- gehört er zu den ganz Großen seines Fachs!)

CD Tipp des Monats: Bünger - Besser Scheitern (Die Songs von Bünger sind dunkel aus dem Bauch gefühlt. Sie erzählen von der Bewegung des Lebens, vom Glück des Teilhabens, von den kleinen, feinen Momenten einer Begegnung. Dabei ist er besonders aufmerksam für die Fehler und Schwächen der Abenteurer, Romantiker und Verlierer. Dass er dabei oftmals verwegen, schlotterig und etwas verlebt klingt, mag nicht verwundern: Bünger lebt in Hamburg/ St. Pauli. In seiner Musik vermischt Bünger Einflüsse von Blues, Folk und Chanson. Sein Sound ist schillernd und lebendig: Kontrabass, Ukulele, Banjo, Mandoline, Lap Steel. Seine knarzende Gitarre, die raue, tiefgreifende Stimme kombiniert mit Fingerspitzengefühl für das Besondere im Moment fordern nach einer neuen Qualität des Zuhörens. Hamburger Weltanschauung mit Gebrauchsspuren, handgemachter, satter Klang aus dem Bauch und reifes Gefühl für die musikalischen Zwischentöne. Das ist Bünger. Büngers Sicherheit im Umgang mit dem musikalischen Handwerk ist gereift: Er hat jahrelang Musiker und Menschen interessiert beobachtet, hat genau zugehört und sie studiert. Bünger alias Sven Bünger arbeitet auch als Produzent, Songwriter, Gitarrist und Sänger mit Künstlern und Bands wie z. B. Madsen, Johannes Oerding, Pascal Finkenauer, Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys, Angela Winkler und Mary Roos. Zuvor gründete und produzierte Bünger seine eigene Band Soulounge und war jahrelang Bandgitarrist der Cultured Pearls!)

CD Tipp des Monats: !!!CHK CHK CHK - Thriller (-Das Tempo ist hoch, die Grooves sind unwiderstehlich, der Sound satt, die Basslinien fett. All das zusammen macht THR!!!ER zu einem extrem kurzweiligen Pop-Album.- (musikexpress, Mai 2013). Der an beiden US-Küsten beheimateten Band !!! (gesprochen: chk chk chk) gelingt auf ihrem neuen Album eine lässige Grätsche: Sie feuern nacheinander diverse Singlekandidaten ab in Richtung Tanzfläche, kombinieren sie aber so perfekt zu einem schlüssigen Ganzen, dass ihr -Thr!!!er- auch als Album bestens funktioniert.Neu ist dabei, dass die Dance-Punk-Crew, bekannt für ihre krassen Live-Shows, dieses Mal noch mehr Augenmerk auf die Songtexte und den Aufbau der Songs gelegt hat. Ein unglaublicher Groove!)

CD Tipp des Monats: The Burning Hell - People (The Burning Hell ist das Alter-Ego des kanadischen Singer-Songwriters Mathias Korn und gleichzeitig der Name seiner in loser Besetzung bestehenden Band, aus St. Johns, Neufundland. Ihre schon immer agile Musik, zwischen Folk und Indierock mit einem Schuss Cabaret / Vaudeville-Pop, hat sich hier nochmals gestrafft, ist auf dem neuen Album -People- fester und fetter geworden, die Band präsentiert sich lauter, dichter und emphatischer als je zuvor. Wessen Herz sich für die forscheren Sachen von Mercury Rev, Pavement, Adam Green, Herman Düne, TV Personalities oder Cake erwärmt, sollte dieses Album auf gar keinen Fall verpassen. Inhaltlich ist -People- mit wortreichen Texten ganz dem Titel verpflichtet, -People- - Leute, zu denen gibt's behutsame Beobachtungen und großartige Geschichten. -Angeführt von Sänger und Ukulelist Mathias Kom fegte die Band die Zuschauer nur so weg. Charmant und unterhaltend, die Jungs und das Mädchen von The Burning Hell wollte keiner mehr gehen lassen. (...) energetisch und laut - amüsante Texte, Stimmgewalt, Glockenspiel, Ukulele und Akkordeon - Anhören und ins Herz schließen.- The Junction. de!)

CD Tipp des Monats: Scout Niblett - It´s up to Emma (Emma Louise Niblett, genannt Scout Niblett, ist eine englische Singer / Songwriterin, die in den USA (Portland / Oregon) lebt und nun ihr sechstes Album veröffentlicht. Im Laufe von 46 Minuten und neun Songs brodelt es in Emma, man erlebt mit ihr viele emotionale Stürme und Kaskaden, ihre Songs und Geschichten sind musikalisch und narrativ alinear, werden aber makellos in ihrem unverwechselbaren Songwriting Stil verarbeitet. Dabei ist Niblett auch eine großartige Sängerin, die alle Kontraste und Wendungen ihrer Songs mit vielen Nuancen gesanglich zum Ausdruck bringt. Der Albumtitel -It's Up To Emma- bezieht sich nicht nur auf die inhaltliche Verbindung der Songs, sondern auch auf die Entstehung des Albums - Niblett war beim Komponieren nur auf sich selbst gestellt. -Wenn es überhaupt noch so etwas wie Indie-Rock gibt, dann kommt er von Scout Niblett.- (Rolling Stone, Juni 2013)!)

CD Tipp des Monats: Ofrin - The Bringer  (Über allem thront das Feenhafte, Tranceartige, Zauberhafte von Ofrins Stimme. Es geht los mit Pop, zu dem man sich ein Video mit einer Frau am Strand wandelnd und flatternden Tüchern vorstellt. Man fühlt sich manches Mal an Kate Bush erinnert und ein gewisses esoterisches Ambiente schimmert im weiteren Verlauf der Platte immer mal wieder hervor. -The bringer- entwickelt sich sehr interessant, mit zwischenzeitlich deutlichen Ethno-Anklängen (All I ask) bis es schließlich im Elektro angekommen ist. Tracks wie -One shot song- und der Maschinensound von -Drop & dance- bilden dabei in der Mitte des Albums eine stimmige Brücke zwischen den analogen und elektronische Teilen der Platte. Am anderen Ufer angelangt, findet man sich bei -Sleep alone- und tanzbarer Elektronik wieder!)

CD Tipp des Monats: James Blake - Overgrown  (Zauber der Langsamkeit - Blake gelingt das Kunststück, mit seiner entrückten wunderbaren Stimme digitale Sehnsucht warm und erfüllend, knisternd und rauschend klingen zu lassen!)

CD Tipp des Monats: Nick Cave & The Bad Seeds - Push The Sky Away  (-Push The Sky Away- ist das vielleicht außergewöhnlichste Album der Bad Seeds. Der Longplayer strahlt Natürlichkeit und Wärme aus, ein Werk von subtiler Schönheit.Die Songs haben über ein Jahr hinweg Gestalt angenommen in Nick Caves geliebtem Nolizbuch. Das Notizbuch ist ein analoges Artefakt, doch das Internet ist für Nick Cave ebenso essentiell. Er recherchiert Kurioses via Google, ist fasziniert von exotischen Wikipedia-Einträgen, egal ob sie wahr sind oder nicht. Wie im Worldwide Web weltverändernde Ereignisse, vergängliche Modeerscheinungen und mythisch gefärbte Absurditäten Seite an Seite stehen, davon erzählen die neuen Songs, und sie werfen die Frage auf, wie wir erkennen und beurteilen können, was wirklich wichtig ist. Aufgenommen haben Nick Cave & The Bad Seeds -Push The Sky Away- in Südfrankreich mit Produzent Nick Lanay in einem Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert, dem Sitz des Studios La Fabrique, in dessen Hauptsaal eine riesige Sammlung Schallplatten die Wände ziert. Mit -Push the Sky Away- ist Cave ein prachtvolles, sehr ruhiges Album geglückt, elegant wie frühere Meisterwerke von -The Good Son- bis -The Boatman's Call-. Nach der furchtbaren Midlife-Crisis-Jugendlichkeit seiner Grinderman-Tage steht er offenbar am Beginn eines soliden Alterswerks!)

CD Tipp des Monats: Trixie Whitley - Fourth Corner (Nach Veröffentlichungen und Kooperationen mit Daniel Lanois (Black Dub), Robert Plant, Marianne Faithful, Joe Henry und Marc Ribot (Nouvelle Vague), stellt Trixie Whitley mit -Fourth Corner- ihr außergewöhnliches Talent als Sängerin und Songschreiberin erstmals auch als Solokünstlerin unter Beweis. Ihr Album wurde in NYC mit Produzent/Keyboarder Thomas Bartlett (Antony & The Johnsons, Grizzly Bear, The National), Engineer Pat Dilett (David Byrne, Lou Reed, Mary J. Blidge) und Stringarrangeur Rob Moose (Antony, Bon Iver) aufgenommen. Es vereint - zusammen mit Trixies einzigartiger Stimme - Elemente aus Soul, Blues, Jazz und Folk/Americana zu einer ergreifenden Rock/Pop-Rezeptur voller Seele und Intensität!)

CD Tipp des Monats: LUCID - What It Seems To Be (Inspirierende Duo-, Trio- und Quartett-Konzerte mit Benno Bruschke (Schlagzeug), Lucids langjährigen Kontrabassisten Christian Keul, der Australierin Lucianne Brady (keltische Harfe) und dem virtuosen Perkussionisten Willi Kappich (indische Tabla u.a.) sowie Trompeter Lukas Fink brachten Lucid auf die Idee, alle zusammen ins Studio zu bringen. Im renommierten Frankfurter Art of June -Studio, wo unter anderem Alben des Projekts Re-Jazz eingespielt wurden, kam es im April 2012 zu einer zweitägigen Aufnahme unter Live-Bedingungen; das Finale dazu war ein öffentliches (und natürlich ebenfalls aufgenommenes) Konzert. Das Album präsentiert in ausgewogenem Mix die besten Tracks aus Sessions und Konzert!)

CD Tipp des Monats: I Am Kloot - Let it all in (-Let It All In-, das wie der Mercury Price nominierte Vorgänger -Sky At Night- von Guy Harvey (Elbow) produziert wurde, liefert wieder zehn, meist zurückhaltend akustisch instrumentierte Songs der Güteklasse A, Stücke wie das melancholische -Bullets-, das in polterndem Indierock gipfelt, zauberhafte Balladen wie -Let Them All In- und -Forgive Me These Reminders- sowie leichtfüßig poppiges wie -Mouth On Me-, -Masquerade- und das beatleske -Some Better Day-. ??Und auch wenn es wieder Überraschendes zu entdecken gibt, etwa die opulente Hippie-Fantasie -These Days Are Mine- mit orientalischer Streicherpracht, das an Joy Divisions -Atmophere- erinnernde -Even The Stars- und das epische -Hold Back the Night-, das in einem machtvollen, neoklassischen Streicher-Finale mündet, erscheinen I Am Kloot auch 2013 wie ein alter Freund, den man in- und auswendig kennt, von dessen Geschichten man aber niemals genug bekommt!)

CD Tipp des Monats: Nits - Malpensa (Nits war immer ein besonderer Kunstgenuss. Musik zwischen Kammer Pop, Avantgarde und Alternative Music und machte die mittlerweile als Trio agierenden Musiker zu genreübergreifenden Ästheten der Gilde. In ihrer über nun schon achtunddreißigjährigen Karriere sind sie immer noch unkalkulierbar, kritisch, innovativ und nach dem Stand der Malpensa-Dinge auch zeitlos. Beim vorliegenden Album liegt die Kraft in der Ruhe. Einerseits kann man bei -Malpensa- die Seele baumeln lassen, andererseits braucht die Platte die gesamte Aufmerksamkeit, denn sowohl Songwriting als auch Arrangements sind eine Klasse für sich. Das Trio war und ist verliebt in Details, die es zu entdecken gibt. Es ist schon erstaunlich, wie diese Band mit ihren Sound-Zaubereien immer noch beeindruckt. Die Klangfülle ist zum mit der Zunge schnalzen. Auf einer imaginären Reise von Mailands Flughafen Malpensa über den Tahir-Platz in Kairo, Kölns Hohenzollernbrücke und New Yorks verschwundene Twin Towers inklusive Abstechern nach Bern, Berlin und Wuppertal zeigen die Nits wieder Sinn für effektvoll instrumentierte Songs!)

CD Tipp des Monats: The XX - Coexis (Was -Coexist- zur hervorragenden zweiten Platte der zurzeit wohl besten Band Englands macht, ist das Niveau ihrer noch immer von diesem glasklaren, minimalistischen, fein akzentuierten Gitarrenspiel geprägten Songs, sind ihre federleichten Harmonien und der selbstbewusst-schläfrige Wechselgesang von Oliver Sim und Romy Madley Croft. Während weiterhin Spuren von R&B im Sound von The xx zu finden sind, ist ein vermehrter Einfluss von elektronischer Musik spürbar. In Romys Loop-artigem Gitarrenspiel und den entsprechenden Basslines spiegelt sich dieser Aspekt. Alles in allem ist

CD Tipp des Monats: Elbow - Dead in the boot (Auf dem Album werden sich neben den bekannten B-Seiten, die Elbow während ihrer langen Karriere aufgenommen haben, auch seltene Tracks befinden, die auf keinem Album bisher erschienen sind. Die Geschichte, die das Album erzählt, rückt die Band noch einmal in ein neues Licht. Sie umspannt Tracks von No One aus der EP Newborn (2000) bis Buffalo Ghost, einem Song auf der im letzten April erschienenen limitierten Open Arms 10 inch Vinyl. Dass Craig Potter die letzten beiden Alben der Band (The Seldom Seen Kid und Build A Rocket Boys!) sowohl produziert als auch gemixt hat, kommt nicht von ungefähr. Es waren gerade diese vielen B-Seiten, an denen die Band experimentieren und so ihre Fähigkeiten verfeinern konnte. -Die Band hat schon immer das B-SeitenTerrain geliebt und dies ist nun eine Sammlung unserer Favoriten. Keine unserer B-Seiten sind Album-Ausschuss. Es ist ein anderer Bereich, hauptsächlich aus der Zeit nachdem wir ein Album fertiggestellt hatten und sich alle Bandmitglieder kreativ fühlten. Das gibt Dead in the Boot einen echten Late-Night-Vibe. Meine Schwester dachte sich den Titel aus, nachdem wir Asleep In The Back veröffentlicht hatten. Manche dieser Stücke gehören zu den besten Songs, die wir je geschrieben haben. Es war uns wichtig, dass diese Sammlung ein Album in sich selbst ergibt. Manchen Fans wird es so vorkommen als gäbe es eklatante Versäumnisse, doch diese Songs sind genau in dieser Konstellation perfekt-.)

CD Tipp des Monats: Ed Laurie - Cathedral (Das neue Album von Ed Laurie Cathedral zeigt den Singer / Songwriter, neben seiner Band, auf prozessorientierter Mission: fast nicht geprobt, improvisiert, nur wenige Takes, kein Klick…das Resultat ist eine rohe, emotionale Platte, die weit entfernt von dem ist, was heute produziert wird. Mit einem nominellen Budget machten sich Laurie und Ko-Produzent Richard Neuberg nach Norditalien auf, um die dritte Platte mit der favorisierten Band von Laurie aufzunehmen. Über eine Woche hinweg in der Junihitze nahmen sie ohne Proben auf und verließen sich auf ihren Instinkt. Dabei schufen sie Album von seltener emotionaler Tiefe mit großen, mitreißenden Songs.)

CD Tipp des Monats: Norah Jones - Little Broken Hearts (Verträumte Songs mit bissigen Texten und neuem Soundgewand, genial produziert von und mit dem wundervollen Danger Mouse alias Brian Burton. Hier ist Norah Jones  mit ihrer gewohnt leicht brüchigen Stimme ein kleines Meisterwerk mit coolen Sounds und lässigen Grooves gelungen, das nach mehrmaligem Hören immer wieder kleine neue Facetten aufzeigt. Respekt!)

CD Tipp des Monats: Chloe Charles - Break the balance (Über eine fantastische Stimme verfügt auch die aus Kanada stammende Singer-Songwriterin Chloe Charles. Break The Balance heißt ihr Debütalbum, das durch ausbalancierte Songs im Spannungsfeld zwischen Soul, Folk und Pop besticht. Und das ist schon ziemlich aufregend, was Chloe Charles da Kunstvolles zum Ende des Jahres uns beschert. Als Indie Art Folk bezeichnet sie selbst ihre Musik, die ihr Vergleiche mit Kate Bush, Björk und Joni Mitchell einbrachten. Es ist ein Erlebnis, wenn Chloe Charles mit ihrer Akustikgitarre auftritt, begleitet nur von Geige und Kontrabass, die ihrer ausdrucksstarken Stimme viel Raum geben. Diese drei Instrumente sind auch auf den 14 Tracks von -Break The Balance-, die Basis für Chloe Charles' abwechslungsreiche und leicht melancholische Reise durch Zeit und Raum und die 50er Jahre schwingen bei der stimmgewaltigen Kanadierin mit.)

CD Tipp des Monats: Holly Cole - Night (-Night- ist ein Album als innige Liebeserklärung an die Nacht und ihre Magie. Ein Album für Nachtschwärmer ist es geworden. Wie der Titel vermuten lässt, dreht sich auf Holly Coles neuer CD alles um die Nacht. Dezente Arrangements, eine unnachahmliche Songauswahl, die neben John Barry, Tom Waits und Captain Beefheart Songs auch eine Eigenkomposition umfasst. Stimmlich präsentiert sich die Kanadierin hier von ihrer besten Seite. Und was für eine Wirkung! Verschroben, lieblich, verführerisch, spooky - keine Stimmung bleibt ausgespart. Idealerweise sei Night mit einem Kopfhörer zu genießen. Allein und in nächtlicher Stunde. Das Album ist auch die Wiedervereinigung des allerersten Holly-Cole-Trios mit Aaron Davis (Klavier) und David Piltch (Bass), die von weiteren Musikern begleitet werden.)

CD Tipp des Monats: Malia - Blck Orchid (Malias rauchige, spröde Stimme - ein Gänsehautfaktor. Eine fast schmerzliche Melancholie ist der Grundton im Gemüt dieser Sängerin. Schön und stolz zeigt sie sich auf dem Cover ihres neuen Albums -Black Orchid- - im Profil, mit schwarzen Orchideen in das opulent aufgetürmte Haar geflochten. -Black Orchid- ist gleichzeitig Malias Verneigung vor einer starken Frau und die musikalische Würdigung einer Jazz-Ikone: Nina Simone. Dass der Tribut von Malia sehr getragen daherkommt, dass die Musik hier nun etwas schwerer wiegt als das, was sie auf den Vorgänger-Alben gezeigt hat, zeugt von persönlicher Reife. Mehr Jazz ist in Malias Haus eingezogen, der leichte Soul-Pop hat es verlassen. Ihr neues Album hat sie selbst produziert und die musikalische Ausstattung dabei stark reduziert. Das hier ist fast ausschließlich akustischer Jazz in Slow Motion!)

CD Tipp des Monats: Ron Spielman Trio - Electric Tales (Dieses Album ist eines der selten gewordenen Unikate der Rockmusik: Selbst die Balladen geraten diesem außergewöhnlichen Trio infolge des druckvollen, handwerklich brillanten und wunderbar präzisen Spiels so, dass man als Hörer immer ein, zwei Zentimeter über dem Boden schwebt. Diese Band ist eine wuchtig nach vorne schiebende, hoch veredelte Rock-Maschine mit einem durch unzählige Live-Auftritte gegerbten, faszinierend dicht gewebten und dabei geradezu coolen Sound!)

CD Tipp des Monats: Dillon - This Silence Kills (Dillon heißt eigentlich Dominique Dillon de Byington und kommt aus Brasilien. Dillon entwickelt völlig autark einen ganz eigenen Klangkosmos, irgendwo zwischen Pop und Elektronika oszillierende Sounds in Form von zwölf stillen Songs; ruhig erzählte Pop-Miniaturen, die hin und wieder die Ruhe durchbrechen und wild um sich schlagen, um im nächsten Moment wieder in sich zusammenzufallen. Im Zentrum dieser fragilen Kompositionen steht Dillons Stimme. Die klingt manchmal kindlich und verspielt, manchmal aufbrausend und destruktiv. Tip Tapping ist eine dieser sonderbar reduzierten Miniaturen. Hier wird Dillon eigentlich nur von einer Tuba begleitet. Im Hintergrund sind kaum wahrnehmbare Stimmen und Schritte zu hören, ab und zu spielt das Schlagzeug einen Tusch, bis schließlich ein Chor einstimmt in das Mantra, das von den Geräuschen eines nächtlichen Spaziergangs durch den Park erzählt.This Silence Kills ist ein ungeschminktes und launiges Album, das auch mal nichts zu sagen hat, wie im siebten Song auf dem Album, das ohne Titel und Text auskommt. Und gerade dann, wenn man sich in der düsteren Schönheit der Dillon-Songs im Sicheren wiegt, lauert hinter der nächsten Ecke ganz sicher ein Geräusch, eine Stimme, eine Dissonanz, die einen hinterrücks überfällt und zur Strecke bringt!)

CD Tipp des Monats: Caroline Keating - Silver Heart (.)

CD Tipp des Monats: Andrea Schroeder - Blackbird (Eine raue, verhauchte Stimme, von dezenten Gitarren, Streichern und Orgelklängen unterlegt, so werden wir in das Debut von der Berliner Sängerin Andrea Schroeder und ihrem engstem Mitarbeiter, dem dänischen Gitarristen Jesper Lehmkuhl, hineingezogen, einem Album von unglaublicher Intensität, die Songs hinterlassen Bilder von endlosen Landschaften durchzogen von wunderschönen Melodien auf der Gitarre. Grossartig und manchmal an Patti Smith erinnernd.)

CD Tipp des Monats: Habib Koité & Eric Bibb - Brothers in Bamako (Mit Habib Koité und Eric Bibb treffen zwei Superstars der zeitgenössischen World / Blues-Szene aufeinander. Während der aus Mali stammende Koité, der zu den führenden Vertretern und Innovatoren westafrikanischer Musik zählt, seit Anfang der neunziger Jahre mit seinen anmutig poetischen und gleichsam sozialkritischen Akustik-Klägen begeistert, ist der New Yorker Singer-Songwriter Eric Bibb ein Garant für hochkarätige Bluesklänge akustischer Prägung. Für ihre nun vorliegende Kollaboration

CD Tipp des Monats: Calexico - Algiers (Herzhaft twangende Gitarren, sanft klagende Steel, schmeichelndes Akkordeon, perlendes Tango-Piano, Mariachi-Bläser-Attacken und mitreißende Melodien, die ins Ohr und unter die Haut gehen - das sechste Studioalbum von John Convertino und Joey Burns hat alles, was ein kommender Calexico-Klassiker benötigt - und mehr als das. Die Musiker selbst gestehen, dass sie seit langem mal wieder, wie zu seligen Debut-Zeiten, ganz ohne Zeitdruck und Zwang an den Songs schleifen und feilen konnten. Diese Ruhe und Freiheit fühlt man den Liedern an, atmen sie doch eine Gelassenheit und Weite, die dem Album eine einzigartige Abgehangenheit und Reife verleihen. Egal ob knarz-karger, mexikanisch unterwanderter Folk oder breiter, treibender, uramerikanischer Rock, berührendes Breitwand-Balladen-Epos oder knarzig-karge Klavier-Grüße aus der Giant Sand-Bar, wütende Stürme aus der 16 Horsepower-Wüste oder streicherumsäumt-schwelgerischer Sonnenuntergangs-Country - bei jedem neuen Song spürt man diese eigene Air von gelassener Leichtigkeit, und gepaart mit dem herzhaften Hang zur düster-dramatischen Geste und der mal leise latenten, mal mitreißend akuten Melancholie entstehen Song-Kostbarkeiten, die dauerhaft wirken. Dabei gelingt es Burns und Convertino, auch Calexico-ungewohnte Stil-Haken zu schlagen, passend phantasievolle Klang-Ideen ins Desert-Country-Geflecht einzuwirken und jedes einzelne Stück mit Melodien zu segnen, die bereits bei der ersten zarten Berührung gefangen nehmen und so ein ebenso eingängiges wie süchtig machendes Song-Werk zu schaffen.)

CD Tipp des Monats: Patti Smith - Banga (Patti Smith ist sicher eine der wichtigsten Künstlerinnen unserer Zeit. Entsprechend groß waren die Erwartungen an -Banga-, das neue Studioalbum der einst als -Queen of Punk- bezeichneten Künstlerin, das seine Runden um die großen, die allergrößten Themen der Menschlichkeit zieht: Liebe, Tod, Hass, Sehnsucht. Irgendwo dazwischen hat sie ein Geburtstagsständchen an Busenfreund Johnny Depp versteckt (Nine), eine Meditation über Amy Winehouse untergebracht (This is the girl) und ihr Erschrecken über die Katastrophen in Japan artikuliert (Fuji-san). Herausgekommen ist ein abwechslungsreiches Album, das vor allem eines ist: gute Unterhaltung. Der vielleicht beste Song steht gleich am Anfang: -Amerigo- ist ein Nachdenken über die Schrecken der Kolonialisierung, über die Naivität und den Mut der Weltentdecker. Es ist die Geschichte von Amerigo Vespucci, dem Namensgeber Amerikas. Während Smith -And the sky opened / And we laid down our armor- singt, zieht sich die Schlinge langsam zu. Ein zynischer Rocksong. Die sanfte Single -April fool-, so harmlos wie schön, tänzelt körperlos durch den Frühlingsregen und das schwere -Tarkovsky (The second stop is Jupiter)- verstört mit seinem Eskapismus die sanften Gemüter. Verschleiert sind die Songs, sie liegen im Nebel. Doch sind sie niemals einschläfernd oder belanglos. Sie fassen nach den Beinen und ziehen den Hörer langsam hinab zum Grund. Mit dem sanften, wunderschönen -After the gold rush- leitet Smith das versöhnliche Ende des Albums ein. Ein einsames Piano, eine leise Akustikgitarre genügen Patti Smith, um der Welt einen Gruß zuzurufen und die Menschen aufzufordern, mit ihr ins Reine zu kommen. Der Kinderchor mag kitschig sein, betont aber doch die Verantwortung, die jeder menschliche Weltenbürger hat. -Just kids- ist das Finale, das man sich gewünscht hat: Tiefe Gitarren, ein bedrohliches Schlagzeug. Patti Smith spricht verschwörerisch und am Ende fühlt man sich wie ein Indianer, der ums Lagerfeuer tanzt. -Banga- funktioniert nicht nur im Kopf. Es geht auch durch Mark und Bein!-Christian Preußer-)

CD Tipp des Monats: Me And My Drummer - The Hawk, The Beak, The Prey (Vorweggenommen sei festgestellt: Das Berliner Duo um Charlotte Brandi und Matze Pröllochs macht großartige Popmusik. Exemplarisch dafür steht die Single -You're A Runner-, die zuerst denkbar geschmackvoll einen stahlblau pulsierenden Elektro-Beat mit modischen Synthesizerklängen verknüpft, bevor pünktlich zum Refrain die donnernden Trommeln, der große Hall und das angemessene Pathos ausgepackt werden, während Brandi die Kate Bush rauslässt. Ein intensives Album mit grossartiger Stimme die auch live bestens funktioniert!)

CD Tipp des Monats: Garland Jeffreys - The King Of In Between ( Mit -The King Of In Between- ist Garland Jeffreys,  zu dessen Vorfahren Afroamerikaner, Puerto Ricaner, Weiße und Cherokee-Indianer gehören, ein treibendes, melancholisch-rockiges Comebackalbum gelungen. Seine Songs über Armut, das Älterwerden oder das ganz normale Leben in New York City sind ein musikalisches Bild der Metropole. Da klingt es nach dem Reggae der 80er Jahre, nach dem dreckigen Rock der Straße und plötzlich finden wir uns umschmeichelt von sanften Streichern. Doch auf welche von Jeffreys Stimmungen der Hörer auch trifft - dieses Album groovt vom ersten bis zum letzten Song. Schwarze Roots-Musik, Soul, Blues und Reggae ziehen wie weiche Schwaden durch lupenreinen Vintage-Rock, Boogie oder blumiger Ska-Groove. Ohne Zweifel hat er mit -The King Of In Between- erneut bewiesen, dass er zu den ganz Großen gehört!)

CD Tipp des Monats: Milla Kay - Heartmade (-Die will spielen- stellte das Hamburger Abendblatt nach einem ihrer Konzerte fest, denn Milla Kay greift neben der Akustik- und ihrer hellblauben Retro-E-Gitarre auch gern mal zur Ukulele oder zum Glockenspiel. Auf dem zweiten Werk der Sängerin und Songschreiberin, kommen lauter spannende Dinge zusammen: Ausgelassenheit und Melancholie, Tiefe und Leichtigkeit, feinsinnige Arrangements und poppige Eingängigkeit. Singer/Songwriter-Jazz könnte man diese Musik nennen. Man denkt New York, hört ein bisschen Rio, dabei ist Milla Kay (sprich: Kai) ganz nordisch by nature, wohnt am Hamburger Hafen zwischen St. Pauli und Portugiesenviertel und präsentiert ein luftig transparentes Album, mit Liedern, die beflügeln und den Sonntagskater vergessen machen!)

CD Tipp des Monats: -The Journey Is Long- The Jeffrey Lee Pierce Sessions Project (Nach dem erfolgreichen 2009er-Debüt -We Are Only Riders- legt das Jeffrey Lee Pierce Sessions Project ein zweites Album mit zuvor unveröffentlichten Vorlagen des Gun-Club-Sängers Jeffrey Lee Pierce (1958 - 1996) vor, wiederum eingespielt von alten Freunden, Weggefährten und Bewunderern. Ausgangspunkt für viele Songs war eine Musikkassette mit Songideen von Pierce, die Cypress Grove, ein Musiker aus der späten Gun-Club-Phase, zufällig beim Aufräumen fand. Wie im von Pierce so geliebten Jazz, spielte beim Sessions Project jeder bei jedem, interpretierte oder bearbeitete man gemeinsam textliche und melodische Fragmente. Auf -The Journey Is Long- trifft sich ein Who's who des alten Indie-Adels: Nick Cave, Mick Harvey, Debbie Harry & Chris Stein, Lydia Lunch, Kid Congo Powers, Tav Falco's Panther Burns, Mark Lanegan & Isobel Campbell, Steve Wynn, Warren Ellis, Barry Adamson, Thalia Zedek & Chris Brokaw, Hugo Race und viele andere. Schlicht großartige Versionen eines ebenso großartigen Musikers!)

CD Tipp des Monats: David Sylvian - A victim of stars, 1982 - 2012 (-A Victim Of Stars, 1982 - 2012 vereint Aufnahmen aus der gesamten, 30 Jahre umfassenden Solokarriere von David Sylvian, von seinen legendären Arbeiten auf Virgin Records bis hin zu seinen Werken aus jüngerer Zeit auf dem eigenen Label samadhisound. Zudem enthält das Doppelalbum ein brandneues Stück, das Sylvian exklusiv für diese Compilation aufgenommen hat. Seine musikalischen Entdeckungsreisen führten David Sylvian vom Avantgarde-Pop, stilvollen Jazz  über Ambient-Klanglandschaften hin zu dem semi-akustischen Album Secrets Of The Beehive. Ein wunderschönes Zeugnis seiner spirituellen Reise war -I Surrender- von dem herausragenden Album -Dead bees on a cake-. Eine rundherum gelungene Zusammenstellung dieses Ausnahmekünstlers!)

CD Tipp des Monats: Lambchop - Mr. M (Zum ersten Mal nimmt Kurt Wagner mit seiner faszinierenden Stimme das Wort Liebe in den Mund - und beglückt uns auf seinem elften Lambchop-Album erneut mit einem Füllhorn magischer und poetischer Momente. Weihnachten 2009 geschah etwas, das Kurt Wagner, Lambchops Kopf, Songschreiber und Sänger, komplett aus der Bahn warf: Sein Musikerkollege, Freund und Mentor Vic Chesnutt nahm sich das Leben. Ohne ihn und seine Unterstützung hätte Wagner niemals begonnen, Musik zu machen. Jede seiner Platten diente auch der Kommunikation mit seinem Freund Vic. Wie sollte es nun weitergehen? Wagner brauchte lange, um sich zu fangen, malte wieder - von Haus ist ist er bildender Künstler, nicht Musiker - und schuf in einem fast dreijährigen Prozess das neue Album -Mr. M- - gewidmet seinem Freund Vic. Einerseits ein typisches Lambchop-Werk, ruhig, zerbrechlich und traurig, andererseits mit neuen Elementen durchsetzt wie atmosphärischen Sounds und Streicher-Arrangement. Eine fantastisch leise Ode an die Liebe!)

CD Tipp des Monats: Tindersticks - The something rain (-Chocolate- ist die Schilderung eines Abends im Pub und in der Wohnung einer Eroberung, ein erotisches Stilleben aus heißer Schokolade, Orangenlikör und Zigaretten, der Traum von einer Boheme, die auskommt mit einem gemieteten Zimmer, einem Plattenspieler mit ein paar LPs, einem Heizofen und der Toilette auf der Etage. Dann entfaltet sich die Magie der Songs, die von unerhörter Klarheit sind, arrangiert um Boulters Orgelspiel, Trompeten und tief tönende Saxofone, die noch einmal so tief ins Herz schneiden wie damals. -I'm living my life day by day/ Come inside, I've been expecting you.- Dass wir das noch erleben dürfen!)

CD Tipp des Monats: Susie Asado - Traffic Island (Die in Frankfurt und Chicago aufgewachsene, mittlerweile in Berlin lebende Songschreiberin veröffentlichte im Dezember 2011 mit -Traffic Island- ihr zweites Album, mit dem sie ihrem Ruf als song-talker, word-juggler, syllable-thrower, syntax-stalker erneut alle Ehre macht. In einem Dutzend Songs erzählt Susie Asado - einer Regina Spektor nicht ganz unähnlich -  in ihrem munter zwischen Deutsch und Englisch wechselnden Sprechgesang surreale kleine Geschichten von Wolkenkratzern, tapferen Plastikfigürchen, Knöpfen und einer Tintenlumpenhand, berichtet vom rastlosen Leben auf Reisen, fragt sich, wie man sich ladylike verhält, jongliert mit Vokalen und klaubt Wörter. Untermalt wird das Ganze von der Ukulele und der hervorragenden Band um Tomi Simatupang (Gitarre), Marko Hefele (Violine) und Jason Levis (Percussion), die die Stücke in ein schmuckes Gewand zwischen Dreigroschenoper, Anti-Folk und Chanson kleidet!)

CD Tipp des Monats: Katja Maria Werker - Mitten im Sturm (Mit ihrem neuen Album -mitten im sturm- erscheint Singer-Songwriter, Komponistin und Autorin Katja Maria Werker nun auf der Stockfisch-Bühne. -mitten im sturm- ist eine facettenreiche Platte - mal heftiger, mal ruhiger: Eigenkompositionen von Katja M. Werker: frische, energiegeladene Popsongs (-Crossfire-), Folk in englischer und deutscher Sprache, ein Peter Gabriel-Klassiker der 70er Jahre (-Here Comes the Flood-) und eine starke Interpretation des Hit-Popsongs -Über sieben Brücken musst du gehn-) oder Mikis Theodorakis' -Zusammenleben-. Die Arrangements stammen von der Künstlerin selbst. Jedes Stück ist einzigartig, aber alle sind höchst authentisch, weil sie im wörtlichen Sinne persönlich sind: Eine Menschlichkeit, eine Biografie, eine Reifung, die durch die Musik hindurchtönt (Tief im Innern). Musik, eine Stimme, die eine Spur im Herzen hinterlässt, lange nachdem der letzte Takt verklungen ist. Musik wie ihre Schöpferin: Besonders und von bleibendem Eindruck!)

CD Tipp des Monats: Ndidi O - The escape (Für das neue, von Craig Street produzierte Album schrieb sie im Alleingang acht Songs, in denen sie vollkommen unbefangen Elemente aus u.a. Blues, Jazz, Rock, Pop, Soul, Country, Gospel, Folk und Surfmusik miteinander vermischt. Die restlichen vier Songs komponierte sie gemeinsam mit dem Violinisten Jesse Zubot, der zudem als Gast in Erscheinung tritt. Großartig begleitet wird Ndidi, die bei einigen Nummer auch selbst Klavier spielt, von einer absolut hochkarätigen Band mit Gitarrist Kevin Breit (Norah Jones, Cassandra Wilson, Holly Cole), Pianist Patrick Warren (John Legend, Madeleine Peyroux, Avril Lavigne,), Schlagzeuger Earl Harvin ( MC 900 Foot Jesus, Air, Tindersticks) und Bassist/Gitarrist Chris Bruce (Aloe Blacc, Seal, Wendy & Lisa, Alanis Morissette!)

CD Tipp des Jahres: Fink - Perfect Darkness (Auf seinem neuen Album widmet er sich weiterhin Gefühlen, Liebe und Beziehungen, aber auch der Nostalgie eines Berliner Sonnenaufgangs (Berlin Sunrise), um sich greifender Angst (Fear Is Like Fire) oder dem einfachen Blick nach Vorn nach harten Zeiten (Yesterday Was Hard On All Of Us). Dabei klingt Fink noch immer so hypnotisch einnehmend wie auf seinen Vorgängeralben und legt ein Werk vor, welches vor Leidenschaft nur so strotzt.<br>-Auf ,,Perfect Darkness- überzeugt der Musiker aus Brighton denn auch einmal mehr mit erstklassigen Songs. Selbst wenn er erneut auf einen Halbakustiksound mit Fingerpicking-Gitarre setzt, ist seine (zweite) Liebe für Elektronikmusik und zeitgemäße Club-Spielarten jederzeit spürbar.- (Stereo, August 2011)<br>...Perfect Darkness jedenfalls treibt musikalisch gelassen, aber lyrisch suchend, selbstzweifelnd und sezierend in diesem Fink-Flow - wenn man das geradezu grungige Fear Is Like Fire mal herausrechnet. Die großen, offensichtlichen Gefühlsausbrüche bleiben aus. Dafür hat Fink seinen Trademark-Sound weiter perfektioniert und setzt die Nuancen an den richtigen Stellen.- (Rolling Stone, Juli 2011)<br>Eine unglaubliche Stimme traegt den Hoerer durch durchweg eindringliche Songs. Eines meiner Alben des Jahres 2011!)

CD Tipp des Jahres: Howe Gelb - Alegrias  (Aufgenommen mit seiner Band of Gypsies auf einem Dach in Cordoba in der brennenden Sonne Andalusiens ist -Alegrias- außergewöhnlich. Ursprünglich war das Album nur in Spanien zu haben, wo es durch die Beteiligung von Amador einigen Erfolg genoss, erscheint nun endlich überall und last nicht nur Howe Gelb Fans das Wasser im Munde zusammenlaufen. Viele haben erfolglos versucht, Flamenco mit ihrer eigenen Spielart zu vermischen, doch -Alegrias- ist ein Event, ein besonderer Moment eingefangen von Musikern, die mit dem Talent gesegnet wurden, die üppigen Flamenco Rhythmen mit dem einzigartigen Sound von Gelb zu vermengen. Der Geschmack nach Wüste, den Gelb seit Jahren solo und mit Giant Sand kultiviert hat, geht nicht verloren, doch sein Sound gewinnt eine neue Farbdichte, die den Flamenco umarmt, anstatt ihn lediglich nebenher laufen zu lassen. Auf seiner Reise nach Cordoba traf Gelb auf Fernando Vacas, was die Geburtsstunde des Sounds zwischen amerikanischem Roots Rock und Flamenco war.<br>-Die Kombination aus Arizona und Cordoba, aus Gelbs gelassenen Wüstenklängen und den feurigen, andalusischen Flamencogitarren unter der Produktionsregie von Fernando Vacas ist schlicht und einfach unschlagbar, und damit dürfte Alegrías für Folk-verliebte Americana-Fans schon jetzt eines der Jahreshighlights sein.- (Good Times, 04 / 05.2011)!)

CD Tipp des Jahres: Mirel Wagner - dto. (Mirel Wagner, 23 Jahre alt, aus Finnland, geboren in Äthopien begeistert mit ihrem düsterem Debut. Der Sound ist dabei sehr fein und pur, nur ihre Stimme zur akustischen Gitarre. Mirel, in Äthiopien geboren, aber in beschaulichen Verhältnissen in Finnland aufgewachsen, schreibt über wirklich düstere Dinge...Nekromantik, Liebe, Tod und Teufel, vermeidet aber jeden Ansatz von Theatralik. Von ihrem Vortrag geht eine selten zu findende Natürlichkeit aus. Wahrhaftigkeit strahlt vage aus ihren akustischen Fantasien.<br>-Mit ihrem Debüt hat die 23-jährige Finnin ein kleines Monstrum der Finsternis geschaffen.- (Rolling Stone, November 2011). Ein eindringliches Album voll schlichter natürlicher Schönheit!)

CD Tipp des Jahres: Tom Waits - Bad As Me (Das Album ist ein Waits-Panoptikum: Der Zornige und der Melancholische melden sich in ihm zu Wort, Waits als alternder Liebhaber, als junger Soldat im Krieg und als in die Jahre gekommener Bühnenstar. Der rumpelnde Waits-Sound ist dabei, der bluesige, der schnulzige und auch Filmmusik-Taugliches. Auf -Bad As Me- heult, spuckt, stottert, jault, grölt und brüllt er. Und manchmal singt er auch mit seiner Whisky-schweren Stimme. Bereits der erste Song, -Chicago-, ist mit seinem treibenden Rhythmus aus Bläsern und Banjo voller Wucht. Waits raunzt, schnaubt und stampft sich den Staub von den Stiefeln, schüttelt den alten Anzug, lupft den knittrigen Hut und singt den Blues. Er kniet nieder, verneigt sich vor Gospelchören und schafft es gar fast ins Falsett  Es gibt nicht viele Künstler, die sich über eine so lange Zeit stetig kreativ verbessern, ohne dabei auch nur die geringsten Kompromisse einzugehen. Tom Waits ist einer dieser ganz wenigen großen Macher, die das geschafft haben!)

CD Tipp des Monats: Shelby Lynne - Revelation Road (Der Titelsong gibt mit seinem entspannten Südstaaten- und Gospel-Feeling den Kurs vor, auf dem der 43-Jährigen kein einziger Fehltritt unterläuft. Obwohl zurückhaltend instrumentiert mit Piano, Gitarre und Besenschlagzeug, glühen diese elf Lieder vor Gefühl und souliger Intensität!)

CD Tipp des Monats: Christina Lux - Playground (Eine Stimme, die vom ersten Moment an gefangen nimmt, und zauberhafte innige Acoustic Soulfolk Songs, die sie wie verschmolzen mit ihrem Instrument erzählt, machen die Musik von Christina Lux aus. Die Autodidaktin spielt ihre Gitarre perkussiv und fordernd, dann wieder ganz zart und melancholisch und schafft damit einen wunderbaren Klangteppich für ihre Momentaufnahmen der kleinen und großen Dinge im Leben. Nun traf sie auf den Musiker Reentko und hat mit dem großartigen Gitarristen und Perkussionisten eine neue CD aufgenommen mit wunderbaren Songs zwischen Soul, Pop und Folk, mal zart und leise aber dann auch wieder aufbrausend fast rockig. Ein kleines Wunderwerk auf das auch eine Joni Mitchell stolz wäre!)

CD Tipp des Monats: Muriel Zoe - Birds & Dragons (Ein, zwei Lieder braucht es nur, dann nimmt einen diese Stimme unwiderruflich gefangen. Ein warmes Timbre füllt den Raum, wandlungsfähig und von einer unaufdringlichen Emotionalität. Muriel Zoe hat auf Birds and Dragons, ihrem vierten Album, zwölf Lieder von wunderbarer Leichtigkeit versammelt. Ihre transparenten Gitarrenpickings und eine schlafwandlerisch groovende Band legen das musikalische Fundament für die leisen Geschichten, die die Sängerin zu erzählen hat - und die umso eindringlicher wirken, je weiter sich die Stimme ins Beiläufige zurückzieht. Musik, in der viel Sehnsucht, aber auch eine bemerkenswerte Gelassenheit steckt. Ort der Aufnahme-Sessions war das altehrwürdige Hafenklang Studio am Hamburger Fischmarkt, das sich seinen Platz inmitten der neu entstandenen Kulisse am Hafenrand bewahrt hat. Ein passender Ort. Denn etwas Zeitloses zeichnet auch die Songs auf Birds and Dragons aus. Eine Mischung aus Country, Folk, Pop. Eine Singer-Songwriterin, die sich lässig und leise beobachtend in den Zwischenwelten der Melancholie bewegt. Bewegend!)

CD Tipp des Monats: Feist - Metals (-Metals- verströmt eine würdige, erwachsene Ruhe. Die Stücke changieren zwischen vollkommen reduziert (Undiscovered First) und sacht orchestriert (Bittersweet Melodies), und es sind mit -Graveyard- und -The Circle Married The Line- wieder mindestens zwei ohne Umschweife als solche zu erkennende Hits dabei. Trotzdem verwundert an -Metals- vor allem seine zauberhafte Intimität. -Metals- ist ein großes, klassisches Songwriter-Album, das den kritischen Augen der neu gewonnenen Öffentlichkeit ohne Frage standhalten wird. Die sinnlich-seriöse Güte dieser Musik wird Feist auch noch größer werdende Bühnen meistern lassen. Mit diesem Album haben Leslie Feist und ihre Kollegen eine bestechend gute Platte geschaffen. Die zwölf Stücke schleichen sich nicht nur in Windeseile in die Gehörgänge, sie erobern auch den Gemütszustand des Zuhörers für sich und lassen einen nicht mehr los!)

CD Tipp des Monats: Zola Jesus - Conatus (Von pulsierenden Balladen bis hin zu elektronischen Highlights bleibt auf dieser Platte kein Klang unerforscht. Eine Mischung aus raffiniertem Chaos and kontrolliertem Wahnsinn, und eine Künstlerin, die immer wieder an ihre Grenzen geht. Eine rauschende Party mit Blick in den Abgrund!)

CD Tipp des Monats: Dota & Die Stadtpiraten - Das grosse Leuchten (Zehn Cds hat Dota bei ihrem eigenen Label Kleingeldprinzessin Records seit 2003 veröffentlicht. Doch wer schon mal ein Konzert der Band besucht hat, weiß um Dotas charmante Bühnenpräsenz und die einzigartige Stimmung, die sich dort entfaltet. Mit Nicolai Ziel am Schlagzeug, Leon Schurz am Bass und Jan Rohrbach an der E-Gitarre hat sie in über 200 gemeinsamen Konzerten zu einer frisch und freihändig groovenden Einheit zusammengefunden. Das neue Live-Album -Das große Leuchten- fängt dies ein, mitreißend gehen das -Ohrsteckermädchen- und der -Tempomat- ab, dazwischen glänzen berührende Lieder wie -Zuhause- oder -Transparent- in ihren live-Arrangements. Neben schon bekannten Liedern enthält -Das große Leuchten- sieben bislang unveröffentlichte Stücke, beispielsweise das rätselhafte Lied -Mantel-, den schwerelosen, gut gelaunten -Astronaut- oder -Warten auf Wind- - ein furioser, poetischer Bilderreigen. Beim Bonustrack angekommen - dem im Studio eingespielten Großstadt-Bossa -Ping Pong- - hat man einen abwechslungsreichen Konzertabend hinter sich. Im Herbst 2011 sind Dota und die Stadtpiraten nach fast einjähriger Spielpause wieder auf Tour!)

CD Tipp des Monats: Lucas Santtana - Sem Nostalgia (Sem Nostalgia - frei von Nostalgie - nennt er seine Platte, auf der alle Klänge ausschließlich mit akustischer Gitarre und Stimme produziert wurden. Zusätzlich nutzt Lucas verschiedene Sampler, Pedale, Filter und andere Aufnahmetechniken. Das Ergebnis: Ein eindringliches, verwirrendes und packendes zeitgenössisches Meisterwerk, das über seine wenigen Zutaten hinwegtäuscht. Zusammen mit einigen der besten brasilianischen Musiker und seinem langjährigen Songwriting-Partner Arto Lindsay führt Lucas voz e violão zu neuen Höhen. -Eines der schönsten Alben der Saison-, schrieb -Jazzthing-, und die -Süddeutsche Zeitung- meinte: -Avantgarde und Schönheit müssen keine Widersprüche sein.-!)

CD Tipp des Monats: BOY - Mutual Friends (BOY - das sind Valeska Steiner und Sonja Glass. Erstere kommt aus Zürich, zweitere aus Hamburg; die Texte sind englisch, die Songs von Weltformat. Es sind elektrisierende Popstücke. Reich an Facetten, filigran arrangiert. Songstrukturen, die bisweilen an Leslie Feist erinnern, an skandinavisches Songwritertum. Aber auch an Indie-Pop. Die Songs sind ausgereift. Seit Herbst 2008 haben BOY daran gearbeitet. An einem Popkurs in Hamburg haben sich die zwei jungen Frauen kennengelernt. Valeska Steiner hatte zuvor als Singer-Songschreiberin in ihrer Heimat auf sich aufmerksam gemacht. Bassistin und Songschreiberin Sonja Glass kam von der renommierten Hochschule der Künste in Arnhem (Holland). - Als ich Valeskas Stimme gehört habe, war ich hin und weg, sagt Sonja Glass: Mir war sogleich klar, dass ich mit ihr etwas machen möchte. Es beruhte auf Gegenseitigkeit: Sonja hat mir erste Songfragmente gemailt - ich war begeistert!, erinnert sich Valeska Steiner. BOY war geboren. This is the beginning, heisst es im Opener. Es ist erst der Anfang. Von BOY wird noch viel zu hören sein!)

CD Tipp des Monats: John Martyn - Heaven and Earth (Eine erfreuliche Nachricht für die Fangemeinde von John Martyn, der 2009 im Alter von 60 Jahren verstarb. Zwei Jahre nach dem Tod der britischen Folkikone erscheint postum sein letztes, bisher unveröffentlichtes Album Heaven And Earth, das von den Produzenten Gary Politt und Jim Tullo vollendet wurde. Das Vermächtnis des großartigen John Martyns, der als von vielen Kollegen verehrter Musician's musician galt und ein enger Freund der früh verstorbenen Songwriter-Hoffnung Nick Drake war, umfasst neun fantastische Songs, die die einzigartige Begabung Martyns, Folkmusik mit Jazz, Rock und Blues zu einer wunderbar entspannten Mischung verschmelzen zu lassen noch einmal auf eindrucksvolle Weise zeigen, geprägt von seinem subtilen Gitarrenspiel. Vielleicht sein schönstes Album. Schlicht wunderbar!)

CD Tipp des Monats: David Sylvian - Died in the wool (Manafon Variations) (David Sylvian veröffentlicht mit Died in the Wool ein bemerkenswertes neues Werk mit dem gefeierten zeitgenössischen Komponisten Dai Fujikura, das die Früchte dieser Zusammenarbeit neben Material, das von den Manafon Sessions stammt oder davon inspiriert ist, präsentiert. Alte und neue Freunde, Balladen und Ambient Improvisationen sowie Werke, die sowohl bahnbrechend und extrem sind, kommen in dieser wichtigen neuen Kollektion zusammen. Was durchweg verblüfft, ist die Natürlichkeit, mit der hier Neue Kammermusik, Electrionica, Sampling sogenannter Pop- und Klangspuren von manch anderen Welten eins werden. Geradzu lässig, als ginge all das Unerhörte und Dunkle leicht von der Hand. Ich glaube nicht, dass ich ein Werk mit einer intensiveren emotionalen Natur in den letzten acht Jahren oder mehr produziert habe, sagt Sylvian. Dem ist nichts hinzuzufügen. Died in the wool wird als Doppel-CD Digipak in einem Kartonschuber mit einem wunderbaren Artwork von George Bolster und Design von Chris Bigg veröffentlicht.)

CD Tipp des Monats: Danger Mouse & Daniele Luppi - Rome (Rome ist wie eine warme Erinnerung an längst vergangene Zeiten: Softrock, der in seiner wunderbaren Künstlichkeit an italienisches Gelati erinnert, trifft auf den Soundtrack eines imaginären Westerns. Fast zu schön, um wahr zu sein. (Rolling Stone, 05 / 2011)!)

CD Tipp des Monats: Elbow - Build a rocket boys! (Zitate: Die Musik ist warm und ideenreich! Klingt erwachsen im besten Sinne und keine Sekunde langweilig. Schreibt es an die Wände: Diese Band ist groß! Blick zurück nach vorn: ein kleines Meisterwerk der Nostalgie. Aber die elektronischen Effekte auf Build A Rocket Boys! deuten auch Lust auf Experimente an. Und man spürt eine Entspanntheit, die man gerade zu Beginn nicht erwartet hätte, wo normalerweise ein Paukenschlag droht.)

CD Tipp des Monats: Asaf Avidan & The Mojos - Poor Boy/Lucky Man (Den neuen Messias nennt der mexikanische Rolling Stone den israelischen Musiker Asaf Avidan. Seine Jünger wären dann wohl The Mojos, das musikalische Anhängsel des Mannes aus dem Nahen Osten. Wie auf ihrem Erstlingswerk jongliert das Quintett mit einer illustren Mischung an Stilen. Bestechen die balladesken Folk-Songs Your Anchor oder Small Change Girl mit dem vor Leidenschaft übersprudelndem Falsettgesang Avidans, kommt der Rock- und Blueskracher Wasting My Time erbarmungslos um die Ecke. Auch diesmal bleibt man als Hörer verdutzt zurück, wenn der Sänger sein Timbre - von gefühlvollen über wütenden bis hin zu krakeelenden Passagen - chamäleonartig verändert. Spätestens beim jazzigen The Ghost Of A Thousand Little Lies, das im Mittelteil durch Hardrock-Riffs kontrastiert wird, wechseln sich leise und laute Töne gekonnt ab. Der Facettenreichtum zwischen Americana, Rock'n'Roll und Folk verleiht diesem Album eine überzeugende Breitseite, das Ergebnis dieser Klangeskünste sind ungeheuer fantasievolle Songs!)

CD Tipp des Monats: The Mountain Goats - All eternals deck (Die Gratwanderung zwischen gelebter Emotion und gleichzeitiger Nüchternheit in den Worten John Darnielles hallt nach und so gestaltet sich der gesamte Spannungsbogen auf dem wahrscheinlich abwechslungsreichsten Album seines Schaffens. Besonders gelingt ihm das mit Streicherunterstützung, wie beim melodramatischen Age Of Kings, das sich wie ein Fiebertraum aus den meistens nur mit Akustik-Gitarre und Schlagzeug begleiteten Stücken heraushebt. Neugierig macht er sich auf dem Album daran, dem Alltäglichen seine Geheimnisse zu entlocken. All Eternals Deck sorgt zu jeder Zeit für dieses Hör- und Kopfkino, das trotz der neuen Vielfalt von eingesetzten Instrumenten meist intensiv und andächtig bleibt. Die Ausbrüche, die Darnielle wagt, sorgen aber dennoch genau dann für den richtigen Kick, um eben nicht in Konventionalität zu versinken. Mit dem beschwingten Prowl Great Cain und dem expressiven Outer Scorpion Squadron bestimmt er die Grenzwerte, in denen sich die anderen Stücke einordnen lassen, so dass ein sehr runder und gleichmäßiger Fluss entsteht. Doch es sind vor allem Stücke wie das vorab veröffentlichte Damn These Vampires oder Never Quite Free (das sich schon jetzt anschickt, ein Klassiker im über 500 Songs umfassenden Gesamtwerks des Musikers zu werden) die auffallen, da diesen trotz allen Hangs zur literarischen Dunkelheit ein heller Funke entspringt. Ein grandioses Werk!)

CD Tipp des Monats: Lucinda Williams - Blessed (Lucinda Williams überrascht auf ihrem neuen Album mit viel Power im Klangbild: Von den beiden Gitarristen Val McCallum und Greg Leisz werden die meisten Songs Richtung Roots-Rock und Blues angetrieben, dreimal übernahm Elvis Costello die Lead-Gitarre. Eine magische, erschreckende, berückende Momentaufnahme mit umwerfenden Americana-Songs und dieser einmaligen unter die Haut gehenden Stimme!)

CD Tipp des Monats: Selah Sue - dto. (Selah Sue hat eine gehörige Portion Dreck in der Stimme und wirkt in ihrer Erscheinung dabei jugendlich-unverblümt und erfrischend gelassen. Eine Singer-Songwriterin und Reggae-/Hip-Hop-Künstlerin, mit einer einzigartigen Soulstimme. Die Rhythmik des Gesangs erinnert immer wieder an Reggae, im Pidgin des jamaikansichen Patois scheint sich Selah Sue sehr sicher zu fühlen. Ihre erste CD ist von Hip-Hop, von Bass und Drumsounds geprägt ohne je zu verleugnen, Reggae, Soul und R & B tief verinnerlicht zu haben. Und mit dieser Produktion kann sie sich problemlos irgendwo zwischen Adele und Amy Winehouse plazieren. Mitreissend!!)

CD Tipp des Monats: Chinaza - Home (Chinaza mischt Jazz, Pop und afrikanische Rhythmen. Stark beeinflusst durch einen längeren Aufenthalt in ihrer nigerianischen Heimat ist Chinazas neuer Stil jetzt angereichert durch Nigerian Beats, ohne den Pfaden des Jazz untreu zu werden. Herausgekommen ist ein wundervolles Album, das eigene Stücke mit Kompositionen anderer Künstler oder Gruppen wie Nina Simone, Live, Nik Kershaw oder Talk Talk kombiniert. Schillernd und voller Magie!)

CD Tipp: Lisa Bassenge - Nur fort (Lisa Bassenge, deren samtene Stimme wie keine andere für jungen Jazz Made in Germany steht, hat mit Nur Fort ihr erstes beinahe ausschließlich deutsches Album aufgenommen und überrascht uns erneut. Unbefangen und wie selbstverständlich singt die Künstlerin zauberhafte Eigenkompositionen, sowie moderne Klassiker der deutschen Musikgeschichte und das in ihrer Muttersprache - so charmant, cool, relaxed und sophisticated, wie man es bisher noch nicht erlebt hat. Flirrend leicht durch ihre gewohnt virtuose Gesangskunst und die sensible Ausgelassenheit ihrer Band!)

CD Tipp: Mayra Andrade - Studio 105 Live (Mayra Andrade gilt neben Lura als neuer Star der Kapverden. Mayra ist eine Weltenbummlerin, wurde auf Kuba geboren und lebte u.a. schon auf den Kapverden, in Angola, Deutschland und Frankreich. Nun liegt eine Live CD+DVD vor, aufgenommen im Pariser Studio 105. Mayra sang bei diesem Konzert die Höhepunkte ihrer beiden CDs in kleinerer und intimerer Besetzung (Gitarre, Bass, Percussion). Als Gäste wirkten der Sänger Hugh Coltman und der Cellist Vincent Segal mit. Aufgenommen wurde das Konzert im September 2010 im eher intimen Pariser Club Studio 105, zusammen mit einem akustischen Trio, das hier viel mehr als nur Beiwerk ist: Murin Hossn an der Gitarre, Perkussionist Zé Luis Nascimento und Rafael Paseiro am Bass beflügeln erst den samtweichen Gesang von Mayra Andrade. Die beschränkt sich nicht auf kapverdische Folklore, sondern beherrscht ein weites Spektrum von Jazz über Fado bis zu brasilianischen Klangfarben!)

CD Tipp: Alin Coen Band - Wer bist du? (Ein Album, was schlicht daher kommt, aber doch packend in den Bann zieht. Ein Debüt-Album mit eigenständigen Folk-Pop-Songs voller Intensität. Alin Coen wird man so schnell nicht mehr los, wenn man sie erstmal im Ohr hat. Eine Stimme mit Suchtpotential. Ihre Songs erzählen vom Hoffen und Scheitern, vom Lieben und Loslassen. Ihre Musik entspringt dem Folk, durchwandert den Pop - und trifft mitten ins Herz!)

CD Tipp: An Pierle & White Velvet - Hinterland (Auf Hinterland braut die Belgierin An Pierlé mit ihrer Band aus Elementen von Rock, Folk, Jazz und Blues einen eigenwilligen Sound zusammen, der an Kate Bush erinnert. Immer haftet den Liedern etwas arabeskes an, eingebunden in anspruchsvolle Kompositionen zwischen Popsong und balladesker Theaternummer. wie schön das Hinterland ist, erfahren wir, wenn wir An Pierles Gesang, ihre zarte und zugleich so raue Stimme, hören; mal wie ein Windhauch, der einen sanft streichelt, wenig später nicht zu verorten in gespenstisch hypnotisierenden Wiederholungen. An Pierle and White Velvet eine Band zwischen Kuriosität und ordinary Pop. Zauberhaft!)

CD Tipp des Monats: David Sylvian - Sleepwalkers (Mit Blemish und Manafon hat David Sylvian im vergangenen Jahrzehnt zwei seiner stärksten und einzig-artigsten Statements geschaffen. Aber diese beiden Aufnahmen erzählen nur die halbe Story. Im gleichen Zeitraum arbeitete Sylvian stets an direkteren, spielerischen Werken, dafür arbeitete er mit den wichtigsten Talenten aus Pop, Elektronik, zeitgenössischer Klassik und improvisierter Musik zusammen. Die besten Ergebnisse aus diesen Kollaborationen finden sich nun auf Sleepwalkers, akribisch genau zusammengestellt und bearbeitet. Diese Früchte einmaliger Treffen und lebenslanger Partnerschaften schaffen ein weites Spektrum zwischen Glückseligkeit und Anspannung, zwischen Romantik und Sinnlichkeit, zwischen gewagtem Experiment und süffigem Pop. Genau wie die 2000 erschienene Compilation Everything and Nothing ist Sleepwalkers eine Retrospektive auf die vergangene Dekade. Wie gewohnt hat David Sylvian viel Energie in ein wunderschön gestaltetes Digipack gesteckt, das mit großartigem Artwork von Chris Bigg aufwarten kann!)

CD Tipp des Monats: Ingrid Chavez - a flutter and some words (Die einstige Muse, Lebensgefährtin und Co-Vokalistin von David Syvlvian tritt spät mit ihrem ersten gänzlich eigenem Debut an. Die introvertierten und klugen Songs aus der Feder von Lorenzo Scopelliti tanzen auf dem dünnen Eis zwischen den Ufern von Pop und Jazz, und Chavez unterkühlte, aber nie kalte Stimme verhindert unweigerlich jedes Abrutschen ins Beliebige oder gar Kitschige. Die sparsame, natürliche Instrumentierung dominiert das Album, nur unterbrochen von der unweigerlichen Single By the water und dem schleppenden, an Tom Waits erinnernden Beat bei Tightrope - die Intimität der Einspielung und die Weite, die Offenheit der Klangstrukturen verleiht dem Album eine fast poetische, cinematographische Qualität. Ruhig, meditativ und durch und durch bescheiden ist a flutter ein seltsames Phänomen - das Debut einer gereiften Künstlerin mit jahrzehntelanger Erfahrung, das hier bisher leider nur als Download erhältlich ist!)

CD Tipp des Monats: Youn Sun Nah - Same Girl (Youn Sun Nah interpretiert erneut Songs auf höchst eigenwillige und unverwechselbare Weise, die jeden stilistischen Rahmen sprengen. Jazzstandards wie My Favorite Things, der Metallica-Klassiker Enter Sandman, Philippe Sardes La Chanson d'Helene, ein koreanisches Volkslied sowie Eigenkompositionen von Youn Sun Nah und Ulf Wakenius finden sich auf der neuen CD. Wieder wird sie von Lars Danielsson am Bass, Xavier Desandre-Navarre an Percussion und allen voran von Ulf Wakenius an der Gitarre begleitet, einem veritablen All-Star-Team. Ein Soundkosmos zwischen Songwriting und Dark Pop, Vocal Jazz und Folklore!)

CD Tipp des Monats: Simphiwe Dana - Kulture Noir (Zu den führenden Vokalistinnen Südafrikas zählt zweifellos die Xhosa-Frau Simphiwe Dana. Ihre Musik vermischt Soul mit Pop und Jazz. Eindringlich, fast Mantrahaft, deklamiert sie Texte in ihrer Muttersprache, die eine spirituelle Dimension haben. Ihr neues, drittes Album Kulture Noir ist ein panafrikanisches Statement mit Einsprengseln aus Afrobeat und den Nachbarländern. Großartig, wenn ihr ganz eigener, komplexer, jazziger Gesang auf mal mehr, mal weniger afrikanisch angehauchte Melodien trifft. Und wo kommt eigentlich diese ansteckende Gelassenheit her? Ein enthusiastisches Ergebnis!)

CD Tipp des Monats: Lobi Traoré - Rainy Season Blues (Lobi Traoré war eine afrikanisches Original, ein Gitarrist mit einem ureigenen Sound, ein Sänger und Songschreiber von weltweitem Bekanntheitsgrad und ein Künstler, der ein wichtiger Baustein der Musik von Mali wurde. Kurz vor seinem plötzlichen und unerwarteten Tod im Juni 2010 nahm er noch eine Platte auf, so wie er es nie zuvor getan hat - nur er und seine Gitarre, in einer einzigen Session und ohne Overdubs. Rainy Season Blues ist sein letztes Statement. Die Essenz seiner Kunst - pur und in voller Blüte!)

CD Tipp des Monats: I am Kloot - Sky at night (Zehn wunderbar melancholische Songperlen für einsame Nachtschwärmer und Freunde des akustischen Indie-Rocks. Herrlich sentimental ist dieses Meisterwerk - vor allem bei dem von Kindheitserinnerungen durchwirkten I Still Do, in dem Bramwell zum Harfenklang von Marie Lionheardt das Gestern und Heute auf wundersame Weise verquickt. Das ist anrührend, ohne jemals kitschig zu sein. Entschleunigt feiert Sky At Nigh eine einzigartige Langsamkeit, die bei einer Umdrehung weniger die Songs zum Stillstand brächte. Wer diese Platte nicht fühlt, ist klinisch tot! Großartig!)

CD Tipp des Monats: Laura López Castro & Don Philippe - Optativo (Die Kompositionen von LAURA LOPEZ CASTRO & DON PHILIPPE sind nach wie vor von südamerikanischer Musik beeinflusst. Lauro Lopez Castros Gesang betört enorm und blüht gerade dann am meisten auf, wenn die Sängerin sich traut, auszuscheren, dabei aber unaufdringlich und ganz bei sich bleibt. Stimme und Gitarre, Stadtgeräusche, percussive Elemente und Key-Sounds, von Don Philippe ästhetischer Produzentenhand perfekt dosiert aufeinander abgestimmt. Die Schönheit des Albums findet sich gerade im Schnörkellosen wieder. Durch Reduktion der Komplexität, durch die Kunst des Weglassens und der Abstraktion, ist das Werk dem Independent näher gerückt. LAURA LOPEZ CASTRO & DON PHILIPPE sind bei sich angekommen.)

CD Tipp des Monats: Danger Mouse & Sparklehorse - Dark Night Of The Soul (Dark Night.. ist ein Album von Produzent Danger Mouse alias Brian Burton und den bereits schmerzlich vermissten Sparklehorse, das von einer Reihe an bemerkenswerten Gastauftritten gekrönt wird: The Flaming Lips, Gruff Rhys, Jason Lytle, Julian Casablancas, Black Francis, Iggy Pop, David Lynch, James Mercer, Nina Persson, Suzanne Vega und Vic Chesnutt.. Letzterer wie auch Mark Lincous von den Sparclehorse leben inzwischen nicht mehr und setzen hier letzte eindrucksvolle musikalische Zeichen. Lincous und Burton haben mit diesem Album ihren Lieblingssängern Stücke geschrieben und sie mit ihnen produziert und dabei ein Meta-Album der Indie Szene geschaffen! Zusätztlich hat David Lynch das Projekt fotografisch begleitet und einen Bildband erstellt.)

CD Tipp des Monats: Terez Montcalm - Connection (Térez Montcalms Stimme ist für den Jazz eher ungewöhnlich. Rauh und leicht ungehobelt klingt sie eher wie die Tochter von Bonnie Tyler oder Beth Middler. Ihr U2 Cover von Where The Streets Have No Name lässt Bono alt aussehen. I’ll Be Seeing You mit einem verträumt-entrückten Intro, dem Saxophon, dem Bass und Montcalms verruchter Stimme sehr stimmungsvoll. Gänsehaut! Auch Aznavours Je N’attandais Que Toi ver- und bezaubert. Abgerundet wird dies durch die gleichwertigen Eigenkompositionen. Auf Connection bietet Terez Montcalm eine ausgewogene Mischung aus englisch- und französischsprachigen Liedern, großartigen Klassikern und wiederentdeckten Raritäten, virtuosem Jazzgesang und rockiger Energie. Mit ihrer heiseren Stimme klingt sie dabei stets unverwechselbar. Ein tolles Album!)

CD Tipp des Monats: Herbie Hancock - The Imagine Project (Ein Jahr lang reiste Hancock um den Globus und machte Aufnahmen mit Musikern aus elf Ländern, in sieben Sprachen und noch weit mehr Kulturen. Musik ist eine wahrhaft universelle Sprache, sagte er zur Idee seines jüngsten Projekts. Darauf begleitet Hancock die Sitarspielerin Anuschka Shankar aus aus Indien, die kongolesische Band Konono No. 1 und Kolumbiens Superstar Juanes. Er ist mit Seal, Pink, der Dave Matthews Band, dem Brasilianer Ceu, der irischen Gruppe The Chieftains, Lionel Loueke aus Benin sowie Oumou Sangare und Toumani Diabate aus Mali zu hören. The Imagine Project versteht sich als musikalisches Plädoyer für Weltfrieden und globale Verantwortung!)

CD Tipp des Monats: Lila Downs - En Paris - Live a FIP (Fiestastimmung auf staubigem Tanzboden- Lila Downs brennt auf ihrem ersten Live Album ein Feuerwerk mit akrobatischen Vokalausflügen und mitreissenden Rhythmen ab. Charakteristisch für Lila Downs’ Musik ist nicht nur die vorzügliche Mixtur aus mexikanischem Folk, Jazz, Cumbia und indianischen Rhythmen zu einem hochprozentigen panamerikanischen Cocktail, sondern auch ihr leidenschaftlicher Mezzosopran, der gleich mehrere Oktaven umfasst. Hinreissend!)

CD Tipp des Monats: Sophie Hunger - 1983 (Ein Befreiungsschlag: die Schweizer Songwriterin im modernen Soundgewand: Auf ihrem neuen Album präsentiert Sophie Hunger sich mit warmer Stimme und einer Mischung aus Folk, Jazz und Indie-Rock. Sie befreit sich von der akustischen Klangkulisse. Elektrische Sounds, Drumcomputer und allerlei Effekte vermischen sich mit spröder Mundharmonika, sprengenden Beats und angezerrten Chören. Ein Album voller Überraschungen und einer grandiosen Songkollektion!)

CD Tipp des Monats: Dota & Die Stadtpiraten - Bis auf den Grund (Das neue Album “Bis auf den Grund”, das offiziell am 1. April erscheint, ist ein wahres Geschenk an deutschsprachiger Musik, frisch und nachdenklich und politisch und kritisch und reflektiert und pfiffig und fröhlich und ernst und tief und weit und zum Tanzen und zum Träumen und schlicht zum Verlieben. Wunderwunderwunderschön!)

World-CD Tipp des Monats: Amparo Sanchez - Tucson-Habana (Tucson-Habana - so heißt das Debüt von Amparo Sánchez - ist ein wunderbarer Hybrid aus dem typischen Calexico-Sound und einer Stimme, die den Staub von den Kakteen bläst! Calexico haben die spanische Sängerin Amparo Sánchez unterstützt und ihr neues Album Tucson-Habana produziert. Die vierzigjährige Sängerin kann auf eine bewegte Musiklaufbahn zurückblicken. Über 1.000 Konzerte hat sie bereits bestritten, teils mit ihrer Band Amparanoia, teils solistisch. Vor allem die Musik Mittelamerikas scheint es ihr angetan zu haben. Rumba, Son und Bolero finden sich in ihrer Musik, aber auch erfrischende Elemente aus Dub, Raggae und Ska. Man merkt, dass die Produzenten von Calexico und die Sängerin offensichtlich gut miteinander konnten. Amparo Sánchez singt von Liebe und Einsamkeit, vom Reisen und vom Ankommen. Sehr organisch und lebendig klingt das Album und erinnert teilweise an die Musik der Förderer. Doch Amparo Sánchez gibt der musikalischen Offenheit eine neue Note. Man hat das Gefühl, als läge Tucson nicht mehr in Arizona sondern auf der karibischen Insel Kuba.

CD Tipp des Monats: Adam Green - Minor love (Minor Love ist Adam Green in absoluter Bestform. Die Songs vollziehen einen ganz vorzüglichen Spagat zwischen stockdunklen Folk und temporeichen Pop und so erschafft der Wankelmütige eine der atemberaubendsten Platten der aktuellen Saison!)

CD Tipp: Lou Rhodes - One good thing (Ein Album, das Intimität und naturbelassene Schönheit im kargen Singer/Songwriter-Gewand präsentiert, oft nur mit gezupfter Gitarre und der süchtig machenden Stimme Lou Rhodes´ versehen. Jeder Ton, jede Beigabe aus Percussions und Streicher umsorgt die reduzierte, aber höchst markante Gitarre und macht daraus im Zusammenspiel mit den über allem thronenden Vocals ein fesselndes Album nüchterner Eleganz.)

CD Tipp: Lonelady - Nerve up (Julie Campbell, die LoneLady, sieht sich selbst als Writerin, Sängerin und Gitarristin. Auf Nerve Up spielt die einsame Lady druckvollen Indie-Rock, der zwar einen elektronischen Charme verspürt, aber sehr echt ist. Und Julia Campbell singt dabei sehr betörend. Etwas, das auch auf dem ganzen Album anhält. Sie schmeichelt sich dem Hörer schnell ins Ohr und bereitet so den Weg für die musikalische Seite der Songs, die mal rocklastiger ausfällt und mal mehr mit der vermeintlichen Elektronik spielt. Geeint werden die Songs allesamt von ihrem Groove, den echten Instrumenten, allen voran der Gitarre und der Tatsache, dass das Tempo stets hoch gehalten wird.)

CD Tipp: Laura Veirs - July Flame (13 neue Tracks, die auf Lauras crappy nylon-string guitar eingespielt wurden. Wunderbar reduzierte Folkssongs, eine gelungene musikalische und instrumentale Abwechslung aus Bratsche, Geige, Banjo, Piano und Gitarre, die allesamt gekonnt ihre markante Stimme unterstuetzen.)



CD Tipp: Various - We are only riders (Allein die Entstehungsgeschichte der Platte könnte We Are Only Riders zu einem Juwel machen: Neue, bislang unveröffentlichte Songs von Jeffrey Lee Pierce, dem Vorsitzenden des Gun Club und einem der bedeutendsten Songwriter der Achtziger, einer der am Leben scheiterte, dabei aber in der Lage war, sein Leiden am Leben in großartige, vor allem aber einzigartige Songs zu packen. Es sind eigentlich nur drei neu entdeckte Songs in jeweils drei Varianten - gesungen von alten Helden wie Nick Cave, Mark Lanegan, Lydia Lunch oder dem Sänger von 16 Horsepower. Einschlägig Verdächtige, die man schon immer wegen ihrer Affinität zum bluesschwangeren Schwermutspunk mochte. Musiker, die ihren Hang zu Country und dem Blues so wie Pierce immer ausgelebt haben. Diese CD ist ein Spiel mit der Vergangenheit, eine Retrokanone mit Charme!)



CD Tipp: Minor Majority - Either way I think you know (Ein Album, auf dem sich die Liebe zum sanften, amerikanischen Folk ungehindert Bahn bricht; auf dem eine unsagbar warme Stimme zur Gitarre singt, mit trockenen Drums im Hintergrund und einigen herrlichen Tupfern aus Streichern, Klavier und weiblichem Backgroundgesang. Die Songs sind auf der einen Seite zwar herrlich zurückgezogen, leben aber auf mit der sehr präsenten und wirklich warmen, klaren Stimme Pål Angelskars. Dazu sind die Melodien einfach herrlich, sie becircen dich, lassen dich nicht los und plötzlich stellst du fest, wie atmosphärisch dicht dieses Album ist.)



CD Tipp: Tindersticks - Falling down a mountain (Ein voller, farbenreicher Sound lässt Falling Down The Mountain trotz dunkler Popmomente zum bislang leichtfüßigsten Longplayer der Tindersticks werden. Eineinhalb Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung bezaubern die Tindersticks mit ungeahnter Unbeschwertheit. Falling Down The Mountain ist eines der besten und schlüssigsten Tindersticks-Alben geworden.)



CD Tipp: Joe Henry - Blood from stars (Mit “Blood From Stars” macht Joe Henry einmal mehr deutlich, dass er der einzige weisse Blueser ist, der Tom Waits das Wasser reichen kann. Neben dem Jazz ist es vor allem der Blues, der den Sound von “Blood From Stars” prägt. Es ist ein klischeefreier, tragikomischer Blues, der von torkelndem Ragtime-Piano, Mardi-Gras-Bläsern, Marc Ribots raffiniertem Gitarrenspiel und nicht zuletzt vom Schauspielerischen Talent des Sängers lebt. Joe Henry schafft es, den Hörer für Momente glauben zu lassen, er sässe im Cotton Club oder in einem Vaudeville-Theater. Tom Waits hält die Messlatte und Joe Henry erreicht sie in seinen besten Songs spielend.)



CD Tipp des Monats: Devendra Banhart - What will we be (»What Will We Be« dürfte jedem eingeschworenen Banhart und Musik-Fan die Freudentränen in die Augen treiben. Mit seinen 14 wunderbaren Kleinodien verströmt das Album eine sonnige Atmosphäre und das Gefühl, einen schön warmen, faulen Nachmittag im Kreise von guten Freunden auf der Veranda zu genießen. Devendras exquisites Händchen für traumhafte Melodien und seine unerschütterliche Gelassenheit durchziehen das Album wie ein magischer roter Faden. Aber es gibt eben auch diese kleinen Ausbrüche, die das Album zu einem bunten Kaleidoskop machen.)



Live CD Tipp: Tom Waits - Glitter & Doom (Das Live-Doppelalbum »Glitter & Doom« entstand auf der gleichnamigen ausverkauften und hochgelobten Tour, die den kalifornischen Songwriter 2008 durch die USA und Europa führte. Musikalisch zeigt sich Waits auf »Glitter & Doom« in seiner ganzen eklektizistischen Herrlichkeit und wechselt nahtlos von einem Charakter zum anderen: Jahrmarktschreier, Prediger, Country-Sänger, Soul-Liedermacher und Geschichtenerzähler. Unterstützt wird Waits von einer fünfköpfigen Band, die das Waits’sche Repertoire um einige neue Perspektiven erweitert. Es kann nur Einen geben!)



Pop CD Tipp des Monats: Norah Jones - The Fall (The Fall ist mehr Rock, mehr Pop, mehr Songwriting als auf den Alben zuvor, es ist gitarrenorientierter, man hoört sogar verzerrte E-Gitarren und statt eines samtigen Klaviers nach Jazz-Manier hört man vermehrt E-Pianos und auch mal eine Wurlitzer-Orgel. Ein stimmiges Album, das viele Überraschungen bereit hält für alle, die glaubten, Norah Jones schon zu kennen. Schöne Texte und feine Harmonien zeugen von ihrer stets hohen musikalischen Qualität und dazu diese etwas rauhere wunderbare Stimme. Es lohnt sich, die neue Norah Jones zu entdecken!)



Pop CD Tipp: Raz Ohara And The Odd Orchestra - II (Akustikgitarre, klare Klaviertöne, Streicherteppiche und elektronische Elemente verschmelzen zu einer zauberhaften Stimmung, getragen von Raz fragiler warmer Stimme und von Oliver Doerell kogenial klanglich untermalt. Wunderbar arrangierte elektroakustische Popsongs des Dänen Raz O´Hara!)



Rock & Songwriter CD Tipp: Mountain Goats - The Life Of The World To Come (Ein Album, das die ganze Zeit über fesselt. Neben den wunderbar ruhigen Piano Stücken gibt es rockige Passagen mit trocken knackig aufgenommener Perkussion, lebensnah, mit viel Weisheit, von Liebe und Schmerz durchflutet sind die Songs von John Darnielle, kreativer Kopf, Sänger und Gitarrist der Band komponiert und mit eindringlicher Stimme gesungen. Die zwölf Songs tragen allesamt Namen von Bibelversen und John Darnielle nutzt diese biblischen Stellen als Erzählrahmen für seine eigenen Geschichten, die oft mit viel Schmerz verbunden sind, aber auch sonnigen Optimismus versprühen. Ein wahrlich göttliches Album!)



World CD Tipp: Ceu - Vagarosa (Einen atemberaubenden Mix aus Samba-Poesie, Trip-Hop und Electronica bringt die sinnliche Sängerin auf ihrem 2. Album und »Vagarosa« ist verspielt-erotisches Ohrenkino: Anachronistische Keyboards verzwirbeln sich mit Scratches und Reggae-Riddims, ein wenig Surfrock blitzt in den Stromgitarren auf, eine Jazztrompete stolziert über Rockdrums, eine verlorene Melodica hallt durch den Raum. Dazu Céus bezaubernde Stimme, als tropische Vokalkosmonautin in Szene gesetzt. Moderne brasilianische Musik und faszinierende Sounds!)



Pop CD Tipp des Monats: Hope Sandoval & The Warm Inventions - Through the devil softly (Auf dem zweiten Album von Hope Sandoval & The Warm Inventions verdichtet sich deren geheimnisvolle akustische Aura endgültig zu zeitloser Schönheit. Ein ungemein atmosphärisches, narkotisierendes Werk mit elf gleichwertigen Songs, die wie bunte Blätter im Herbstwind traurige Abschiedswalzer tanzen und einem im Herzen gefangen nehmen und nicht wieder loslassen. Hope Sandoval bleibt die Meisterin träumerisch gehauchter Balladen und The Warm Inventions verstehen es ausgezeichnet, ihre zarte Stimme in edles instrumentales Satin zu betten. Durch leise Zurückhaltung betonen sie deren Sinnlichkeit und setzen wo angebracht dezente Akzente mit viel Liebe zum Detail! A record to die for...)



Pop CD Tipp: Kings Of Convenience - Declaration Of Dependence (»Declaration Of Dependence«, der dritte Longplayer der Kings Of Convenience, ist aus einer ganzen Reihe von Gründen ein hervorragendes Album. Zum einen fühlt sich Eirik Bøe genauso wohl dabei, über die »ernsthaften Gedanken« seiner Musik zu sprechen und dabei gleichzeitig über ihre »hochintellektuellen Bossa Nova«-Momente zu lachen, während sein Partner Erlend Øye ganz eindeutig begeistert davon ist, »die rhythmischste Pop-Platte aller Zeiten« aufgenommen zu haben, »die ganz ohne Percussion und Drums auskommt«. Zum anderen gibt es niemanden, der Platten produziert wie diese beiden. »Als wir anfingen, hatten wir Angst davor, wie andere Künstler zu klingen«, erzählt Erlend. »Aber heute fühlen wir uns ziemlich einzigartig.«)

CD Jazz, Blues & Soul Tipp: Ndidi O - move together (Eine Stimme, die den Blues mit der Stimme eines Engels von der Straße singt: rauchig, nuanciert, voller Gefühl. Eine Stimme, die sowohl im Jazz als auch im Blues zu Hause ist, die vom Folk zum Chanson zum Country wechseln kann, oder wohin auch immer, und das mit Leichtigkeit. Eine süße, starke Stimme, die extreme Emotionen ausdrücken kann. Eine komplexe, rätselhafte Frau, deutsch-nigerianischer Abstammung, die in British Columbia (Canada) geboren wurde, und die mit ihrem europäischen Debüt Move Together die Essenz ihres magischen Talents zeigt!)

CD Jazz Tipp: Tingvall Trio - Vattensaga (Auf »Vattensaga« (dt. »Wassersage«) hat der Schwede 13 neue Perlen mit seinen Hamburger Mitstreitern, dem gebürtigen Kubaner Omar Rodriguez Calvo (Kontrabass) und Jürgen Spiegel (Schlagzeug) erarbeitet. Geschichten rund um das Grundelement Wasser, seine Kraft, Magie und seinen Zauber bestimmen die fast filmisch angelegten Kompositionen. Sinnlicher und stellenweise poppiger, aber auch sehr dynamischer Jazz mit rhythmischem Drive und schönen Kompositionen!)

CD Tipp: David Sylvian - Manafon (Auf Manafon folgt Sylvian dem Konzept einer modernen Art von Kammermusik. Intim, dynamisch, gefühlsgeladen, demokratisch, ökonomisch. Sylvians Stimme war nie davor so dominant und eindrucksvoll und klangvoller Tenor und sein bedachtes Vibrato fesseln den Hörer vom Beginn an. Intuition und Überraschungen sind die Wege, die Sylvian und seine Gäste (Künstler, die die Möglichkeiten der freien Improvisation, der Ambient Performance und Live-Electronics erforschen) für diese Stücke beschritten haben. Hinzu kommt ein exquisites Artwork das die CD umkleidet. Ein ganz spezielles Kunstwerk!)

CD Tipp: Susanna & The Magical Orchestra - 3 (Susanna And The Magical Orchestra kommen aus der grenzenlosen Weite der norwegischen Wälder geschwebt. Sie haben ihre Musik in der Einsamkeit komponiert, in Melancholie getaucht.Knistern, elegante Soundgemälde, epische Sphären schleichen aus dem Nichts hervor, züchten einen undurchsichtigen Nebel. Wallumrøds Stimme, ihr ausdrucksstarker Gesang, fügt sich in diese Malereien ein. Unwirklich, unnahbar schwebt sie über den Sounds, schwingt sich in dramatische Höhen empor, um bald darauf wieder auf Zehenspitzen zu entschwinden. Geheimnisvoll und intensiv!)

CD Tipp: Brian Blade - Mama Rosa (Der Schlagzeuger von Wayne Shorter, Bob Dylan und Joni Mitchell zeigt sein anderes Gesicht: Brian Blade präsentiert einfühlsame Singer / Songwriter-Originals zwischen Folk, Country und spiritueller West Coast-Americana. In den dreizehn Songs von »Mama Rosa« singt er von seiner Familie und anderen Personen, die ihm nahestehen, sowie von Reisen. Die organische musikalische Palette gibt Brian Blade Gelegenheit, seine diversen Talente zu zeigen: sei es an der akustischen Gitarre oder auf dem Piano, sei es am Schlagzeug oder als Sänger. Entspannung pur!)

CD World-Tipp: Bebe - Y (Mit rauchiger Stimme präsentiert die Spanierin stimmungsvolle Songs, mal melancholisch mal lebhaft, ein schönes sehr akustisches Album.)

CD Rock-Tipp: Wilco - The Album (Es ist ihr siebtes Album, und nach Meinung vieler ihr bestes. 11 Songs kennzeichnen ein Album, das so ausgeglichen und homogen und dabei so abwechslungsreich und divers ist, wie es eigentlich nur Wilco zustande bekommen. Selten aber wirkte ein Album so leichtfüßig und schwerelos wie »Wilco – The Album«, das trotzdem über eine Fülle von unterschiedlichen Klängen und einer immensen emotionalen Tiefe verfügt!)

Audiophiler CD-Tipp des Monats: Mara & David - Once we were gods (Mara & David sind mehr als ein ausgezeichnetes Songwriter / Singer Duo. Mit ihrem zweiten Album Once We Were Gods zeigen die Sängerin und der Gitarrist eine ganz eigene Mischung aus Pop, zeitgenössischer Weltmusik, Jazz und Folk. Davids Gitarrenspiel kommuniziert filigran und gleichzeitig eindringlich mit Maras warmer, gefühlvoller und ebenso klaren Stimme. Maras Stimme ist in einem Augenblick eindringlich und fordernd, um dann mit einer Wärme daher zu kommen, die man einen Moment zuvor noch nicht vermutet hätte. Davids Gitarrenspiel ist so virtuos wie perfekt und vor allem immer auf der Höhe der Gefühlslage der Songs, denen er noch mindestens einen neuen Akzent hinzuzufügt. Audiophiles Mastering bei Pauler Acoustics in Northeim!)

CD Tipp: Sarah Jane Morris - Where it hurts (Ein lässiges, entspanntes, halbakustisches neues Album der 50 jährigen Sängerin mit dieser unverwechselbaren Stimme, changierend zwischen, Pop, Soul und Jazz.)

CD Tipp: Berry - Mademoiselle (Das Album Mademoiselle überrascht mit bittersüßer Ironie und klingt zart und ernst zugleich. Berry versteht es, auf sehr eigene Weise mit Worten und Gefühlen zu spielen. Die Kompositionen der 12 Songs auf Mademoiselle stammen von der französischen Jazz Musikerlegende Manou, der Berrys Reime mit subtilen, eleganten Popmelodien vertonte, und ihnen ihre Leichtigkeit verleiht.)

CD Tipp: Tina Dico - A Beginning, A Detour, An Open Ending (Die dänische Songwriterin präsentiert mit ihrem Stimmvolumen und mit intelligenten Texten einen auf drei EPs verteilten Songzyklus. Intensiv und mit ganz eigener Identität. Nach Count To Ten ein weitere Volltreffer!)

CD Tipp: Mayra Andrade - Storia, Storia (Liebeserklärungen an die Kapverden, wo sich die Traditionen der afrikanischen Inseln mit brasilianischer Leichtigkeit und verführerischem Flamenco vermischen. Paradiesisch!)

CD Tipp: Simone White - Yakiimo (Produziert von Mark Nevers (Lambchop, Bonnie Prince Billie) präsentiert sich Yakiimo im warmherzigen Sound. Schmachtende Geigen und ein unaufdringlicher Standbass begleiten das akustische Gitarrespiel der Sängerin, die mit verhaltener Stimme wundersame Geschichten vom Erwachsenwerden zum Besten gibt. Ob es um den Verlust kindlicher Unschuld geht wie im Train Song oder das Ende einer Liebe wie in Without A Sound, ihre Lieder sind immer von einer Sehnsucht und Melancholie getragen, die mit Fortdauer in eine rätselhafte Schwerelosigkeit abgleitet. In ihrer zerbrechlichen Schönheit erinnern A Girl You Never Met oder Let The Cold Wind Blow nicht zufällig an die ätherischen Folkweisen eines Nick Drake, während sich in Bunny In A Bunny Suit ihre zarte Stimme zeitweise gänzlich zu verflüchtigen droht. Am Ende wird selbst W.C. Handys polternder St. Louis Blues in eine stimmungsvolle Ballade verwandelt, ein betörender Abschluss für ein rundum bezauberndes Album!)

CD Tipp: Sophie Hunger - Monday's Ghost (Sophie Hunger produzierte ihr Debütalbum »Sketches On Sea« in Eigenregie und verkaufte davon, ohne die Promotionsmaschine einer großen Schallplattenfirma, einige tausend Exemplare und wird laut Journalie zum bestgehüteten Geheimnis der Schweizer Musikszene. Ihr neues Album »Monday’s Ghost«, obwohl in einem Studio produziert, hat immer noch etwas von der Ungeschliffenheit und Direktheit ihres ersten Albums. Die Songs erzählen keine Geschichten im herkömmlichen Sinne, sondern reflektieren Impressionen. Was Sophie Hunger aus dem anschwellenden Meer der zeitgenössischen Songschreiberinnen hervorhebt, ist zum Beispiel die Kombination von Integrität und Reife!)

CD Tipp: Kristin Asbjörnsen - The Night Shines Like The Day (Ihre ausdrucksvollen und faszinierend schönen Songs, die überwiegend sehr ruhig und zugleich dennoch intensiv sind, spiegeln die vielfältigen musikalischen Erfahrungen wider, die die 37jährige im Laufe ihrer rund fünfzehnjährigen Karriere machte. Asbjørnsens Musik enthält - in immer wieder neuen Zusammensetzungen - Elemente von Jazz, Folk, Blues, Rock, Pop, Gospel, Spiritual und afrikanischer Musik. Und ihre oftmals rau klingende Stimme steht dabei in reizvollem Kontrast zu den sanften, wunderschönen Melodien!!)

CD des Monats: Iggy Pop - Préliminaires (Préliminaires ist ein merkwürdiges Mosaik verschiedenster Dinge, ein melancholisches, düsteres Experiment. In bemühtem Französisch säuselt Iggy Pop Les Feuilles Mortes, die frankophone Variante des Jazz-Klassikers Autumn Leaves, ins Mikrofon. Vorsichtig, ganz vorsichtig schleichen sich im Hintergrund Perkussion und Congatrommeln an. Erst, als Gesang und die nach und nach einsetzenden Instrumente eine Ebene erreichen, wird die Bühne für ein Klarinettensolo geräumt. Ein Houellebecq-Text zur Gitarre, ein Bossa-Nova-Stück von Antônio Carlos Jobim, eine französischsprachige Version des Jazz-Klassikers Autumn Leaves, ein räudiger Blues-Stomper wie man ihn eher von Nick Cave erwartet hätte und ein paar Stücke, die all das zu verbinden suchen. Das Album markiert sicherlich einen überraschenden Schwenk in Pops Karriere, ein erster Versuch hin zum Alterswerk? Die Stimme und auch die fast durchweg ruhigen Songs faszinieren. Iggy Pop scheint es ernst zu meinen mit dem Jazz!!)

CD Tipp: Lhasa - Lhasa (Das an Folk und Blues angelehnte Album befleißigt sich einer so unendlich melancholischen Langsamkeit, wie sie sich heutzutage kaum noch jemand leistet. Zauberhafte Gitarren, ein weit entfernter Bottlenecksound, Pedal Steel, Piano, Harfe, dezentes Schlagwerk, meist sanft mit dem Besen über die Drums gepinselt, das war's. Lhasas tiefe und melodische Stimme, die stark an Lila Downs erinnert, passt exakt zu diesen leisen Tönen. Die englischen Texte, die pure und schnörkellose Produktion und diese unendlich traurigen, sanften Lieder, weit weg von jeder Weinerlichkeit, sind von einer blauen Tiefe, einer kristallenen Klarheit und einem samtschwarzen Seelenschmerz, dass man schreien könnte. Traumhaften Melodien und produktionstechnische Spielereien wie Reminiszenzen an Tom Waits und nostalgische Blues-, Gospel-, Folk- und Country-Elemente machen die Sache rund. Faszinierend, hypnotisch, schön!!)

CD Tipp: Sara Tavares - Xinti (Sara Tavares kam 1978 als Kind kapverdischer Eltern in Lissabon zur Welt. Und diese Einflüsse spiegeln sich in ihrer Musik wieder. Auf ihrem neuen Album Xinti (Fühl es) vermischt Sara Tavares Pop, Soul, Jazz, die Morna der Kapverdischen Inseln, portugiesischen Fado und afrikanische Rhythmen zum unverwechselbaren Personalstil, und ihre Songtexte in der Muttersprache Crioulo (mit Lehnworten aus dem Englischen und Französischen), Portugiesisch und dem urbanen Straßen-Slang unserer Tage weisen sie als multikulturelles Geschöpf im Zeitalter der Globalisierung aus. Magisch schön mit teilweise funky groovender Perkussion!!)

CD Tipp: Daby Touré & Skip McDonald - Call my name (Was für die beiden als Jam begann, wurde um einige Jams erweitert, und endete in dieser EP. Dabys Wurzeln liegen in Westafrika, Skips Biotop ist der Blues, er ist besser bekannt unter seinem Projektnamen Little Axe, und zusammen machen sie Pop und zwar Grooves mit Ethno-Färbung und dies mit einer herrlichen Gelassenheit basierend auf einem Rhythmusteppich zwischen Reggae und Blues. Großartig und leider mit 6 Stücken viel zu kurz geraten!!)

CD Tipp: L´arc six - In every detail (Gemeinsam mit dem Jugendchor der Landesschule Pforta und der Anhaltischen Philharmonie Dessau hat L´arc six ein traumhaftes Album aufgenommen. Stimmige Instrumentalfragmente lösen sich ab mit wunderbaren Melodiebögen getragen von der anmutigen Stimme von Cristin Claas und den großartigen Instrumentalisten um Cristoph Reuter und Stephan Bormann vom Cristin Claas Trio. Ein außergewöhnliches Werk!!)

CD des Monats: Alony - Dismantling Dreams (Alony mischen hier akustische und elektronische Elemente zu originellen Sounddesigns, die gezielt von aktuellen Konzepten der Popmusik beeinflusst sind. Eingebettet in diese abenteuerlichen Soundscapes gewinnt Efrats faszinierende Stimme eine neue, fundamentale Klarheit und eine emotionale Tiefe. Sie ist eine Musikerin von eigensinniger Raffinesse, liebt die Verschmelzung von Elementen aus Jazz, Rock und elektronischer Musik und verleiht diesem Sound mit persönlichen Texten und dunkler Altstimme ein großes Maß an Individualität (BR)!!)

Jazz-CD des Monats: Youn Sun Nah - Voyage (Youn Sun Nah ist alles andere als eine typische Jazzsängerin. Sie bewegt sich nicht auf bekannten Pfaden, sondern beschreitet mit ihrer unglaublich vielseitigen Stimme und ihrer starken Ausstrahlung einen ganz eigenen Weg. Neben fünf Eigenkompositionen von Youn Sun Nah stehen Cover-Versionen von Tom Waits, Nat King Cole, Egberto Gismonti und anderen!!)

CD Tipp: Dota - Schall & Schatten (Ihre neue CD hat Dota Kehr (Die Kleingeldprinzessin) in Sao Paulo zusammen mit Chico Cèsar aufgenommen und sie beschreibt wieder die kleinen Dinge des Alltags, kritisch und so wunderbar akustisch und melodisch, dass sie einem in die Ohren kriechen und diese nicht wieder verlassen wollen. Herrlich schwerelos!!)

CD Tipp: Kari Bremnes - Ly (Ly bedeutet Schutz, und die elf brandneuen Songs der einzigartigen Sängerin von den Lofoten sind voll detailverliebter Alltags- und Seelenbeobachtungen – Inseln der Wärme in kalter Winterlandschaft, durch die man Kari Bremnes auf dem Cover wandeln sieht. Die Norwegerin schwelgt in majestätischer Melancholie und ihre wundervolle Stimme hat auf »Ly« ihre Ausdruckspalette nochmal um einige spannende Nuancen erweitert. Unerreicht und schlicht ein Traumwerk!!)

Pop-CD des Monats: Soap & Skin - Lovetune for Vacuum (Die 13 tief melancholischen Stücke aus Piano, klackernder Elektronik und dieser mal hauchenden, mal heulenden, aber immer unbeschreiblichen Stimme sind auf dem Debütalbum von Soap & Skin von einer spannenden Schönheit und Anmut, dass man förmlich hineingezogen wird in dieses musikalische Labyrinth. Die Kompositionen erinnern an die ebenso gespenstische Welt einer Kate Bush!!)

CD-Tipp: Muriel Zoe - Flood (Auf ihrer neuen CD geht Muriel Zoe ganz neue Wege weg vom Jazz und hin zum Pop und es entstanden elf zerbrechlich feine Songs mit wunderschönen Folk-Pop-Melodien in leichter Schräglage. Etwas melancholisiert traumwandeln sie durch ein fein instrumentiertes Midtempo, begleitet von dieser Stimme, die einen berührt und von der man sich gerne führen lässt!!)

CD-Tipp: Cassandra Wilson - Closer to you (Mit Closer To You: The Pop Sides erweist Blue Note Records im Jahre des 70. Label-Jubiläums Cassandra Wilson mit einer formidablen Zusammenstellung ihrer schönsten Coversongs die Ehre. Ihre dunkle Stimme vibriert vor einer voluminösen Sinnlichkeit. Songs von graziler und hypnotischer Anmut!!)

CD-Tipp: Anna Ternheim - Leaving on a mayday (Anna Ternheim hat sich auf ihr außergewöhnlich persönliches Songwriting und ihre unverwechselbare Stimme fokussiert. »Leaving on a Mayday« ist die konsequente Weiterentwicklung einer der spannendsten Künstlerinnen des Genres. Die Produktion ist reduziert und lässt Raum für das Wesentliche der Songs: Geschichten auf jene so intime und melancholisch-schöne Art und Weise zu erzählen, wie es nur Anna Ternheim kann.!!)

CD-Tipp: An Pierle - Singles & Rarities (Die 33-jährige An Pierle klingt mal zart, verträumt und zerbrechlich wie eine Elfe, dann wieder schneidend, intensiv und immer voller Dramatik. Verglichen wird Pierlé beinahe selbstverständlich mit großen Diven wie Kate Bush, Björk, Tori Amos oder sogar mit Nina Hagen. Trotz aller Vergleiche und Vorpics besitzen An Pierlé und ihre Songs so viele eigene emotionale Stärken, für die sie Anerkennung und Erfolg auch weit außerhalb ihres Heimatlandes Belgien verdient. Die Konzertentdeckung des Jahres 2008!!)

Jazz-CD des Monats: Uli Kringler - Cafe Cinema (Solostücke, Duette mit Kontrabass und Vibraphon, und einige umfangreich instrumentierte Stücke finden sich auf diesem Soundtrack for an imaginary Movie des Hamburger Gitarristen und Filmmusikkomponisten Uli Kringler. Sein Gitarrenklang bleibt auch in virtuosen Momenten stets herrlich entspannt und transparent diese wunderschönen Lieder sind enorm eindringlich, bildhaft und von großherziger Weite. Stilistisch ist das eine Art Folk-Jazz und einfach wunderschöne Musik!!)

CD Tipp: Triska - Spring forward, fall back (Heidi Triska singt mit herrlich unschuldig-verrucht verrauchter Stimme, zusammen mit Gerald Huber zaubert sie mit südländischer Leichtigkeit Lieder aus Folk, Country und Chanson und federleichte Melodien mit stellenweise etwas gewichtigen, aber stets hoffnungsvollen Texten. Rein und klar klingen das Piano und die Gitarre, hier mal ein Saxophon dazu, dort ein wenig Flöte und Klarinette - viel mehr braucht Triskas Musik nicht, um zu wirken. Ein wunderbar audiophiler Soundtrack für die kühlen Wintertage!!)

CD des Jahres 2008: Jun Miyake - Stolen from strangers (Filigrane Klangstrukturen, durchzogen von dezenten Samples, mit englischen, portugiesischen, französischen, bulgarischen und japanischen Texten, in musikalisches Sammelsurium, Ohren-Kino und Sound-Zirkus, perfekt inszeniert mit illustren Gästen wie Arto Lindsay, Lisa Papineau, Vinicius Cantuaria oder Dhafer Youssef! Soundskulpturen von zeitloser Schönheit!!)

Pop CD Tipp des Monats: Antony & The Johnsons - The Crying Light (Auf dem neuen Album überwiegen Balladen, die in kammermusikalischer Besetzung mit Klavier, Cello, Geigen und akustischen Gitarren sparsam eingespielt wurden,über allem schwebt die wunderbare Kopfstimme von Antony Hegarty. Die Songs sind durchgehend sehr melancholisch und schlicht umwerfend. Popmusik auf ganz hohem Niveau!!)

Jazz CD Tipp des Monats: Cyminology - As Ney (Auf ihrer ersten CD bei ECM, aufgenommen in den legendären Rainbow-Studios in Oslo unter der Leitung von Soundmagier Jan Erik Kongshaug,spielen Cyminology einen charismatischen und aufregenden Mix aus atmosphärischem Jazz und persischer Folklore. Darüber entfaltet sich Cymin Samawaties seelenvoll dunkle Stimme in den gesungenen Rezitativen persischer Lyrik. Einzigartig in der deutschen Jazzlandschaft!)

CD Tipp: Heather Greene - Sweet otherwise (Ihre bittersüßen, oft mit einem Schuss Ironie und Sarkasmus gewürzten Kompositionen zwischen Pop, Electro, Jazz, Folk und Country erstrecken sich von sanft getupften Melodienbögen und filigran instrumentierten, melancholischen Stücken bis hin zu erdigen Rhythmen und pulsierenden Bassläufen.)

CD Tipp: Sara K. - Made in the shade (Veröffentl. 05.02.2009) (Nach dem Live Solo Album ihrer letzten Tour in Deutschland nun der definitive Schlussakkord in Sara K.s Karriere. Denn Sara K. zieht sich zurück aus dem Musikbuisiness und hinterlässt uns mit diesem letzten Studio Album in gewohnt klanglicher Perfektion aus dem Hause Stockfisch ein wunderschönes, leuchtendes, leidenschaftliches Werk, untermalt mit teils exotischen Instrumenten und einer Konzertharfe. Der Titelsong ist dem verstorbenen Chris Jones gewidmet, einem musikalischen Weggefährten und Seelenverwandten. Wir werden SIE vermissen!!)

CD Tipp: Emily Jane White - Dark undercoat (Ihre entspannten Folksongs sind einzigartige emotionale Perlen akustischer Kammermusik mit magischer Atmosphäre, die fast allein mit Gitarre, minimalistischen Klaviermelodien und ihrer fragilen Stimme vorgetragen werden!!)

CD Tipp des Monats: Sarah Jane Morris - Migratory birds (Vorwiegend nur von Ausnahmegitarrist Marc Ribot (Tom Waits)begleitet, mit einer Stimme, knarzig und rau, sanft schwingend, lebenserfahren und von altersloser Schönheit, legt Sarah Jane Morris ein Cover-Album von unglaublicher Intensität und Wohlklang vor, das einen gefangen nimmt und nicht wieder los läßt. Album des Jahres? Yes it is!!)

CD Tipp: Katharina Franck - On the verge of an autobiography (Ein fast akustisches Album mit wunderschönen Melodien, manchmal sperrig, sehr direkt und auch hypnotisch. Katharina Franck ist da ein bewundernswerter Wurf gelungen, der in diesem Lande im Bereich Songwritertum souverän auf ganz hohem Niveau liegt. Interessante, ja tolle CD!!)

CD des Monats: Rokia Traore - TCHAMANTCHE (Sparsam instrumentierter Blues, minimalistische elektrische Gitarren-Riffs, garniert mit traditionellen afrikanischen Instrumenten. Wie ein ruhiger Fluß ziehen die Lieder dahin, um dann lansam Fahrt aufzunehmen. Umwerfende Klänge der großartigen Sängerin aus Mali!!)

Pop-CD des Monats: Ofrin - On shore remain (Moderne Musik, die an Portishead oder an Goldfrapp erinnert, prägt den Sound dieser deutsch-israelischen Formation um die Sängerin Ofri Brin und das musikalische Allroundtalent Oded Kaydar. Dieser Avantgarde Pop lebt von der samtigen, mit einer schier unglaublichen Klangfülle ausgestatteten Stimme Ofrins und der harmonischen Tiefe der Songs. Geheimtipp!!)

CD des Monats: Marianne Faithful - Easy come easy go (Mit Hilfe einer ganzen Heerschar von Gästen wie Keith Richards, Rufus Wainwright, Jarvis Cocker und Cat Power wagt sich Faithfull an geschmackssicher ausgewählte Songs aus 60 Jahren Popmusikgeschichte, bei den meisten Stücken mit großer Jazz-Backingband ausgestattet. Die CD erscheint im Übrigen als einfaches Album mit zehn Songs, aber auch als Deluxe-Version mit acht zusätzlichen Tracks und DVD, die eine Dokumentation über den Aufnahmeprozess des Albums enthält.)

Soul-CD des Monats: TOK TOK TOK - She and he (Die samtweiche dunkele Stimme von Tokunbo Akinro und soulige Grooves made in Germany prägen den Sound dieser erweiterten Besetzung von Tok Tok Tok. Relax and get with it!)

Diverse Interpreten - Sorgen og Gleden (Lieblingskirchenlieder der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit. Dass Mette-Marit ein Faible für Musik hat, wusste man in Norwegen schon länger, dennoch war es eine schöne Überraschung, als die norwegische Kronprinzessin die Einladung annahm, für das renommierte Label Kirkelig Kulturverksted eine Sammlung ihrer Lieblingskirchenlieder zusammenzustellen. Ihre Königliche Hoheit hat dafür elf Künstler und Lieder ausgewählt, sie war außerdem bei den Aufnahmen als Produzentin zugegen (zusammen mit Erik Hillestad) und half, das schöne CD-Cover zu gestalten. Das Album mit Künstlern wie u. a. Pål Angelskår (Minor Majority), Maria Solheim und Kari Bremnes erreichte Platz eins der norwegischen Charts. Die Erlöse kommen der kirchlichen Stadtmission zugute.)

So. Weiss - Happiness for a Moment (Fein arrangierte Songs aus der Feder der Halb-Amerikanerin Susanne Folk, die in der Lage sind, ein Pop-Publikum für sich zu gewinnen, aber dem Hörer – dank Kristiina Tuomis Stimme, die problemlos zwischen fragil und dunkel rauchig wechselt – die so oft vermisste Authentizität versprechen. Als Fundament: Roland Fidezius' warmer Kontrabass, mal mit großzügigem Strich, mal jagend gezupft, steht immer im angeregten, vertrauten Zwiegespräch mit den Vocals und dem Saxophon.)

Lila Downs - Shake away (Seit den neunziger Jahren entwickelt Lila Downs einen ganz eigenen Latin-Sound mit Elementen aus ihrer indianischen Musikkultur. Sie schlägt Brücken zwischen traditionellen Rhythmen und nostralgischen Walzern hin zu Rock-Gitarren und Woody Guthrie-Blues. Kein Zweifel: die mit dem Latin-Grammy preisgekrönte Lila Downs gehört zu den aufregendsten Sängerinnen der Gegenwart.)

Abdullah Ibrahim - Senzo (Die Harmonien, die er spielt, sind schön, einfach schön, ja sie strahlen Ruhe aus. Abdullah Ibrahim, 73 Jahre, ist eine der letzten großen Jazzlegenden, geboren in Kapstadt, Südafrika. Die Aufnahme seines jüngsten Albums SENZO, ein Name, der auf seine Herkunft verweist, entstand in Deutschland.)

Ayo - Gravity at last (Die Songs bestechen durch eingängige Melodien und mitreißendem Rhythmus. Ayos samtweiche Stimme berichtet von Dingen, die sie schockieren. Von der korrupten Welt und der Politik.)

Marianne Dissard - L'Entredeux (Mit dunklem Timbre vorgetragene Chansons treffen auf den Wüstenrock von Calexico.)

Lucinda Williams - Little Honey (Mit unverkennbarer rauchiger Stimme interpretiert Lucinda Williams großartige Rocksongs mit ganz viel Gitarrensounds.)

CD des Monats: Lambchop - Ohio (Kurt Wagner und seine Band bringen mal wieder eine wunderbar entspannte Song- Kollektion in unsere Stuben, die ihresgleichen annähernd wohl nur noch über die Darbietungen der Tindersticks finden! Große Pop-Songs and a record to die for!!!)

Weltmusik CD Tipp des Monats: Adjiri Odametey - Etoo (Eine erdige warme Stimme und poetische Songs, instrumentiert mit traditionellen Instrumenten aus Afrika, die ganz entspannt gespielt einen ganz eigenen Charme entwickeln und dies auf den Spuren von Habib Koité.)

Pop CD Tipp des Monats: Emiliana Torrini - Me and Armini (Spartanisch-minimalistischer Akustik Pop mit abwechslungsreichem Stil- und Liedgut dicht auf den Fersen von Björk. Lebendig und wunderschön!)

Rock CD Tipp des Monats: Calexico - Carried to dust (Sanft weht die Mariachi Trompete den Wüstenstaub vor sich her bis dann Joey Burns Stimme fast flüsternt den Raum erfüllt und cineastische Landschaften zeichnet. Schlicht großartig!)

Indie CD Tipp des Monats: Brendan Adams Trio - 17 Eternities (Soulig, sanft, rockig, sinnierend... Südafrikanische Melancholie fern ab von afrikanischen Wurzeln!)

CD Tipp: Walter Becker - Circus money (Sanft aber druckvoll wehen die ersten Klänge der 2. Solo-CD von Walter Becker (Steely Dan) aus den Boxen, ein herrlich entspannter, audiophiler, perkussiver Mix aus Pop, Jazz und Reggae, wunderbar instrumentiert und kühl gesungen, ein Kleinod der Popmusik. CD des Monats oder vielleicht schon jetzt CD des Jahres?!)

Weltmusik CD Tipp des Monats: Wasis Diop - Judu Bék (Mit sonorem Gesang vorgetragene stimmungsvolle Balladen, die in tiefer Emotionalität schwelgend zu wundervoll poetischen Popsongs mit Ohrwurmcharakter werden. Audiophile Kleinode!!)

Weltmusik CD Tipp: Rajery, Sissoko & El Maloumi - 3 MA (Ein kulturübergreifendes Zusammenspiel aus Madagaskar, Mali und Marokko. Drei Künstler auf der Valiha, Kora und Oud mit entspanntem, flirrendem Saitenspiel. Absolut hörenswert!!)



CD Tipp des Monats: Jakob Dylan - Seeing things (Auf den Spuren des übermächtigen Vaters legt Jakob Dylan ein beachtenswertes Singer/Songwriter Album vor, karg in der Instrumentierung, produziert von Rick Rubin. Wirklich beeindruckende Songs des Wallflowerfrontmans...)

CD Tipp: Cristin Claas - Paperskin (Wunderbar poetische Lieder, mit klarer Stimme vorgetragen und auf höchstem Niveau instrumentiert...)

Weltmusik CD Tipp des Monats: Rupa & The April Fishes - Extraordinary Rendition (...)

Weltmusik CD Tipp: Omara Portuondo & Maria Bethania (Omara und Bethânia sind in einer Art und Weise Schwestern und Töchter der selben schwarzen Rasse, die den Prozess der Sklaverei erlitt und Musik und Sounds von ähnlicher Komplexität erschufen. Zusammen kreieren sie jetzt das Treffen dieser zwei musikalisch wie siamesische Zwillinge anmutenden Gruppen von Brasilianern und Kubanern. Sie singen brasilianisch und kubanisch, und immer um zu sehen, dass sie sich in konstanter Interaktion befinden. Omara Portuondo und Maria Bethânia sind zwei Sängerinnen, die über die letzten Jahrzehnte zu starken schwarzen Frauenpersönlichkeiten geworden sind und bekannt sind, für ihre Erbe zu kämpfen...)

Songwriter CD Tipp des Monats: Joan As A Police Woman - To Survive (Tolle Stimme und außergewöhnliche Songs...)

Jazz CD Tipp des Monats: Cassandra Wilson - Loverly (Die grande madame des Jazz mit einer sehr lebhaften, perkussiven Interpretation von Jazzstandarts...)

CD Tipp: Katja Werker - Dakota (Eine der besten Songwriterinnen in diesem Land mit einer sehr modernen Sammlung von Songs, die unter die Haut gehen...)

Instrumental CD Tipp des Monats: Bill Frisell - History, Mystery (Ein weiteres Meisterwerk dieses großartigen und vielsaitigen Gitarristen...)

CD Tipp: Kerstin Blodig - Nordisk Sjel (Nordic Soul) (...)

Brasil CD Tipp des Monats: Lygia Campos - Meu Nome e Brasil (...)

CD Tipp der Woche: Tindersticks - The hungry saw (The Hungry Saw steht für den Sound einer Band, die nicht nur einfach ein neues Album herausbringt, sondern mit diesem grandiosen Werk ihre Stellung im musikalischen Adel unterstreicht. Klassisch melancholische Sounds treffen auf Stuart A. Staples clevere Texte und wohlige Stimme, und der verführerische Uptempo-Sound wickelt einen um den kleinen Finger. In jedem Track spiegelt sich die ungemeine Spielfreude der neu aufgestellten Band wieder und lässt uns dabei die unglaublich musikalische Leidenschaft der Tindersticks wiederentdecken. Einzigartig!!)

CD Tipp der Woche: Steve Winwood - Nine lives (Neun Lebenszeichen des mit einer ganz eigenen Soulstimme ausgestatteten Winwood (Traffic, Spencer Davis Group), der auf seinem großartigen neuen Album »Nine Lives« weiter seinen ehrgeizigen und innovativen Weg durch die Genres Soul, Rock, Blues und Worldmusic beschreitet..)

CD Weltmusik- Tipp der Woche: Le Trio Joubran - Majaz (Die drei Brüder aus Ramallah im Westjordanland lassen auf ihrer 2. CD ihre entspannte Musik um die Oud, die arabische Laute kreisen, unterstützt nur von dezenter Perkussion.)

CD Tipp: Dota & Die Stadtpiraten - In anderen Räumen (Live) (Ganz neuer Live Mitschnitt der tollen Berliner Band um die Songwriterin Dota Kehr, auch bekannt unter dem Pseudonym die Kleingeldprinzessin. Sie mischen einzigartig Bossanova, Gitarrenpop und südamerikanisches und die Verse über die großen, kleinen und verstrickten Gefühle und Situationen des Alltags sind voll von Wortwitz und Binnenreimen. Dabei haben die Songs immer noch ein Stückchen der Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit von Straßenmusik bewahrt.)

CD Jazz- Tipp: Melody Gardot - Worrisome Heart (Die entspannten, leicht verträumte Jazz- und Bluesstücke der in New Jersey/USA geborene Sängerin und Songschreiberin schaffen eine beeindruckende Atmosphäre. Beeindruckend ist auch die Tatsache, dass Melody Gardot im Krankenhaus zur Musik kam. Als 19-Jährige hatte sie bei einem Unfall schwere Kopf- und Beckenverletzungen erlitten. Seitdem ist sie auf einen Stock beim Gehen und eine dunkle Brille angewiesen, um sich vor zu starker Lichteinwirkung zu schützen. Als sie noch im Krankenhaus lag, riet ihr ein Arzt zu einer Musiktherapie. Bereits während des Klinikaufenthalts nahm Melody Gardot ihre ersten Songs auf.)

CD Weltmusik- Tipp: Ana Moura - Para Alem Da Saudade (Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme läßt sie die Leidenschaft und den Schmerz des Fado lebendig werden. Der Fado, der portugiesische Blues erlebt zurzeit eine Renaissance. Eine neue Generation von SängerInnen hat sich der Tradition des Fado angenommen und Ana Moura ist eine der bekannten Vertreterinnen des sogenannten neuen Fado, der sich für Außenseiter zwar kaum vom klassischen Fado unterscheidet, in dem aber andere Texte und Sujets eine Rolle spielen und andere Auftrittsformen gewählt werden. Ana Moura hat bereits zwei Alben aufgenommen, sie ist international aufgetreten und sogar Mick Jagger lud sie für ein gemeinsames Konzert ein. Eine Entdeckung ist Ana Moura auf jeden Fall, sie verfügt über eine ausdrucksstarke Stimme, zart und kraftvoll zugleich.)

CD Tipp der Woche: Beady Belle - Belvedere (This magnificent Norwegian offering deserves to be descovered big-time by fans of 4-Hero, Brand New Heavies etc. (...) Musically wide but well put together.(...) Discover!... Mit ihrem vierten Album Belvedere präsentieren Beady Belle aus Norwegen entspannte, soulhaltige Songs mit jazzigen Untertönen.)

Audiophiler CD Tipp der Woche: Toumani Diabaté - The Mandé Variations (Eine Ode an die 21-saitige Kora, ein Instrument, mit dem der Magier aus Mali unglauliche Klangwelten zaubert!!!)

CD Tipp: Adele - 19 (Die neue Soulprinzessin aus London: Mit herrlicher Reibeisenstimme vorgetragene Songs zwischen Soul, Pop & Folk auf den Spuren von Amy Winehouse.)

CD Tipp: Little Venus - Boots % Legs (Energiegeladener, stimmungsvoller Konzertmitschnitt des Schweizer Trios um die italienische Sängerin Irina Simoneta in ungewöhnlicher Besetzung mit Cello, Gitarren, Flöte und Perkussion.)

CD Tipp: Simone White - I´m the man (Wunderbar entspannter Folk & Pop mit eindringlicher Stimme und akustischen Fingerabdrücken vorgetragen!!!)

Audiophiler CD Tipp der Woche: Sara K. - Don´t I Know You From Somewhere? (Solo Live) (Sara K. war am 8.11.2007 im Rahmen ihrer Deutschland-Tour auch beim mdr in Leipzig zu einem Radiokonzert eingeladen worden. Günter Pauler zeichnete dieses Solo-Konzert von Sara K. für die Sendung bei mdr-Figaro auf. Publikum, Radiohörer, Sara K., alle waren begeistert: Diesen Mitschnitt des wunderschönen Konzerts im Leipziger Orchesterkubus, bringt Stockfisch als CD-Album heraus: Sara K., SOLO LIVE: 60 Minuten, 14 tracks, Saras Gesang und ihre viersaitige Gitarre! Die CD erscheint am 20.3.2008)

Jazz-CD Tipp der Woche: Triosence - When you come home (Was die Musik des Trios neben der Gleichberechtigung der Instrumente vor allem auszeichnet, sind die Stärke und Klarheit ihrer Melodien. Triosence verarbeitet Einflüsse von Jazz, Fusion, Folk und Worldmusik ...und entfaltet diese im Kollektiv zu einem opulenten Klanggemälde...)

CD Tipp: Willy De Ville - Pistola (Auf seinem neuen Album mischt er erneut Rock, Soul, R&B, Blues und Cajun, veredelt seine Songs mit gewohnt ambitionierten Texten und seinem unnachahmlichen Gesangsstil und schafft es, seinen nie die mexikanische Herkunft leugnenden Songs durch perfekte Instrumentierung eine fast unsterbliche Ausstrahlung zu verpassen...)

CD Tipp: K.D. Lang - Watershed (Lang gleicht in jedem Detail den großen, klassischen Sängern der Fünfziger und Sechziger, die Country, Pop und Jazz gleichermaßen mit Stil und Überzeugung zu interpretieren vermögen -The Guardian-... www.kdlang.com)

Jazz CD Tipp: Cécile Verny Quartet - Amoureuse (Amoureuse verfeinert genau die Elemente, die das Ensemble seit Beginn einzigartig macht: Poetischer Swing, swingende Poesie, elegische Balladen, afrikanische Klänge und jazzige Zwischentöne... www.cecile-verny.com)

Jazz CD Tipp: Lizz Wright - The Orchard (Die Wärme und der volle Klang von Wrights gospelgeschulter Kontraaltstimme passen bestens zur Intimität und Autorität der meist selbstverfassten Songs und die stilistische Vielfältigkeit des Albums wird durch eine wirklich bunte Besetzung unterstüzt... www.lizzwright.net)

CD Tipp: Asa - Asa (The revelation of nigerian soul... www.asamusic.net)

CD Tipp: Cat Power - Jukebox (Special Edition) (Rauchig, düster, sanft, erotisch... so klingt die Stimme Chan Marshals, wenn sie ihre wunderbaren Coverversionen in ganz neuem, eigenen Gewand interpretiert. A record to die for! http://www.matadorrecords.com/cat_power/)

CD Tipp: Marlango - Electrical morning (Stark beeinflusst von der atmospherischen Musik von Tom Waits, geben die Sängerin Leonor Watling, der Pianist Alejandro Pelayo und der Trompeter Óscar Ybarra eine zweite Kostprobe ihrer nicht zuletzt dank der rauchigen Stimme von Leonor Watling hypnotischen Rockmusik made in spain... www.marlango.net)

Jazz Tipp der Woche: Myriam Alter - Where is there (Die belgische Komponistin Myriam Alter hat ein Album hervorgebracht, das unsere Träume zum Fliegen bringt, getragen von seelenvollen Melodien und anregenden Rhythmen, kogenial umgesetzt von Jaques Morelenbaum cello, John Ruocco clarinet, Pierre Vaiana soprano sax, Salvatore Bonafede piano, Greg Cohen bass und Joey Baron drums ... www.enjarecords.com)

CD Tipp der Woche: Raz Ohara & The Odd Orchestra (Entspannte, wunderbare Popperlen des Berliner DJs Raz Ohara mit Singer/Songwriterambitionen. Ein erster Anwärter in die Top 12 des noch jungen Jahres... www.myspace.com/razohara)

CD & Kino Tipp: I´m not there - Original Soundtrack (Die Musik zum Film (2 CDs) über Bob Dylan offenbart eine grandiose Schatzkiste mit Neuinterpretationen des Songbooks von Dylan! Interessante Kooperationen von Musiker fernab jeglicher Mainstreamambitionen. Der Film startet am 28.02.08 und Vorabinformationen gibt es unter www.tobis.de/ )

DVD Tipp: Ayo - Live at the Olympia (Gleich mehrere Abende in Folge begeisterte Ayo das Pariser Publikum im renommierten Olympia Theater. Vor insgesamt 3000 Fans präsentierte sie auf sehr charmante Art ihre persönlichen und fesselnden Songs aus dem Debütalbum „Joyful“, inkl. der Hits Down On My Knees und Help Is Coming... www.ayo.de)

Bergitta Victor - Je mehr (gebürtige Seychelloise, ist Bergitta Victor eine Musikerin mit kulturell heterogenem Background. Ihre Wurzeln liegen auch in Tansania, bis sie mit elf Jahren in die Schweiz zog. Gefühlvolle, und tiefgehende Jazz-, Soul- und R`n`B-Musik findet sich in ihren Songs wieder, die sie sowohl in englischer wie auch deutscher Sprache singt und komponiert... www.bergittavictor.com)

Natalie Gardiner - California (Natalies zweites Album ist so herrlich eigen, dass man es mühelos zwischen allem, was als NuSoul bezeichnet wird, erkennt. Soul abseits von belanglosen Mainstreamproduktionen)

Souad Massi - Acoustic (wunderbare, mit akustischen Instrumenten eingespielte Liveaufnahme der algerischen Ausnahmesängerin)

Boi Akih - Yalelol (Akustische Gitarre und Gesang mit indischen, indonesischen und holländischen Wurzeln auf ganz hohem Niveau... www.boiakih.com)

CD-Tipp der Woche: Vinicius Cantuária - Cymbals (Leichtfüßiger Bossa und Samba, mit akustischen Gitarren, Cello, Perkussion und dezenter Elektronik untermalt... www.vinicius.com)

CD-Tipp: Kari Bremnes - Reise (Live) (Kari Bremnes ließ bei ihrer letzten Tour die Bänder mitlaufen für ihr erstes Live-Album, und nun ist es da: »REISE« heißt es, was im Deutschen ebenso verständlich ist wie im Norwegischen – und viel schöner als der Titel der norwegischen Ausgabe: »LIVE«. Wie auch immer: Das Album macht sehr viel Spaß.
Songs, die die norwegische Singer/Songwriterin seit 20 Jahren begleiten, reihen sich harmonisch neben neue Vertreter: die berührenden Balladen aus der CD »SVARTA BJÖRN« ebenso wie die Vertonung von Munchs »Skrik«, der Langzeit-Klassiker »Hurtigrute« als Schlussnummer oder der wunderbar sehnsüchtige Neuling »You'd Have To Be Here« – neben »To Give You A Song« der einzige englische Beitrag.
... www.karibremnes.no/)

CD Entdeckung: Kenosha Kid - Projector (Elektrisierende Klänge, mal jazzig, mal rockig, teils zur Begleitung von Stummfilmklassikern gedacht.Der Gitarrist und Komponist der Musik erinnert in seiner Spielweise an Bill Frisell und trifft auf ein großartiges Ensemble, das gerade mal wieder in Europa unterwegs ist... Weitere Informationen unter www.kenoshakid.com und die CD gibt es nur im Eigenvertrieb oder bei Anfrage unter der Webadresse des Bassisten Roland Fidezius aus Berlin www.rolandfidezius.de)

CD-Tipp: Ron Spielman - Hilltop Garden (Zuletzt konnte man sich auch bei den Konzerten mit Heather Greene, deren Begleitband er und seine Mitstreiter bildeten, davon überzeugen, was für ein brillianter Gitarrist Ron Spielman ist. Auf seinem Soloalbum nun gibt es sehr individuelle, einfallsreich und audiophil produzierte, und mit eindringlicher und warmer Stimme vorgetragene Songs... www.ronspielman.de)

Audiophiler CD-Tipp (Acoustic): Susan Weinert - Tomorrows Dream (Filigrane Gitarrenklänge mit wunderbarer Bassbegleitung, klangtechnisch hervorragend abgemischt und gemastert von Jan Erik Kongshaug in den Osloer Rainbow Studios... www.susanweinert.com)

CD-Tipp (Soul): TOK TOK TOK - Reach out...&sway your booty (Live) (TOK TOK TOK sorgen stets für ein einmaliges Live-Erlebnis. Die warme Stimme von Sängerin Tokunbo Akinro schwebt über dem Soul von Drums, Bass, Fender Rhodes Piano und Saxophon.
Melodische Schönheit und ein kräftiger Groove gehen hier eine magische Verbindung ein! ... www.toktoktok.eu)

CD-Tipp (Acoustic): Mara & David - Sixteen Secrets (Sechzehn Geheimnisse nennt das in Dresden beheimatete Singer/Songwriter-Duo ihr Debütalbum. Kein Geheimnis ist dagegen die Kunstfertigkeit, der aus Mannheim stammenden Sängerin Mara von Ferne und des aus Freiburg kommenden Akustik-Gitarristen David Sick, die zusammen sowohl auf der Bühne als auch wie jetzt bei ihren Studioaufnahmen Stimme und Gitarre zu einer energiegeladenen Einheit verknüpfen, die selbst in den zartesten Momenten noch für knisternde Spannung bürgt.... www.mara-david.de/)

CD-Tipp der Woche: Susheela Raman - 33 1/3 (Coverversionen aus den Zeiten des Pop Vinyls, entspannt, mit wunderbarer Stimme und reduzierter Instrumentierung interpretiert... www.susheelaraman.com)

CD-Tipp: Ani DiFranco - Canon (Ani di Franco veröffentlicht ihr erstes Best Of-Album, welches einen ausführlichen Blick auf ihre bisherige Karriere wirft. DiFranco gilt als eine der einflußreichsten und inspirierensten Künstler ihrer Generation. In ihrer 17-jährigen Karriere überzeugte sie bereits als Sängerin, Songwriterin, Gitarristin oder Produzentin. Ihr kraftvolles Temperament wird durch ihre Songs, in denen sie sich kritisch zu politischen und sexuellen Themen äußert, deutlich. Die 3CD enthält Songs aus ihren Alben von 1990 bis 2006 und fünf neu eingespielte Tracks... www.righteousbabe.com/ani/index.asp)

Live CD-Tipp: Christina Lux - Lux-Pure & Live (Sinnliche Konzertmomente pur, eine umwerfende Stimme und Gitarrenbegleitung auf ganz hohem, individuellem Niveau... www.christinalux.de)

Joni Mitchell - Shine (Erlesene neue musikalische, poetische und politische Lieder der Ausnahmemusikerin... www.jonimitchell.com)

Jazz CD Tipp: Herbie Hancock - River (the Joni Letters) (Herbie Hancock präsentiert zwei Dutzend der schönsten und besten Joni Mitchell-Songs, gespielt von Herbie und seinen Jazzmannen, unter anderem auch dabei Saxophon-Ikone Wayne Shorter. Das Album beinhaltet Perlen des Singer / Songwriter-Genres, gesungen von Joni Mitchell selbst, aber auch von illustren Gästen und Mitchell-Fans wie Norah Jones, Corinne Bailey Rae, Leonard Cohen und Tina Turner. www.herbiehancock.com)

Weltmusik CD-Tipp: Maria Joao - Joao (Brasilianisches Songbook mit der Ausnahmekünstlerin aus Portugal und ganz eigener vokaler Gestaltung... www.mariajoao.org)

CD-Tipp: Laura Lopez Castro y Don Philippe - ...inventan el ser feliz (Poetische Geschichten in spanischer Sprache, Stimme und Gitarre, angereichert mit gelegentlichen Zutaten wie Streichern, Trompete oder Kontrabass.... www.lauralopezcastro.com)

Habib Koité - Afriki (Wundervolle akkustische Rhythmen und Gitarrenmusik aus Mali.... www.habibkoite.com)

Audiophiler CD-Tipp: Kristin Asbjörnsen - Wayfaring Stranger (In ihrem Heimatland Norwegen ist Kristin Asbjørnsen mit ihrer Band Dadafon seit Jahren eine gefeierte Künstlerin. Ihr erstes Soloalbum »Wayfaring Stranger« ist eine Kollektion von größtenteils wiederentdeckten afro-amerikanischen Spirituals. Ruth Reese, die aus Chicago stammende schwarze Sängerin und Gesangslehrerin, vermachte Asbjørnsen vor ihrem Tod ihr umfangreiches Songbook mit Spirituals, welches Asbjørnsen sehr leidenschaftlich und bluesig vertonte. Man fühlt und begreift die Texte beim bloßen Zuhören, so voll sind sie von Authentizität und Emotionen. Ganz leicht wird man mitgerissen von ihrer bluesigen Stimme und ihrer Interpretation.... www.kristinsong.com)

Rim Banna - Seasons of violet (Stimmungsvolle arabische Gesangstradition, Jazz, Folk, Soul & Pop aus Palestina mit norwegischen Musikern eingespielt ... www.rimbanna.com)

Manu Chao - La Radiolina (Multikulti-Cocktail aus Folk, Rock, Tex Mex, Rai, Reggae & Latin... www.manuchao.net)

CéU - CéU (“Die Zukunft der brasilianischen Musik“, titelt das Jornal Do Brasil. Als „neue Prinzessin der Música Popular“ feiert sie Folha Online. Kein Wunder: Die Grooves der 27jährigen aus São Paulo nehmen gefangen wie es selten eine Musik aus Brasilien in den letzten Jahren konnte. Handgemachte Trommelarbeit verzahnt sich mit dezentem Programming, espritvolle SciFi-Effekte und Scratches kommen von Synthesizer und Turntable, dazu bläst eine kleine Hornfraktion gedämpfte jazzig-soulige Linien. Darüber fliegt CéUs helle Stimme, sinnlich-sanft und katzenartig zuweilen, aber doch ausdrucksvoll und muskulös - mal verführerisch und sinnlich, mal eher mädchenhaft. Die melodische Substanz ist immer der Wehmut der Samba-Melodien verpflichtet, kombiniert sie mit Reggae- und Dub-Versatzstücken. Mit diesem fruchtigen Mix aus Samba, Trip- und HipHop, Dub und Reggae, Funk, Soul und Jazz bringt die von Billboard, Liberation und O Globo gleichermaßen verehrte Newcomerin Melancholie, Sinnlichkeit und Coolness organisch zusammen. Keine weitere hauchende Brasil-Elfe, stattdessen clever-erotische Brasil-Avantgarde. ... www.ceumusic.com)